2PETA warnt: "Die Politik lässt Tiere im Stich."

025 Trotz der jährlich wiederkehrenden Debatte um Feuerwerk und Böller bleibt die Politik erstaunlich unbeweglich. Das zeigte sich erneut auf der Innenministerkonferenz Anfang Dezember in Bremen: Die Länder fanden keine gemeinsame Linie zum Umgang mit der wachsenden Kritik an Silvesterfeuerwerk. Während Millionen Tiere jedes Jahr in Panik geraten, bleibt der Status quo bestehen.

PETA-Fachreferent Peter Höffken formulierte es deutlich: "Es gibt kein einziges gutes Argument, warum Böller nicht verboten werden sollten. Jede Silvesternacht bedeutet für unzählige Tiere puren Stress: Sie fliehen panisch, sterben an Schock oder werden aus dem Winterschlaf gerissen."

Die Tierschutzorganisation wirft der Politik "Handlungsschwäche" vor und fordert Bundesminister Alexander Dobrindt auf, endlich zu handeln. Denn während ein kleiner Teil der Bevölkerung am Feuerwerk festhält, tragen Tiere, Umwelt und viele Menschen die Folgen.

Gerade weil sich politisch wenig bewegt, kommt Hundehaltern eine besondere Verantwortung zu: Sie müssen ihre Tiere schützen und das oft unter erschwerten Bedingungen. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig vorzubereiten und Strategien zu kennen, die Stress und Angst lindern können.

Während die politische Debatte also feststeckt, brauchen Hundehalter jetzt, 2025, vor allem eines: konkrete Strategien, um ihre Tiere in dieser belastenden Zeit zu schützen. Genau hier setzt die Arbeit der Verhaltenstherapeutin Nadine Seeger an.

Hier ist es an Silvester ruhiger, Städte mit böllerfreien Zonen

Immer mehr Städte reagieren auf die Belastung durch Feuerwerk und richten zum Jahreswechsel Bereiche ein, in denen das Zünden von Böllern und Raketen untersagt ist. Für Hundehalterinnen und Hundehalter kann das eine wertvolle Orientierung sein, um dem schlimmsten Lärm auszuweichen.

Norddeutschland

  • Berlin – Keine Böller, nur Knallerbsen
    Die Bundeshauptstadt hat gleich mehrere Böllerverbotsbereiche benannt. Sie befinden sich am Alexanderplatz, im Bereich des Steinmetzkiezes in Schöneberg und auf einem Teil der Sonnenallee sowie angrenzender Nebenstraßen. Das Verbot gilt vom Silvesterabend um 18 Uhr bis Neujahr um 6 Uhr. Innerhalb des Veranstaltungsbereiches der Silvesterfeier am Brandenburger Tor haben die Veranstalter Böller und Pyrotechnik untersagt.
    In den Verbotszonen sind lediglich Wunderkerzen, Knallerbsen und Tischfeuerwerk erlaubt, also pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F1.

  • Nordfriesland – Generelles Verbot auf Sylt
    Auf Sylt, der größten nordfriesischen Insel, sowie in der Gemeinde St. Peter-Ording ist privates Feuerwerk zum Schutz von Reethäusern und Natur vollständig untersagt. Bei Verstößen gegen Abbrennverbote drohen laut Kreis Geldbußen bis zu 50.000 Euro.

  • BremenBöller- und Raketenverbot an der Schlachte
    In Bremen ist die historische Uferpromenade an der Weser mit ihren vielen Lokalen schon mehrfach Schauplatz gefährlicher Situationen durch Feuerwerk und große Menschenansammlungen geworden. Daher werde es auch in dieser Silvesternacht an der Schlachte ein Böller- und Raketenverbot geben, teilte eine Sprecherin des Innenressorts mit. Verstöße gegen die Polizeiverordnung könnten mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro geahndet werden.Auch 150 Meter rund um das Bremer Rathaus dürfe kein Feuerwerk gezündet werden, da das Gebäude Unesco-Welterbe ist. Die gleiche Regelung gelte für das Schnoorviertel mit seinen Fachwerkhäusern in der Altstadt. Auch auf dem Hauptbahnhof in Bremen sei in der Silvesternacht kein Feuerwerk erlaubt.

