Schönheitsoperationen: Brustvergrößerung oder neue Nase gefällig?

Nach wie vor liegen Schönheitsoperationen voll im Trend. War es früher eher ein Privileg der Film- und Fernsehstars, nehmen mittlerweile ganz "normale" Menschen die Dienste der Beauty-Spezialisten in Anspruch. Und die Männer holen in dem Bereich kräftig auf. Da wird Fett abgesaugt, gestrafft und geliftet, geschnippelt und künstliches Volumen eingebaut oder an Knochen herum gesägt. Leider werden die weiblichen Probanden immer jünger. Es gibt durchaus Eltern, die als Erziehungsberechtigte ihren Töchtern mit ihrer Einwilligung den Weg ebnen. In diesen Fällen geht es meist um eine Brustvergrößerung.

Oft genug führt das subjektive Empfinden der eigenen Unzulänglichkeit zu einem mangelnden Selbstbewusstsein und dann direkt auf den Operationstisch. In manchen Fällen liegt auch eine gestörte Körperwahrnehmung vor (ähnlich wie bei den Essstörungen). Mit der richtigen Körbchengröße werden sich alle Probleme in Luft auflösen und statt dessen gibt es anerkennende Männerblicke und neidische Rivalinnen. Denkste! An der "inneren Schönheit" und der Psyche zu arbeiten kann da genauso hilfreich sein.

Um in den Genuss eines vermeintlich perfekten Körpers zu kommen, werden weder Mühen, Schmerzen noch Kosten gescheut. Da wird gespart und manchmal sogar teure Kredite aufgenommen. Eine Brustvergrößerung schlägt im Durchschnitt mit rund 5000 € zu Buche. Ein weiterer Eingriff folgt dann nach ca. zehn bis fünfzehn Jahren, dann müssen die Implantate ausgetauscht werden. Außerdem kann eine Operation durchaus zu weiteren Eingriffen führen, manchmal sogar zu einer regelrechten Sucht. Wer sucht, findet immer weitere "Schwachstellen" am eigenen Körper. Dabei sind kleine Schönheitsfehler durchaus reizvoll und machen den Menschen authentisch, lebendig und sympathisch.

Gesetzliche Krankenkassen zahlen in der Regel nicht bei Schönheitsoperationen, aber keine Regel ohne Ausnahmen. Immer wenn es aus medizinischen Gründen notwendig ist, beispielsweise nach einer Brustamputation (Krebs) oder nach Unfällen, tragen die Kassen auch die Kosten. Das kann unter Umständen auch nach einer sehr großen Gewichtsabnahme der Fall sein, denn die Haut schrumpft leider nicht im gleichen Maße wie das Fett und da kann schon eine sehr bedenkliche "Hautschürze" zurückbleiben. Wer also darauf hofft, das die Krankenkasse sich an den Kosten beteiligt, sollte dies rechtzeitig vor der Operation klären.

Die Schönheitschirurgie (keine geschützte Bezeichnung) ebenso wie die kosmetische Chirurgie sind keine eigenständigen Fachgebiete in der Medizin. Die Ästhetische Chirurgie gilt in Deutschland als Teilgebiet der plastischen und ästhetischen Chirurgie. In der Schweiz und in Österreich sieht es ähnlich aus. Firmiert der Schönheitschirurg als Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie kann man davon ausgehen, dass dieser die entsprechende Qualifikation hat und über ausreichendes Können verfügt.

Aber selbst, wenn man sich also einem erfahrenen Operateur anvertraut, gibt es trotzdem ganz "normale" Operationsrisiken wie beispielsweise Zwischenfälle in der Anästhesie (Narkose), Thrombosen und Embolien, Abstoßreaktionen von körperfremden Materialien (z. B. Brustimplantate bei der Brustvergrößerung ), Infektionen und mögliche Hautwucherungen der Narbe,

Jeder noch so kleine Eingriff am Körper der mittels einer Spritze (Faltenunterspritzung) oder einem Skalpell durchgeführt wird, kann also durchaus lebensbedrohliche Komplikationen nach sich ziehen. Hin und wieder kommen sogar Todesfälle vor. Tatsächlich sieht es aber so aus, das Jemand der wild entschlossen und überzeugt ist, die Operation zu brauchen, sich auch davon nicht abhalten lassen wird.

Autor seit 3 Jahren
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