Das Singledasein ist cool und lässig

Die Medien präsentieren uns tagtäglich das Bild eines entspannten Singles, der das Leben in vollen Zügen auskostet. Sein Leben ist aufregend, weil er abends noch nicht weiß, neben wem er morgens aufwacht. Verantwortung braucht er keine zu übernehmen. Seine Freizeit kann er gestalten, wie er möchte und mehr Geld hat er auch zur Verfügung.

Fernsehserien, die dieses Singlebild zeigen, sind ziemlich beliebt, zum Beispiel "Sex and the city". In dieser Comedyserie spielt eine Clique von vier Single - Frauen, die sich hauptsächlich über ihre Männerbekanntschaften austauschen, die Hauptrolle. Die Männer bleiben in der Regel nur kurzzeitig. Die Serie lief bis 2004. Im Moment wird  die Fernsehserie "Two and a Half Man" sehr geliebt. Die Hauptrolle spielt dort ein alleinstehender Mann, der sich wegen schlechter Erfahrungen aus der Kindheit mit seiner dominanten Mutter, nicht an eine Frau binden will und unter Bindungsangst leidet.

Auf den ersten Blick klingen die Freiheiten, die jemand hat, der alleine lebt, gut. Allerdings ist es auf die Dauer anstrengend immer wieder neu auf Partnersuche zu gehen. Das Spiel fängt wieder von vorne an, erst aufregendes Kennenlernen, dann die große Verliebtheit und danach ist schon Schluß. Viele Alleinlebende leiden unter der Angst sich zu binden.

An Bindungsangst scheitern viele Beziehungen

Viele Singles wollen sich nicht festlegen auf einen Partner. Die Suche nach dem perfekten Partner führt sie schnell wieder auf die Datingportale im Internet, diese suggerieren, dass es eine große Auswahl an potentiellen Lebenspartnern gibt. Manche gehen sogar so weit, dass sie sich noch in einer Beziehung lebend, Ausschau nach anderen Suchenden halten.

Hinter diesem Muster steckt eine Angst vor Nähe und Verlustangst. Die Betroffenen wünschen sich eine Partnerschaft, fliehen aber wenn es enger wird. Häufig schon nach der ersten Verliebtheitsphase, ein Wir - Gefühl löst in ihnen Panik aus. Der Rückzug kommt für den Anderen oft sehr plötzlich. Treffen werden öfter abgesagt, es wird schnell genörgelt, auch bei Kleinigkeiten. Einige beschäftigen sich intensiv mit der Frage, ob sie wirklich verliebt sind und ob es für eine Beziehung reicht.

Während manche schon nach wenigen Wochen eine Trennung wollen, trennen sich andere erst, wenn es darum geht, sich eine gemeinsame Zukunft aufzubauen.

Eigentlich sind beide Geschlechter gleich stark von Bindungsangst betroffen. Bei dem Thema gemeinsame Zukunft, sind es aber eher die Männer, die sich zurückziehen. Männer wollen sich häufig erst in ihren 40 ern fest binden und etwa eine Familie gründen. In diesem Alter ist in der Regel die biologische Uhr von Frauen schon abgelaufen. Frauen sind aus diesem Grund schon früher auf der Suche nach einer festen Partnerschaft. Das schlägt allerdings viele Männerbekanntschaften in die Flucht. 

Die Ursachen für Angst vor Nähe und Verlustangst liegen in der Vergangenheit.

Die Ursachen für Bindungsangst liegen in der Kindheit

Es gibt bindungsängstliche Menschen, die sehr gut in Fernbeziehungen oder getrennten Wohnungen leben können. Ist dieses Lebensmodell von beiden Partnern gewünscht, können daraus lange und glückliche Beziehungen werden. Die Betroffenen haben eine Lösung für ihre Problematik gefunden.

Bei einigen Menschen kommt es jedoch gar nicht erst zu einer längeren Beziehung, auch wenn der Wunsch danach besteht.

Bindungsgestörte haben oft Trennungen einer Bezugsperson, etwa durch Scheidung erlebt. Damit es nicht zu einer Scheidung kommt, verhindern sie schon die Hochzeit. Einige haben eine insgesamt gestörte Eltern - Kind - Beziehung erlebt, die nicht selten mit Misshandlung oder Vernachlässigung einher geht. Wenn diese Erlebnisse nie aufgearbeitet werden, kommt es im Erwachsenenalter zu einer Angst vor Bindung. In diesem Fall ist eine professionelle Psychotherapie ratsam. 

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