  • HannoverVerbotszone in der Innenstadt
    Die niedersächsische Landeshauptstadt hat eine Böllerverbotszone ausgewiesen. Diese erstreckt sich vom Opernplatz über Kröpcke bis hin zum Steintor. Sie umfasst ebenso die Karmarschstraße bis zum Platz der Weltausstellung sowie die Bahnhofstraße, den Ernst-August-Platz und den Bereich des Raschplatzes hinter dem Bahnhof. Auch auf dem Hauptbahnhof gilt ein Mitführ- und Abbrennverbot von Feuerwerkskörpern für die Silvesternacht, genaugenommen vom 31. Dezember, 20 Uhr, bis zum 1. Januar, 3 Uhr, so Stadtsprecher Dennis Dix.

  • Braunschweig – Viele gefährdete Gebäude
    Braunschweig verhängt ein Böllerverbot in den sogenannten Bohlweg-Kolonnaden im Zentrum. Dort befindet sich zudem eine Straßenbahnhaltestelle. Das Mitführen von Glasbehältnissen sei dort ebenfalls nicht gestattet, teilte Stadt-Sprecher Rainer Keunecke mit. Es werde Kontrollen geben. Verstöße gegen das Sprengstoffrecht könnten mit bis zu 1000 Euro geahndet werden.Auch in unmittelbarer Nähe von besonders brandempfindlichen Gebäuden dürfe kein Feuerwerk gezündet werden. Dies betreffe einerseits Stadtbereiche mit Fachwerkhäusern in engen oder besonders gefährdeten Lagen, aber auch in den dazugehörigen Orten, so der Sprecher.

  • Göttingen – Stadt und Polizei kontrollieren gemeinsam
    In der gesamten Innenstadt von Göttingen gilt ein Verbot für Feuerwerkskörper der Kategorie F2, wie Stadt-Sprecher Dominik Kimyon mitteilte. Innerhalb der Wallanlagen und auf dem Wall einschließlich des Albani-Parkplatzes dürfe Silvester und Neujahr kein Feuerwerk gezündet werden. Für die restlichen Tage im Jahr sei das Abfeuern dieser Produkte ohnehin grundsätzlich verboten.Wer gegen das Böllerverbot verstößt, muss laut Sprecher mit einem Bußgeld rechnen. Stadt und Polizeiinspektion werden demnach gemeinsam Kontrollen durchführen. Bereits am frühen Silvesterabend würden Streifenteams der Polizei in der Innenstadt unterwegs sein, bei Verstößen Verwarnungsgelder festsetzen sowie Böller beschlagnahmen. Ziel der Streifen sei es vor allem, zu informieren und dadurch präventiv zu wirken.

  • LüneburgPyrotechnik in gesamter Innenstadt verboten
    An Silvester und Neujahr besteht in Lüneburg ein Feuerwerksverbot für die gesamte historische Innenstadt, das Naturschutzgebiet Kalkberg und den Bereich rund um das Kloster Lüne, wie Vera Reinicke, Sprecherin der Stadt Lüneburg, mitteilte. Die Einhaltung des Verbots werde von Mitarbeitenden der Hansestadt und der Polizei kontrolliert. Am Kalkberg unterstütze dabei eine private Sicherheitsfirma.

    Ziel der Kontrollen sei es, in erster Linie zu informieren und auf die Gefahren hinzuweisen. Bei Missachtung drohe eine Geldbuße von bis zu 10.000 Euro. Außerdem könnten Personen des Platzes verwiesen werden, so Reinicke weiter.

Westdeutschland

  • AachenKeine Raketen innerhalb des Grabenrings
    Das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerk sind am 31. Dezember und 1. Januar in der historischen Innenstadt von Aachen untersagt. Betroffen sind der Bereich innerhalb des Grabenrings und der Theaterplatz. Hintergrund ist laut Stadt ein verheerender Brand in der Nikolauskirche im Jahr 2010. Damals löste eine Silvesterrakete ein Feuer aus, bei dem das Gebäude und der historische Hochaltar der Kirche beschädigt wurden.

