Diese Länder führen im Bereich der Schulbildung

Das Abschneiden Deutschlands bei der PISA Studie lässt das hiesige Bildungssystem in einem eher schlechten Licht dastehen, während andere Länder regelmäßig die vorderen Plätze für sich beanspruchen. Vor allem die Länder Skandinaviens scheinen mit ihrem Bildungssystem beinahe alles richtig zu machen und verweisen damit andere Mitstreiter auf die hinteren Plätze. Besonders Finnland gilt in Europa als Vorzeigeland, wenn es um hocheffiziente Schulsysteme geht. Im internationalen Vergleich schneiden der Ferne Osten mit Ländern wie Shanghai, Singapur, Hongkong und Japan sowie Kanada regelmäßig am besten ab.
Am unteren Ende der Skala findet man Länder wie Brasilien, Mexiko und Russland.
Obwohl das Abschneiden der einzelnen Länder in der PISA-Studie bis zu einem gewissen Grad Auskunft über die Qualität des Bildungssystems gibt, darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass eine Ähnlichkeit der im jeweiligen Land vorherrschenden Lernkultur mit jener, der von PISA geforderten, positiven Einfluss auf das Ergebnis hat.

 

Das machen Finnland, Japan und Kanada richtig

Das gute Abschneiden Finnlands bei der PISA-Studie wird auf zahlreiche Faktoren zurückgeführt. Finnland wendet rund 5,6 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes für das Bildungssystem auf und ermöglicht seiner Bevölkerung damit einen kostenlosen Zugang zu Bildung. Strenge Qualitätskontrollen und individuelle Förderungsmaßnahmen gewährleisten eine hohe Qualität der Bildung. Alle Kinder besuchen von der ersten bis zur zehnten Klasse eine Einheitsschule und können sich im Anschluss daran entscheiden, ob sie das Abitur machen wollen. Um zu diesem zugelassen zu werden, müssen sie eine Aufnahmeprüfung absolvieren. Die Abiturienten-Quote Finnlands liegt bei 90 Prozent.

Das japanische Schulsystem gilt als besonders hoch entwickelt und anspruchsvoll. Nach der Grundschule, die sechs Jahre dauert, folgt die Mittelschule, die drei Jahre lang besucht wird. Im Anschluss an diese folgt die drei Jahre dauernde Oberschule, für die eine Aufnahmeprüfung absolviert werden muss. Diese hat großen Einfluss auf den weiteren Werdegang der Schüler und schließt mit dem japanischen Äquivalent zum deutschen Abitur ab. Vor dem Besuch einer Universität muss jedoch abermals eine Aufnahmeprüfung absolviert werden. Die Schulpflicht in Japan beträgt neun Jahre und im Gegensatz zu Deutschland gibt es kein Sitzenbleiben.

Da das kanadische Schulsystem den einzelnen Provinzen untersteht, ist es sehr inhomogen. Jedoch findet man in Kanada ausschließlich Einheits- sowie Ganztagsschulen, die durch ein überdurchschnittlich hohes Leistungsniveau gekennzeichnet sind. Der Schuleintritt erfolgt mit dem fünften Lebensjahr, die Schulpflicht dauert zwölf Jahre.

Der internationale Vergleich Deutschlands mit den Schulsystemen anderer Länder, die vor allem bei PISA regelmäßig besser abschneiden, deutet auf Vorzüge eines einheitlichen Schulsystems hin. Statt Haupt- und Realschule sowie Gymnasium liegen die Vorteile anscheinend bei einem einheitlichen Schulsystem, das die Schüler später als in Deutschland trennt.

 

 

Unterschiede in der Qualität der Lehre

Nicht nur im Schulsystem, auch im Ausbildungssystem der Lehrer gibt es zwischen Deutschland und anderen Ländern große Unterschiede. Vor allem bemängelt wird in Deutschland das hohe Durchschnittsalter der Lehrer, das sich negativ auf die Unterrichtsqualität auswirkt. Darüber hinaus kommen auch zahlreiche neue Lehrmethoden wie schülerzentrierter Gruppenunterricht und interaktive Schultafeln nicht zur Anwendung. Dies wird zum einen auf das hohe Durchschnittsalter der Lehrer und zum anderen auf mangelnde Weiterbildungsangebote zurückgeführt. Daher sollte der Lehrerberuf nach dem Vorbild anderer Länder für junge Menschen attraktiver gemacht werden. Gerade in Ländern, die in der PISA-Studie regelmäßig auf den Spitzenplätzen landen, ist der Lehrerberuf gesellschaftlich hoch angesehen und dementsprechend erstrebenswert.

Autor seit 3 Jahren
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