Aktuelle Daten zur Eröffnung der Skisaison

Alle Jahre wieder eröffnet die Sierra Nevada zum 1. Dezember ihr Skigebiet.  Genug Schnee herrscht meistens  da oben, denn wenn es unten, an der Costa del Sol, reichlich regnet, dann weiß man: Oben auf 3.300 Metern kommt es als Schnee herunter bei minus 8 Grad Celsius. Zudem sind die Pisten so ziemlich nach Nordost ausgerichtet. Es ist übrigens nicht nur Europas südlichstes, sondern auch höchstes Skigebiet, das 1964 in Betrieb genommen wurde und auch schon Weltskicuprennen, Skiweltmeisterschaften, wie auch die Skicross-WM zu Gast hatte. Noch ein paar beeindruckende Daten: Der Höhenunterschied von der Talstation Pradollano bis zur obersten Bergstation Borreguiles  beträgt 1.200 Meter. Geöffnet ist das Skiparadies dann meist bis zum 1. Mai.

Sierra Nevada in Zahlen

Hängt man alle 124 Pisten aneinander, so ergäbe sich eine Gesamtlänge von über 105 Kilometern.

Pisten:  Skilifte:

17 grüne: sehr einfach 2 Kabinenlifte

40 blaue: einfach 15 Sessellifte

53 rote: schwierig 5 Schlepplifte

7 scharze: sehr schwierig Befördern zusammen:

Längste Piste: 6,2 Kilometer 48.200 Personen pro Stunde

Außerdem:

15 Skischulen

Ausleihmöglichkeiten aller Skisportgeräte und -Zubehör

2.650 Stellplätze in Parkhäusern und noch einmal 100 Außenparkplätze

55 Plätze für Caravans

2 Kindergärten und ein Kinderpark im Schnee "Dream Land"

Pistenplan (Bild: Cetursa Sierra Nevada S.A.)

Schneeparadies in milder Luft

Hier die eigene Erfahrung: Zum einen gibt es – außer an den großen Feiertagen - keine langen Wartezeiten an den Liften, die Zahl der Beförderungen zeigt es: Es werden durch die Kabinen der zwei Parallelbahnen je vier Insassen pro Kabine hochgeschaufelt, es gibt sogar Sechsersessellifte, so dass man zum Glück länger Skifahren als warten und auffahren muss. Und diese Sessellifte mit mehreren zusammen gewürfelten Wintersportlern sind kommunikativ! Man kann wunderbar seine Spanischkenntnisse anwenden. Die Tageskarte ist auch günstig mit 40 Euro und für 9 Euro erhält man in den Berghütten gutes Essen, eben in mediterraner Qualität.

 

Andalusier können auch Skifahren

Als wir mit einer Freundin das erste Mal dort waren und ich mit geliehenen Skischuhen nicht klar kam mit der letzten Schließe, da kam hilfsbereit gleich ein Einheimischer aus Granada, ein Granadeño, auf mich zu und half mir. Danach gab Antonio außerdem unseren privaten Skiführer und zeigte uns, wie man die vielen Pisten sinnvoll aneinanderhängt, um noch mehr als nur eine 6km-Abfahrt zusammen zu bringen! Das sind halt die charmanten Andalusier! 

 

Auf Spaniens zweithöchstem Berg

Für den direkten Blick zum Meer bei der sonst atemberaubenden Panoramasicht muss man allerdings mit den Skiern ein paar Meter hochsteigen - aber es lohnt sich! Man ist dann nicht etwa auf der Flanke vom Mulhacen, der mit 3.482 Metern nicht Spaniens höchster Berg ist, sondern nur auf dem der höchsten des spanischem Festlands, um genau zu sein. Der Superlativ der höchsten Bergspitze gebührt nämlich mit 3.718 Höhenmetern dem Teide auf Teneriffa.

Was die Sierra Nevada so einmalig macht, und das begeisterte mich: Die Luft auf der Haut im Gesicht ist viel milder als in den Alpen, sie sticht nicht so erbarmungslos. Das wollte mir mein Bruder nicht glauben, bis er selbst aus Bayern angereist kam und es auf der eigenen Haut spürte.

Durch die gute Pistenpflege habe ich mir auch angewöhnt, oft erst im Februar vormittags mit einer Halbtageskarte bis 14 Uhr die Hänge unsicher zu machen, dann herrscht noch herrlicher Firn. Dann ab zum Speisen und danach zum Aprésski in Pradollano in 2.100 Metern oberhalb Granadas abschwingen. Aprésski bei den charmanten Andalusiern muss unbedingt sein! Aber meine Freunde und ich gehen dazu nicht in die zahllosen Hotelbars, sondern in eine der kleinen Tapasbars in den kleinen Seitenstraßen, wo sich die Skilehrer treffen.

Granada

 

Übernachtung

Es gibt viele und gute Hotels und Pensionen der unterschiedlichsten Preiskategorie an der Talstation Pradellano. Aber zu empfehlen ist von der authentischen Athmosphäre her unbedingt Wohnen im Albacin, der malerischen Altstadt von Granada (siehe Foto). Man übernachtet dort billiger, unter Einheimischen, kriegt so viel mehr mit von dieser Perle unter den Städten Andalusiens, wenn man schon in der Nähe ist. Bis zu den Pisten sind es dann nur 32 Kilometer auf gut ausgebauter Bergstraße. Und herrscht dann mal dichtes Schneetreiben oben am Berg, das einem die Abfahrten erschwert, dann kann die Besichtigung der Alhambra auf dem Plan stehen.

 

Auf der Sierra Nevada, Andalusien

Auf der Sierra Nevada, Andalusien (Bild: Cetursa Sierra Nevada S.A.)

Nicht nur Ski und Snowboard gut

Die Sierra Nevada kann auch mit einer 550 Meter langen Rodelbahn aufwarten mit zahlreichen Kurven und verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Kinder müssen aber mindestens 8 Jahre alt sein für dieses Vergnügen auf dem Zweimannschlitten.

150 Meter lang ist die Snowtubingbahn, auf der man mit luftgefüllten Reifen hinunter saust. Das dürfen dann schon Kinder ab 5 Jahren.

Dann gibt es noch eine ökologische Eisbahn, ja richtig gelesen: Da wird nicht mit Riesenenergieaufwand Eis kalt gehalten, sondern spezielle Kunststoffplatten bilden den Untergrund, auf denen man auf Kufen herumsausen kann.

In Kanada kennt man es schon lange, jetzt kann man es auch in der Sierra Nevada tun: Eine Wanderung auf Schneeschuhen unternehmen gegenüber den Skipisten. Unter professioneller Führung lernt man dabei auch jede Menge über die Fauna und Flora des Gebiets. Deshalb ist die Sierra Nevada auch im Sommer ein begehrtes Wandergebiet.

Bildnachweis: Sierra Nevada S.A-Prensa, Helga Niestroj

Arlequina, am 01.12.2012
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Bildquelle:
Johannes Philipp (Spanien - Paradies für Geier)

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