  • KölnGroße Verbotszone in der Innenstadt
    Köln setzt auf eine große Zone in der Innenstadt, in der nicht geböllert werden darf. Es gehe darum, die Belastung der Anwohner durch Lärm und Müll gering zu halten – vor allem aber auch um den Schutz von Polizisten und Rettungskräften, teilte die Stadt mit. Das Verbot gilt für den kompletten Silvestertag und den 1. Januar. Raketen und anderes Feuerwerk, »bei denen es vor allem um die Sichtbarkeit geht«, sind laut Stadt nicht betroffen.

  • DüsseldorfBöllerfreies Rheinufer
    Düsseldorf macht die Altstadt und Teile des Rheinufers bis zur Rheinkniebrücke zur böllerfreien Zone. In den vergangenen Jahren habe es durch diese Maßnahme schon deutlich weniger Verletzte gegeben als sonst, teilte die Stadt mit. Auch Angriffe mit Feuerwerk auf Einsatzkräfte gebe es weniger.

  • DuisburgRuhe am Zoo
    In Duisburg konzentriert sich die Verbotszone an Silvester und Neujahr auf den Bereich rund um den Zoo. »Alle Bürgerinnen und Bürger sind aufgefordert, sich an diese Regelung zu halten und auch den Tieren des Zoos einen friedlichen Jahreswechsel zu ermöglichen«, heißt es von der Stadt.

  • BochumMehrere Straßen tabu
    In Bochum wird am Silvesterabend ab 20 Uhr bis 4 Uhr am Neujahrsmorgen eine Sperrzone in Teilen der Innenstadt eingerichtet. Das Feuerwerksverbot betrifft die Brüderstraße und Teile der Straße Kerkwege, Kortum- sowie Kreuzstraße. Mitgebrachtes Feuerwerk muss in einem Container entsorgt werden, um die Sperrzone betreten zu können.

  • MünsterGeschützte Plätze
    Für die beiden zentralen Bereiche der Münsteraner Innenstadt – den Domplatz und den Prinzipalmarkt – wird es eine Feuerwerksverbotszone geben. Die Stadt begründet das einerseits mit der empfindlichen Bausubstanz der historischen Fassaden, andererseits mit dem erwarteten großen Besucherandrang auf engem Raum.

  • BielefeldPartymeile ohne Pyrotechnik
    Abgesehen davon, dass in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern oder Altenheimen das Zünden von Feuerwerk grundsätzlich nicht erlaubt ist, verbietet Bielefeld die Pyrotechnik auch auf einer Partymeile am Hauptbahnhof. Ein Böllerverbot gilt außerdem rund um die Sparrenburg.

Hessen

  • Frankfurt am MainEiserner Steg böllerfrei
    In Frankfurt ist in der Silvesternacht das Abbrennen von Feuerwerk auf dem Eisernen Steg sowie auf der Zeil untersagt. Nach Angaben der Stadt sollen damit dicht gedrängte Menschen vor Verletzungen durch Feuerwerkskörper geschützt und die Einsätze der Polizei reduziert werden.Für den Eisernen Steg gilt das Verbot vom Silvestertag an ab 20 Uhr bis um 3 Uhr morgens an Neujahr. In diesem Zeitraum dürfen dort keine pyrotechnischen Gegenstände wie bengalische Fackeln oder Feuerfontänen mitgeführt oder gezündet werden. Zudem sind größere Taschen und Behältnisse über drei Liter Fassungsvermögen verboten. Die Brücke soll beidseitig kontrolliert werden.

  • WiesbadenSicherheitszone rund ums Bowling Green
    Wiesbaden richtet in der Innenstadt eine Sicherheitszone ein, die am Silvesterabend ab 21 Uhr bis zum frühen Neujahrsmorgen um 3 Uhr gilt. Dann ist Feuerwerk rund um das Bowling Green an Kurhaus und Staatstheater verboten. Wie die Stadt mitteilte, dürfen Feierlustige in dieser Zone auch keine größeren Rucksäcke oder Taschen dabeihaben. Die Stadt- und Landespolizei werde dort eine »umfangreiche Präsenz« zeigen, hieß es.

  • AlsfeldHistorische Altstadt geschützt
    Die Kommune Alsfeld im Vogelsbergkreis ist für seine historische Altstadt bekannt, die ihr den Titel »Europäische Modellstadt für Denkmalschutz« einbrachte. Das einmalige Ensemble aus Fachwerkhäusern und anderen jahrhundertealten Gebäuden wird von der Stadtverwaltung besonders geschützt – auch vor Böllern und Raketen zum Jahreswechsel. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern ist im Altstadtkern daher verboten.

