Weitere Zutaten und Utensilien

Damit die Seife auch hübsch aussieht und gut duftet ist der Einsatz von Farbstoffen und Duftölen anzuraten.

Als Farbstoff eignen sich chemische Seifenfarben, Kosmetikpigmente aber auch Gewürze (Gelbwurz, Kakao, Paprika) oder natürliche Farben wie Indigo.

Auch bei den Duftstoffen können Sie zur Chemie greifen oder natürliche Aromaöle einsetzen. Bei chemischen Ölen unbedingt nachfragen, ob sie zur Seifenherstellung geeignet sind, da einige chemische Öle das Andicken des Seifenbreies sehr stark beschleunigen können und somit das Einfüllen in die Förmchen schwierig wird.

Ein feuerfester Topf (Email), ein hitzebeständiger Messbecher, ein Rührlöffel, eine grammgenaue Küchenwaage, Förmchen für die Seife und eventuell ein Stabmixer sind im Wesentlichen alles, was man an Utensilien benötigt.

Vorsichtsmaßnahmen: Da Natronlauge extrem ätzend ist, sollten Sie noch Gummihandschuhe und eine Schutzbrille bereit legen. Der Arbeitsbereich sollte frei von Lebensmitteln sein und großflächig abgedeckt werden, da der Seifenbrei am Anfang genauso ätzend ist wie die Natronlauge.

Bild: Monika Unger

Ein bisschen Rechenarbeit muss sein...

Alle Öle und Fette haben chemisch eine unterschiedliche Verseifungszahl, das heißt, jedes Fett benötigt unterschiedlich viel Natronlauge um sich in Seife umzuwandeln. Es ist daher notwendig ein genaues Rezept zu berechnen.  Für diesen Zweck finden sich im Internet so genannte Verseifungstabellen.

Ein Beispiel: Olivenöl hat z.B. den Verseifungswert von 0,1345. Werden z.B. 500 g Olivenöl verwendet, benötigt man 0,1345 x 500g = 67,25 g NaOH. Damit die Seife nicht zu scharf wird, ist anzuraten die Seife mit etwa 5 Prozent zu überfetten. Sie können dazu den Einsatz der Fette erhöhen oder weniger Natronlauge verwenden. In diesem Fall benötigt man für eine hautfreundliche Seife mit 5 Prozent Überfettung daher entweder 525 g Olivenöl und 67,25 NaOH oder alternativ 63,5 g NaOH und 500 g Olivenöl.

Schritt für Schritt zur selbstgemachten Seife

1. Auswahl und abwiegen der Fette und Öle und Berechnung der benötigten Menge NaOH.

2. Die Fette kommen in dem feuerfesten Topf auf den Herd, wo sie langsam erhitzt werden, bis alle Bestandteile geschmolzen sind.

3. Schutzbrille aufsetzen und Gummihandschuhe anziehen.

4. Das kalte Wasser (ca. 1/3 der Menge der Fette) in einem hitzebeständigen Messbecher abmessen und die laut berechnetem Rezept benötigte Menge NaOH langsam einrieseln lassen und gut umrühren. Dieser Vorgang erzeugt Hitze! Die Dämpfe nicht einatmen! Raum gut lüften!

Auf KEINEN Fall das Wasser zur Natronlauge gießen, denn das spritzt!

5. Den Topf mit den geschmolzenen Fetten vom Herd nehmen. Die vollständig aufgelöste und abgekühlte Natronlauge langsam zu den Fetten gießen und alles gut verrühren.

6. Jetzt heißt es rühren! Dieser Vorgang kann durch den Einsatz eines Stabmixers beschleunigt werden. Der Seifenbrei sollte andicken und die Konsistenz von Pudding erhalten. Auch mit einem Stabmixer dauert es einige Minuten, also nicht die Geduld verlieren!

7. Im Pudding-Stadium können dann die Duft- und Farbstoffe zum Seifenbrei gerührt werden. Eventuell kann man den Seifenbrei teilen, unterschiedlich einfärben und somit 2-färbige Seifen gießen. Bei diesem Schritt Herstellerhinweise von chemischen Seifenfarben oder Duftölen beachten.

8. Nun kann der Seifenbrei in bereitgestellte Förmchen gefüllt werden. Auch das Gießen in einem Block und anschließendes Schneiden in Stücke ist möglich. Die Oberfläche sollte mit Küchenfolie luftdicht abgedeckt werden.

9. Jetzt braucht die Seife Zeit! Dazu die Form an einen stillen Ort stellen (Vorsicht bei Haustieren, Kindern!) und mit Decken oder Handtüchern gut isolieren, damit der chemische Prozess unterstützt wird.

10. Beim Reinigen der verwendeten Geräte und Töpfe unbedingt beachten, dass der rohe Seifenbrei noch sehr ätzend ist!

11. Nach 1 bis 2 Tagen bzw. wenn die Seife erkaltet und fest ist, kann sie aus der Form genommen werden. Bis zur Verwendung sollte man sie allerdings noch einige Wochen reifen lassen.

Sie wollen gleich loslegen und nicht erst umständlich rechnen? Noch mehr erprobte Rezepte finden sie beim Artikel Duftseifen selber rühren.

Rezept für Rosenseife:

  • 100 Rapsöl
  • 100 Olivenöl
  • 200 Kokosöl
  • 200 Sonnenblumenöl
  • 50 Sheabutter
  • 50 Kakaobutter
  • 235 ml Wasser
  • 99 g NaOH
  • rote Lebensmittelfarbe
  • je 50 Tropfen ätherische Öle von Geranium und Rose

 

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