Werbung im Briefkasten ohne Ende!?

Wir bekamen bis vor einiger Zeit auch sehr viel Gewinnversprechungen in unseren Briefkasten. Man schrieb z.B.: Sie haben 30.000 €, 10.000 Euro oder sogar einen Mercedes im Wert von 60.000 € gewonnen. Einige Zeit bekamen wir fast jeden Tag irgendwelche Gewinnversprechen, allesamt mit der Aufforderung schnellstens anzurufen um unseren Gewinn zu bestätigen. Es waren immer kostenintensive Telefon-Nummern (0900) die angerufen werden sollten. Reine Abzocke, wie ich aus manchen Zeitungsberichten erfahren hatte. Um zu erfahren wie die Hauptgewinner an den in Aussicht gestellten Hauptgewinn kommen könnten mutete man den anrufenden Menschen zu sich sehr lange Bandtexte anzuhören. In der Zeit liefen natürlich hohe Telefongebühren auf. Am Schluß der teilweise bis zu zehn Minuten andauernden Erklärungen wurde den Gewinnern mitgeteilt nur in der engeren Auswahl der Gewinner gelandet zu sein. Um endgültig zu erfahren ob sie nun wirklich Gewinner des Hauptgewinnes sind wurde den ohnehin schon durch hohe Telefongebühren geprellten Menschen eine andere 0900er Nummer genannt um abermals an den nochmals entstehenden Gebühren zu partizipieren.

Kürzlich wurde ein Gesetz verabschiedet, dass man versprochene Gewinne auch einklagen kann. Die Voraussetzung dafür ist dass die Firma, die den Gewinn verspricht auch in Deutschland ansässig ist. Die Absenderadressen waren aber immer ausländische Postfachadressen. Man hatte keine Möglichkeit den Absender einer Gewinnbenachrichtigung direkt zu erreichen. Als Kontaktmöglichkeit waren immer kostenträchtige Servicenummern angegeben.

Wir hatten schon versucht, den Mieter einer 0900er Nummer bei Telekom ausfindig zu machen. Obwohl es mittlerweile ein Gesetz gibt, dass die Telekom den Benutzer der vermieteten 0900er Nummer preisgeben muß, sperrte sich die Telekom dagegen. Ich denke, dass diese immer per Bandaufnahme erfolgter Gewinnanrufe schon sehr viele Menschen bekommen haben und über 0900er oder andere kostenträchtige Servicenummern abgezockt wurden.

Warum ich hauptsächlich über diese Gewinnbenachrichtigungen schreibe, hat einen guten Grund.

Vor einigen Jahren machte sich eine Duisburger Firma diese mit der Zeit sehr lästig werdenden Gewinnanrufe zunutze. Eine Telefonistin dieser Firma rief bei uns zuhause an. Sie fragte ob wir auch immer wieder Anrufe wegen irgendeinem Hauptgewinn dank der Teilnahme an Gewinnspielen bekämen. Meine Frau bestätigte diese lästigen Anrufe und fragte natürlich warum sie das wissen wollte. Die Anruferin gab vor daß ihre Firma in der Lage wäre lästige Telefonwerbung und Gewinnbenachrichtigungen blockieren zu können. Da gäbe es Werbelisten die diese Firma beeinflussen könnte. Man würde auch unsere Telefon-Nummer gegen eine monatliche Bezahlung in Höhe von 3 EURO auf eine Sperrliste setzen. Ich kam gerade nachhause und ich hörte, daß meine Frau gerade im Begriff war unsere Bankdaten durchzugeben. Bei mir schrillten sofort die Alarmglocken und ich stoppte meine Frau gerade noch rechtzeitig bevor sie unsere Daten durchgeben konnte. Angeblich kannte die Telefonistin dieser Firma unsere Bankdaten und wollte sich nochmals versichern ob die Daten auch richtig seien. Meine Frau sollte ihr zum Abgleich unsere Bankdaten nochmals sagen. Dank meines Einschreitens reagierte meine Frau richtig. Sie sagte der Anruferin wenn sie doch unsere Daten hätte dann sollte sie diese ihr doch nennen. Wären diese Daten richtig würde meine Frau das bestätigen. Die Telefonistin lenkte daraufhin ab und so kam es zu keinem Datenabgleich.

Meine Bankdaten gebe ich grundsätzlich nicht per Telefon durch, es sei denn, dass ich diese Person genau kenne. Ein Umstand war da noch, der mich sofort stutzig werden ließ. Die Anruferin sagte meiner Frau dass am nächsten Tag ein Vorgesetzter anrufen würde um die Richtigkeit ihrer Informationen zu bestätigen. Das kam mir etwas suspekt vor.

Es war doch etwas seltsam, denn schon nach einer Stunde rief der Vorgesetzte an. Er bestätigte das was die Telefonistin zuvor gesagt hatte. Drei Tage danach kam ein vorgefertigter Vertrag dieser Firma, anbei eine Einzugsermächtigung. Den Vertrag und die Einzugsermächtigung sollten wir unterschrieben zurück senden. In dem Vertrag stand nichts über die mit meiner Frau mündlich vereinbarten 3.- € per Monat. Nun ging um ein ABO von 2 JAHREN das 89.- Euro pro Jahr kosten sollte. Ab dem dritten Jahr würde jedes weitere Jahr dann nur noch 25 Euro kosten. Sofort schrieb ich diese Firma an und betitelte die Abmachung zwischen meiner Frau und der Firma als unseriös. Seriös war die Vorgehensweise dieser Duisburger Firma für mich auf keinen Fall. Komischerweise kamen ab diesem Zeitpunkt nur noch selten Gewinnanrufe oder Gewinnversprechungen per Briefpost. Ich nehme an, dass die Leute dieser Firma wahrscheinlich auch die Initiatoren der ständigen Tonbandanrufe waren um die Menschen fortwährend mit Gewinnversprechungen zu nerven um leichter an Werbesperrverträge zu kommen.

 

Was machen Sie mit unerwünschter Briefkastenwerbung?
Autor seit 6 Jahren
13 Seiten
Laden ...
Fehler!