Bayern

  • 29 Städte Mindestens 29 Städte mit Tabu-Bereichen
    Verbotszonen für Feuerwerk zum Jahreswechsel gibt es auch in mindestens 29 bayerischen Städten mit mehr als 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Das geht aus einer Umfrage des Bund Naturschutz (BN) unter den größten Städten im Freistaat hervor. Verbote gelten etwa innerhalb des mittleren Rings in München, in den Innenstädten von Nürnberg, Augsburg und Ingolstadt, in Teilen der Bamberger Altstadt, in der Fußgängerzone von Hof und in vielen Straßen und auf Plätzen in Würzburg.

Rheinland-Pfalz

  • TrierBöllerverbot am Hauptmarkt
    Die Stadt Trier verhängt zum Jahreswechsel ein Böllerverbot für den Bereich Hauptmarkt. »Als Stadt können wir sagen, dass sich das Böllerverbot am Hauptmarkt auf jeden Fall bewährt hat«, so ein Sprecher der Stadt.

  • Speyer – Verbote für mehrere Orte
    Die Stadt Speyer hat eine Allgemeinverfügung erlassen, mit der sie das Böllern an mehreren Orten untersagt. Betroffen davon sei der Bereich des Altpörtels und der Straßenzug Maximilianstraße bis zur Alten Münze. «Dort, wo das Zünden von Feuerwerkskörpern erlaubt ist, ist besondere Vorsicht geboten«, sagte Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD). «Die Rettungskräfte und Notaufnahmen sind über den Jahreswechsel besonders stark gefordert, und die medizinische Hilfe für andere Fälle kann dadurch verzögert werden.«

Baden-Württemberg

  • Überlingen In Überlingen ist das Böllern an Silvester verboten, insbesondere in der Altstadt, einschließlich des Dorfes und des Landungsplatzes. Dieses Verbot gilt für das Gebiet vom Aufkircher Tor bis zum Parkhaus Mitte und umfasst auch die zentralen Plätze wie den Münsterplatz und die Hofstatt. Verstöße gegen das Verbot können mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. 
  • Stuttgart Das Böllerverbot in Stuttgart für Silvester 2025 gilt von Dienstag, 31. Dezember 2025, ab 18 Uhr bis Mittwoch, 1. Januar 2026, um 6 Uhr morgens. In der Stuttgarter Innenstadt ist es verboten, Feuerwerkskörper mitzuführen oder abzubrennen, einschließlich Böller. Die Verbotszone umfasst den gesamten Bereich innerhalb des Cityrings, einschließlich Arnulf-Klett-Platz und Paulinenstraße. Erlaubt sind nur sehr leichte Kinderfeuerwerke wie Wunderkerzen und Knallerbsen, während klassische Silvesterfeuerwerke wie Böller und Raketen verboten sind.
  • Tübingen In Tübingen ist das Zünden von Böllern in der Altstadt während der Silvesternacht verboten. Dies wurde durch eine öffentliche Bekanntmachung am 11. November 2025 festgelegt, die das Abbrennen von Feuerwerkskörpern der Kategorie 2 (Kleinfeuerwerk) in bestimmten Bereichen, einschließlich der historischen Altstadt, untersagt. Zudem gibt es ein allgemeines Verbot für Feuerwerk in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern und anderen brandempfindlichen Gebäuden. Verstöße können mit Geldbußen von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.
  • Reutlingen In Reutlingen, gilt das Böllerverbot für die Silvesternacht 2025/26 in der Altstadt. Die Stadt hat das Zünden von Böllern und Raketen dort untersagt, um den Schutz und die Erhaltung der historischen Altstadt zu gewährleisten. Dies wurde auf einen Brand im vergangenen Jahr zurückgeführt, der die benachbarten Gebäude beschädigt hat. 

Diese Liste wird zeitnah ergänzt, sobald weitere Städte ihre Regelungen veröffentlichen. So behalten Hundehalterinnen und Hundehalter den Überblick, wo es an Silvester ruhiger bleibt.

