Shiso als Beilage zu Sashimi

Shiso als Beilage zu Sashimi (Bild: Copyright by Martin Pfetscher)

Wie wird Shiso gegessen?

Es gibt zwei Varianten von Shiso – grünes (aojiso) und rotes (akajiso). Heute wird hauptsächlich grünes Shiso benutzt. So nutzt man die Blätter im Land der aufgehenden Sonne für die unterschiedlichsten Gerichte. Wenn etwa Sashimi, rohes Fischfilet, auf den Tisch kommt, ist es häufig dekorativ mit ein paar grünen Shiso-Blättern garniert. Man streut zerhackte Shiso-Blätter auch über kalte Nudeln, wie das vor allem im Sommer beliebte Somen und verwendet es, um Tofu eine besondere, frische Note zu verleihen. Auch das fettige Tempura (frittiertes Fleisch oder Gemüse) wird vor der Zubereitung gern mit einem Blatt Shiso umwickelt.

 

Der würziger schmeckende rote Shiso wurde früher als natürlicher Farbstoff verwendet und gibt auch heute noch Umeboshi (eingelegten Pflaumen) die charakteristische tote Färbung und das typische Aroma. Getrocknet ist Shiso auch wichtiger Bestandteil beliebter Furikake-Varianten (Reis-Gewürz).

 

Im benachbarten Korea isst man Shiso auch gern frisch als Salat. In deutschen Restaurants findet sich dafür oft die Bezeichnung "Wilder Sesam", obwohl Shiso nicht mit Sesam verwandt ist. Neben den Blättern sind auch die Samen und die Blüten essbar und finden in der Küche Verwendung.

Typisches japanisches Abendessen – ...

Typisches japanisches Abendessen – finden Sie den Shiso? (Bild: Copyright Martin Pfetscher)

Shiso – gesund oder nicht?

Aber was steckt denn nun drin in den dekorativ gezackten Blättern? Na, jede Menge! So gibt es keine Pflanze, die mehr wertvolle Omega-3 Fettsäuren enthält als Shiso. Omega-3 Fettsäuren, die außerdem in fettem Fisch zu finden sind, gelten als ungemein gesund. So sollen sie nicht nur den Cholesterinspiegel senken helfen, sondern auch bei der Behandlung von Depression, ADS und Hyperaktivität, Alzheimer und Schlaganfall ihre heilsame Wirkung entfalten. Im Mutterleib fördern sie angeblich die Entwicklung des Gehirns des heranwachsenden Babys.

 

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) schreibt der Pflanze außerdem eine immunstärkende und antibiotische Wirkung zu. Tatsächlich konnte inzwischen in Versuchen nachgewiesen werden, dass Shiso-Genuss die Bildung von Interferon steigert und so das Immunsystem kräftigt. Ach ja, und viel Eisen und Kalzium enthält er auch noch.

Und wo gibt es Shiso?

Wenn er so gesund ist, muss er ja ziemlich scheußlich schmecken, meinen Sie? Naja, über Geschmack lässt sich bekanntlich ja nicht streiten, aber nach meiner Erfahrung schmeckt Shiso auch den meisten Deutschen. Der Geschmack ist wirklich sehr charakteristisch und erinnert ein wenig an eine Mischung aus Minze, Zitronenmelisse, Kreuzkümmel und Petersilie.

Und falls Sie jetzt neugierig geworden sind und nicht wissen, wo Sie Shiso bekommen, dann versuchen Sie es doch einmal in einem japanischen oder koreanischen Restaurant. Dort bekommen Sie ihn vielleicht als Beilage zu Sushi oder als Salat. In einem Asia-Markt kann man manchmal auch frische Shiso-Blätter kaufen – leider meist zu völlig überteuerten Preisen.

 

Japanische Fischpastete, natürlich ...

Japanische Fischpastete, natürlich dekorativ auf Shiso angerichtet (Bild: Copyright by Martin Pfetscher)

Shiso selbst anbauen?

Als Alternative dazu kann man Shiso auch selbst anbauen. Die Samen gibt es manchmal in großen Gartencentern (meist unter der Bezeichnung Perilla) oder man kann sie im Internet bestellen. Auch hier lohnt es sich, die Preise und Mengen zu vergleichen!

Da die Wachstumsphase hierzulande kürzer ist als in Japan, empfiehlt es sich, die Samen schon ab Februar/März im Haus vorzuziehen und später im Freiland einzupflanzen. Wenn man die Samen im Frühling an einer sonnigen Stelle draußen aussät, hat man im Spätsommer und Herbst große, kräftige Pflanzen. Davon kann man dann reichlich aromatische Shiso-Blätter pflücken. Die Pflanzen wachsen so lange weiter, bis der erste Frost kommt. Im Allgemeinen scheint grüner Shiso besser zu gedeihen als roter.

Ich baue seit Jahren Shiso an; während der grüne prächtig wächst, ist aus dem roten noch nie etwas geworden. Nur war ich schon manchmal etwas zu spät dran und hatte im Spätsommer immer noch ziemlich kleine Pflänzchen. Natürlich haben wir die dann trotzdem gegessen, bevor der Frost unserem Shiso den Garaus macht.

 

Shiso-Pflanze mit den typischen Blättern

Shiso-Pflanze mit den typischen Blättern (Bild: Copyright by Martin Pfetscher)

Guten Appetit!

Ich hoffe, ich konnte dazu beitragen, ein wenig über diese unscheinbaren Blättchen aufzuklären. Zumindest wissen Sie jetzt, dass man bei Sashimi auch mal die Dekoration mitessen kann (zumindest, wenn es sich um Shiso handelt). Na dann, guten Appetit!

koi88, am 15.01.2013
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