Die Funktionsweise eines Trocknerballs

Sehen wir uns zunächst einmal an, was die Noppenbälle in der Wäsche bewirken sollen. Wenn es nach den Produktbeschreibungen und Aussagen in der Werbung geht, helfen die Bälle beim Sparen, sie "soften" die Textilien und sollen sogar für Allergiker nützlich sein, da Waschmittelreste besser damit entfernt werden.

  • Durch die Noppen soll die Wäsche weicher werden, ohne dass man Weichspüler braucht. Allerdings sorgt ein Wäschetrockner von Haus aus für angenehm weiche Handtücher und Kleidungsstücke - der Trocknerball müsste demnach beinahe paradisische Zustände bewirken.
  • Der nächste Punkt ist Energieersparnis durch kürzere Trocknungszeiten: Die Bälle sorgen für eine bessere Luftzirkulation zwischen den einzelnen Textilien, weshalb sie nicht ganz so lange brauchen, bis sie trocken sind.
  • Einige Bälle sind auch für die Reinigung geeignet, was bedeutet, sie kommen zusammen mit der Schmutzwäsche in die Waschmaschine sorgen durch ihre Form für einen mechanischen Reinigungseffekt - also eine Art Waschbrett, nur weicher.

Sehen wir uns zunächst einmal an, was die Werbung dazu sagt:

Keine Wunder zu erwarten

Wie sieht die Realität aus? Vor allem wenn es um die Wirkung im Wäschetrockner geht, sind die Ergebnisse eher ernüchternd. Die Wäsche wird auch nicht wirklich weicher, oder nur ganz minimal. Die Trocknungszeiten bleiben in etwa gleich – das kommt auch immer darauf an, wie voll der Trockner ist. Je mehr Wäsche man hineinpackt, um so länger dauert es natürlich, und da man selten immer exakt die gleichen Kleidungsstücke in einer Ladung trocknet, ist es sehr schwierig, hier zu vergleichen. Bei kleineren Mengen kann es schon sein, dass diese ein paar Minuten schneller fertig sind.


Bei empfindlichen Textilien kann es passieren, dass sie sich schneller abnutzen. Es ist auch möglich, dass Modelle mit härteren Noppen unschöne Dellen im Inneren des Trockners verursachen. Das sollte man ebenfalls bedenken, bevor man sie in den neuen, teuren und empfindlichen Wäschtetrockner gibt.

Trocknerbälle machen einen Höllenlärm!
Ein großes Minuspunkt ist das Geräusch, beziehungsweise der Lärm, den die Bälle verursachen. Zwar bestehen sie nur aus weichem Gummi, doch klingen poltern sie viel zu laut in der Trommel. Je weniger Wäsche sich im Trockner befindet, um so lauter werden die Schlaggeräusche und es hört sich im schlimmsten Fall so an, als würde man Schuhe trocknen. Das ist weder für einen selbst noch für die Nachbarn angenehm - ich weiß, wovon ich rede, ich war einst eine betroffene Nachbarin. 

Dampf-Trocknerbälle - sinnvoll oder Blödsinn?

Das witzigste Versprechen liefern übrigens die Hersteller von Dampf-Trocknerbällen. Damit soll sich sogar das lästige Bügeln verhindern lassen! Die Kugeln sind weniger stark genoppt, dafür befinden sich winzige Öffnungen darin. Man soll einfach heißes Wasser hineinfüllen und die vollen Kugeln zur nassen Wäsche in den Trockner geben. Durch die Wärme verdampft das Wasser und diese heiße Luft soll die Wäsche glätten. Wer auch nur ansatzweise die Funktionsweise eines Wäschetrockners kennt, dürfte dabei schnell seine Zeifel bekommen und den SInn dieser Dampf-Bälle in Frage stellen.

Trocknerbälle sind gut für Federkissen

Einen kleinen Pluspunkt gibt es aber dennoch: Daunenkissen tut es gut. Sie knüllen normalerweise immer etwas und kommen manchmal als unförmiger Klumpen aus dem Trockner – je nach Alter und Qualität der Federn. Gibt man einen Trocknerball mit hinein, werden sie nicht so stark verknüllt – allerdings kann man für diesen Zweck auch zwei Tennisbälle verwenden, falls man welche zu Hause hat.
Manche Trocknerbälle sind gleichzeitig als Waschbälle geeignet und kommen mit in die Waschmaschine. In diesem Fall sieht es mit der Wirkung schon besser aus - sie tragen tatsächlich zur Reinigung bei und können so einiges an hartnäckiger Verschmutzung entfernen. Aber auch in der Wäschetrommel veranstalten sie einiges an Krach, je nach Füllmenge.
Ob tatsächlich das Waschmittel dadurch gründlicher aus der Kleidung entfernt wird (durch die Reibung), lässt sich nicht so leicht feststellen, das müsste von Fachleuten getestet und gemessen werden.

Die Preise für Trocknerbälle:

Die günstigsten gibt es schon im Zweierpack für knapp 6 Euro, allerdings kann es hier passieren, dass sie relativ schnell kaputtgehen, oder – besonders bei heißen Trocknungseinstellungen – die Wäsche einen muffigen Kunststoffgeruch annimmt.
Aber auch bei Bällen in höheren Preislagen (über 10 Euro für zwei Stück) kann es passieren, dass sich schon nach wenigen Malen Verwendung erste Noppen lösen, sich ein Ball mit Wasser füllt (wg. Beschädigung) oder die Wäsche stinkt. Bei der Qualität sind so ziemlich alle gleich, hier ist es leider nicht zwingend so, dass die teuren auch die besten sind. Wer die Bälle einfach mal ausprobieren möchte, kann auch ein No-Name-Produkt bei Kik oder ALDI verwenden, dort werden sie zum Teil schon für unter 3 Euro angeboten.
Einen perfekten Ball gibt es leider noch nicht, der muss wohl erst noch entwickelt werden.

Grace, am 25.02.2015
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