Was können Besitzerinnen und Besitzer tun, um Tieren die Silvester Zeit zu erleichtern?

Frau Seeger weist darauf hin, dass Angst eine gute, gesunde Reaktion ist, mit der die Natur alle Säugetiere, Menschen ebenfalls, ausgestattet hat. Wenn es plötzlich knallt, erschrecken wir uns, reagieren mit Stresshormonen, wollen fliehen, erklären uns den Grund und entspannen uns. Tiere können nicht einordnen, woher der Knall kommt, ob aus dem Fernseher, von einem Gewitter oder eben von einem Böller. Aus diesem Grund geraten sie in Panik. Wenn sie nicht fliehen können, suchen sie Schutz.

Menschen können den Tieren helfen:

  • In dem sie ihnen ein starker, verlässlicher Partner sind
  • Keine Angst zeigen und vielleicht negative Emotionen verstärken
  • Sie sollen möglichst viel Ruhe und Sicherheit bieten

Bild: Copyright: Nadine Seeger

Woran erkennen wir das Hunde Angst haben?

Hunde die sich fürchten zittern meist, hecheln stark oder jaulen laut. Oft verstecken sie sich an einem Ort den sie für sicher halten, hören auf keine Befehle ihrer Besitzer und(oder laufen rastlos herum.

Was tun verständige Besitzer in dem Fall?

Ein Tier, dass durch Lärm an Silvester, bei Gewitter oder einer Exploitation in diesen Zustand geraten ist, darf, so die Hundetrainerin, auf keinen Fall allein gelassen werden. Die Bezugsperson sollte ihm beruhigend und fest über den ganzen Körper, besonders dem Maul und den Ohren, streicheln. Denn diese Körperteile sind bei Hunden direkt mit dem limbischen System verbunden, das das Stress und Angst mindernde Hormon Oxytocin ausschüttet und den Herzschlag und die Atmung verlangsamen kann.

Hilfreich ist es dem Tier buchstäblich, mit unserem Körper einen schützenden Halt zu geben. Wenn der Hund sich in Stresssituationen nicht gerne halten lässt, kann man ihn mit Körperbandagen oder einem engen Shirt speziell für Hunde, oder speziellen Ohrstöpseln und Kopfhörern an eine solche Situation zu gewöhnen.

Wenn die Erfahrung zeigt, dass sich der Hund beispielsweise in der Badewanne am Sichersten fühlt, kann man ihm den Zugang zur Badewanne, in der eine gemütliche Decke und/oder Hundespielzeug das er liebt, wartet, die Silvesterzeit erträglicher machen.

Welche Beruhigungsmittel sind zu empfehlen?

  • Das Aromaöl Lavendel
  • Das künstlich hergestellte Pheromon Adaptil, eine Nachahmung des Duftstoffes, den Weibchen beim Säugen absondern und der auf Welpen beruhigend und besänftigend wirkt
  • Klassische Musik beruhigt und dämpft die Geräusche von außen
  • Zugezogene Rollos und Vorhänge ebenfalls.
  • Eine gemütliche Ecke im Keller bietet Schutz, besonders wenn das Tier dort nicht alleine bleibt.

Ein außergewöhnlicher Ratschlag.. Eierlikör

Ein Schluck Eierlikör für den Hund?

Ängstlichen Tieren etwas Alkohol zur Entspannung zu geben, sei zwar umstritten, aber wirksam, erklärt Nadine Seegers. Eierlikör deshalb, weil Hunde es gern süß mögen. Es ist wie beim Menschen: Die Dosis macht das Gift.

Für Hunde gibt es eine Formel: Menge (ml) = Gewicht (kg) x Faktor x 100 geteilt durch Alkoholprozent.

Bis 25kg ist der Faktor 0,4, bei 26 bis 50kg 0,3 und bei über 50kg 0,2. Der Alkoholgehalt von Eierlikör zum Beispiel liegt bei etwa 20 Prozent.

Ein 15 Kilo schweren Beagle dürfte demnach 30 Milliliter Likör, das sind eineinhalb Schnapsgläser voll, über mehrere Stunden, bis etwa eine Stunde vor Mitternacht, gegeben werden.

Ist bei Lärmstress ein vom Tierarzt verschriebenes Beruhigungsmittel zu empfehlen?

