Eine Großstadt bietet mehr

In Berlin eröffneten in den vergangenen Jahren mehrere vegetarische Restaurants. Sie bilden eine Ergänzung zu den Supermärkten, die mehr als nur fleischlose Nahrungsmittel anbieten. Eine Liste der besten Restaurants finden Sie hier:

http://www.top10berlin.de/de/cat/essen-267/vegane-und-vegetarische-restaurants-1334

Vegetarismus ist eine Lebenseinstellung. Sie bedeutet mehr als nur fleischlose Ernährung. Vegetarier leben bewusster, wollen die natürliche Umwelt bewahren und achten Tiere als Lebewesen mit eigenen Gefühlen.

Welche Angebote bieten Restaurants nun der wachsenden Zahl von Vegetariern und Veganern?

Beim Italiener ist diese Frage angesichts von Pasta und Pizza noch relativ einfach zu beantworten. Auch die griechische Küche bietet eine große Auswahl an fleischlosen Gerichten.

Mexikanische Restaurants sind bekannt für ihre üppigen Portionen an Rindfleisch. Doch nicht nur! Auch Teigrollen, gefüllt mit gedünstetem Gemüse, dazu Reis und Salat satt finden sich oft im Angebot. Eine mehr als ausreichende Offerte für die Anhänger fleischloser Kost.

Doch bei vielen Restaurants scheinen sich die Klischees hartnäckig zu halten. Vegetarier sind Salatesser, mehr brauchen sie nicht. Vielleicht noch eine Backkartoffel mit Quark als Alternative. Mehr ist auf so mancher Speisekarte nicht zu finden. Hier besteht akuter Nachholbedarf.

Kochen ist auch kreative Gestaltung, nicht nur das stupide Zubereiten von Gerichten. Restaurants mit ansprechenden vegetarischen oder gar veganen Angeboten erweitern immerhin auch ihren Gästekreis und binden mehr so Stammgäste. Doch es scheint, viele Gastronomen haben dies gar nicht nötig.

Vegetarier haben also durchaus noch eine, wenn auch begrenzte, Auswahl, wenn sie ein Restaurant besuchen.

Für Veganer, die jede tierische Nahrung ablehnen, tendiert die Auswahl dagegen gen Null. Sie sind in der Planung der Küchenchefs schlicht nicht als Gäste vorgesehen.

Vegetarier auf der Autobahn

Große Raststätten an den Bundesautobahnen bieten inzwischen ein begrenztes Angebot an vegetarischen Speisen an.

Mau sieht es dagegen bei den kleineren Raststätten aus. Vielleicht ein Käsebrötchen, ein wenig Salat in einer Plastikbox, oft war es das.

Vegetarier zählen als Gäste immer noch nicht zu den lohnenden Zielgruppen der Autobahnraststätten. Davon zeugen auch so manche ungläubigen oder sogar ablehnenden Bemerkungen der Mitarbeiter.

Und auch hier: Veganer existieren als mögliche Gäste in der Vorstellung der Betreiber überhaupt nicht.

Sieht es in Hotels besser aus?

Große Hotelketten wie Best Western offerieren ihren Gästen ein reichhaltiges Frühstück, das auch Vegetarier zufrieden stellen dürfte.

Auf dem Bufett der kleineren Hotels dagegen findet sich meist nur das Standardangebot an Eierspeisen, Käse und vielleicht noch Müsli.

Tipp: Weisen Sie bei Ihrer Hotelbuchung darauf hin, dass Sie Vegetarier sind und fragen Sie nach dem entsprechenden Angebot für Sie.

Tipp: Es gibt auch rein vegetarische und vegane Hotels, die sich auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe spezialisiert haben. Hier zwei Links dazu:

http://www.veggie-hotels.de

http://www.biohotels.info/de/content/merkmale/100-vegetarisch

 

Fazit

Vegetarier haben heute eine deutlich größere Auswahl als noch vor einigen Jahren. Neben vegetarischen Hotels und Restaurants bekommen sie auch in "normalen" Gastronomiebetrieben und Herbergen ein begrenztes Angebot.

Sie sind keine Gäste zweiter Klasse. Sie sind eher die Exoten. Auf inzwischen 10% der Bevölkerung können Hotels und Restaurants eben nicht mehr als Kunden verzichten. 

Die 1% Veganer existieren dagegen für die deutsche Gastronomie und Hotellerie als Zielgruppe immer noch nicht. Sie werden weiterhin konsequent ignoriert.

Fotos: pixabay.com

Autor seit 2 Jahren
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