Die Hundetrainerin gibt zu bedenken, das diese Präparate das Tier zwar ruhig stellen, ihm aber die Panik nicht nahmen. In ihren Augen sieht sie das für den Hund als Folter an, denn das Tier spürt bei vollem Bewusstsein, die gleiche Angst, kann den Stress nicht ausdrücken, weil der Körper lahmgelegt ist.

Etwas überspitzt formuliert raten sie den Hundehalterinnen und -haltern, den Jahreswechsel, immer wieder mit ihrem angesäuselten Hund im Arm bei klassischer Musik im Keller zu verbringen?

Lachend bestätigt sie, mit der Einschränkung, dass jeder sein Tier konsequent durch Desensibilisierung und Konditionierung. auf die Situation vorbereitet kann.

Die Tiere können im Laufe des Jahres langsam an die für sie so belastenden Geräusche gewöhnt werden und lernen, wie sie aus Stress herauskommen und entspannen können.

Für Hundebesitzer mit geräuschängstlichen Tieren sollte ein solches Training für den nächsten Jahreswechsel und das nächste Unwetter ganz oben auf der Liste der guten Vorsätze für 2023 stehen.

Wie funktioniert eine Desensibilisierung?

Dem Hund wird in kleinen, gut dosierten Einheiten ein Auslöser vorgesetzt. Dazu kann man zum Beispiel eine Geräusche-CD benutzen und mit einem leiseren Knallgeräusch anfangen, das das Tier aushalten kann, ohne in starke Angst zu verfallen. Nach und nach wird der Reiz erhöht, um dadurch den Hund an den Auslöser zu gewöhnen.

Oder man baut mit dem Hund eine Übung auf, ein Spiel, das ihm großen Spaß macht. In dieses Spiel fügt man ein angstauslösendes Geräusch ein. Anfangs ganz leise. Der Hund soll das Geräusch zwar wahrnehmen, aber ohne Angst weiter aktiv bleiben. Allmählich lässt man das Geräusch dann immer "näherkommen". Wenn der Hund Angst zeigt und das Spiel unterbricht, ist man zu weit gegangen.

Es sollte zusätzlich geprüft werden, ob das Tier zusätzlich auf Brandgeruch reagiert, der mit Feuerwerk verbunden ist. "Hier kann ebenfalls", so Nadine Seeger, "eine Desensibilisierung nötig sein."

Ist eine Konditionierung dasselbe?

Bei der Konditionierung geht es darum, dem Tier beizubringen, sich auf ein bestimmtes Signal hin zu entspannen. Das kann bei jeder Art von Angst, zum Beispiel auch vor dem Alleinsein, eine große Hilfe sein. Dazu sollten Hundehalter ein gutes Hundetraining buchen, in dem gemeinsam die richtigen Schritte entwickelt und nach und nach angepasst werden.

Was ist an Sylvester beim Gassi gehen zu beachten?

Grundsätzlich sollte man jeden Hund um die Silvesterfeiertage draußen ohne Ausnahme anleinen oder zusätzlich mit einem Geschirr sichern. Zum Lösen nur kurze und bekannte Strecken gehen, möglichst bei Tageslicht. Der Hund sollte tagsüber ausgelastet werden, damit er müde und ausgeglichen ist. Das kann man im Haus mit Schnüffel- und Suchspielen erreichen.

Der Hundehalter Notruf von Nadine Seeger stellt sich vor

Das ist Nadine Seeger

Nadine Seeger ist Hundetrainerin. Seit rund vier Jahren betreut sie mit ihrem Team rund 30 Hunde am Tag. Die von der Tierärztekammer Schleswig-Holstein zertifizierte Verhaltensberaterin für Hunde kennt die Feinheiten der Rudeldynamik und Hundesprache genau.

Ihre besondere Spezialisierung sind Hundeberufe. Sie geht davon aus, dass alle Hunde eine Beschäftigung, einen Beruf brauchen, da ursprünglich Hunde nicht nach dem Aussehen, sondern nach ihren Fähigkeiten gezüchtet wurden. Werden diese Fähigkeiten und der Wunsch, Menschen zu helfen vernachlässigt, können bei Hunden problematische Verhaltensweisen auftreten.

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