Wo werden Rettungshunde eingesetzt?

Rettungseinsätze der Bundeswehr, des technischen Hilfswerkes, der Polizei des Malteser Hilfsdienstes oder der Feuerwehr machen oft zusätzliche Spezialeinsätze erforderlich. Wenn es darum geht flächendeckend nach Personen zu suchen oder Verletzte unter Trümmern zu orten und zu bergen, wird oft die Rettungshundestaffel des DRK zur Hilfe gerufen.

Katastrophenschutzübungen sind wichtig, weil nur so die organisationsübergreifende Zusammenarbeit geprobt werden kann. "Der Verletzten irgendwo da draußen im Wald muss sich darauf verlassen können, dass die Helfer einwandfrei zusammenarbeiten", erläutert er.

Im Jahr 2002 wurden, um einen reibungslosen Hilfseinsatz zu garantieren, die Rahmenrichtlinien für die Rettungshundearbeit überarbeitet.

  • Sie sollen einen reibungslosen Einsatzablauf gewährleisten
  • Den anfordernden Behörden bzw. Organisationen eine qualitative Rettungshundearbeit garantieren
  • Zuständigkeitsprobleme von Beginn an vermeiden
  • Neutralitätsgebot unter den Staffeln gewährleisten

Wer beauftragt eine Rettungshundestaffel?

Die Rettungshundestaffel wird, um einen geordneten Ablauf der Rettungshundearbeit zu gewährleisten, von der Polizei oder der Feuerwehr über eine Leitstelle angefordert.

Im Zollernalbkreis kommen primär die im Bereichsplan des DRK-Kreisverbandes Zollernalb aufgenommenen Staffeln des Malteser Hilfsdienstes Rottenburg, des Arbeiter-Samariter-Bundes und des DRK-Kreisverbandes Sigmaringen (Stand Dezember 2003) zum Einsatz. Die Rettungshundearbeit ist Teil des Sanitätsdienstes. Die Kreisbereitschaftsleitung des DRK-Kreisverbandes Zollernalb (KBL) wird gleichzeitig mit der Anforderung einer Rettungshundestaffel alarmiert.

Horst-Peter Kaluscha ist Leiter der Rettungshundestaffel des DRK- Sigmaringen. Er gibt Auskunft über die praktischen Voraussetzungen von Mensch und Hund.

Herr Kaluscha, stellen sie uns kurz Ihre Rettungshundestaffel vor?

Die Rettungshundestaffel Sigmaringen wurde 1980 gegründet. Es stehen einige einsatzfähige Teams (Team =Führer und Hund) zur Verfügung. Bisher wurden zahlreiche Sucheinsätze und Alarmierungen (Gasexplosion, Vermissten Suche) im Inland (Einsatzgebiet Bodensee-Kreis, Landkreis Ravensburg, Landkreis Sigmaringen, Zollernalbkreis, Landkreis Tübingen) und einige Einsätze im Ausland in Süditalien, Nordjemen, Stavatal/Italien, Türkei von uns gefahren. Es stehen verschiedene Hundeführer mit ihren Hunden in Ausbildung. Die schon einsatzfähigen Teams werden ständig von uns weitergeschult.

Alle aktiven Mitglieder der Rettungshundestaffeln, Hundeführer*Innen und Helfer, sind ehrenamtlich und unentgeltlich tätig. Um unsere Mitglieder und ihre Hunde bestmöglich für den Dienst am Menschen -Tag und Nacht uneigennützig Leben zu retten-, auszubilden, bedarf es vieler Ausgaben. Es muss zum Beispiel der Unterhalt für Staffelheim und Übungsgelände, Beschaffung und Erhalt von Ausrüstung, Bekleidung und Einsatzfahrzeugen, laufende Unkosten finanziert werden. Die Rettungshundestaffeln können durch Einzelspenden, eine Fördermitgliedschaft oder als aktives Mitglied unterstützt werden.

Welche Hunde kommen generell zum Einsatz?

Der Hund sollte mittelgroß sein. Zu kleine Hunde könnten im größeren Team, zum Beispiel um ein Gelände zu durchkämmen, nicht Schritt halten. Für einen Trümmereinsatz sind auch kleine Hunde wertvoll. Sie müssen gerne arbeiten, gehorsam sein und nicht nervös oder schreckhaft reagieren. Auf jeden Fall brauchen sie eine gute Nase.

Welche Ausbildungsanforderungen werden an die Helfer gestellt?

Der Hundeführer sollte gut zu Fuß, körperlich und seelisch belastbar und bereit sein auch nachts oder bei widrigen Witterungsverhältnissen zum Einsatz zu gehen. Er verpflichtet sich zu einer regelmäßigen Ausbildung und Training mit seinem Hund in der Rettungshundestaffel. Selber nimmt er an der theoretischen Ausbildung in Erster Hilfe, Karten und Trümmerkunde, Kompass, Funk, Einsatztaktik in Fläche und Trümmer teil und absolviert jährliche Prüfungen um im Ernstfall Einsatzfähig zu sein.

Wie werden die Teams ausgebildet?

Das Beste ist, wenn das Team, Hund und Mensch von klein auf gemeinsam ausgebildet werden. Sie müssen in außergewöhnlichen Situationen aufeinander eingespielt sein und das ist nur dann der Fall, wenn sie sich lange kennen und einander vertrauen.

Die Belohnung für den Hund ist immer, dass der Hundeführer sich ausgiebig mit ihm beschäftigt, mit ihm spielt. Denn Zuwendung ist für das Tier die höchste Form von Anerkennung. Es bedeutet: kennenlernen, erfassen, Aufgaben lösen, Spaß haben, mal gucken was passiert wenn...

Menschen die auch gerne "spielen" sind als Betreuer bei der Hundestaffel am richtigen Ort. "Hilf", oder "Keine Not" sind Befehle auf die das Tier unverzüglich reagiert. 

Wo wird in Sigmaringen ausgebildet?

Die Übungszeiten und Übungsgebiete sind zukünftig auf der im Aufbau befindlichen Homepage der Rettungshundestaffel zu erfahren.

Momentan können sich Interessenten an den DRK-Kreisverband Sigmaringen wenden.

Es ist gut, für Einsätze gerüstet zu sein, die hoffentlich nie zum Ernstfall werden. 

Rettungshundestaffel der Feuerwehr Mönchengladbach meldet sich einsatzbereit

Für Stephanie Wrann, Holger Matton und ihre Hunde Leopold, Schröder und Milan ging es am 25. Mai 2022 nicht aufs Trainingsgelände, sondern zum Vorstellungstermin der neuen Rettungshundestaffel der Mönchengladbacher Feuerwehr, ins Rathaus Dort meldeten sie den Mitgliedern des Ausschusses für Feuerwehr, öffentliche Ordnung und Katastrophenschutz ihre Einsatzbereitschaft.

Ab sofort können sechs ausgebildete Spürhunde für die Personensuche, Mantrailing genannt, eingesetzt werden. Acht weitere vierbeinige Spürnasen absolvieren zur Zeit die rund zweijährige Ausbildung. Die Rettungshundestaffel ist Teil der Freiwilligen Feuerwehr und dort der Einheit IuK (Information und Kommunikation) zugeordnet.

Die Mantrailing-Teams können dabei helfen, vermisste Personen, verirrte Demenzpatienten, suizidgefährdete Personen oder Menschen, die sich unter Schock von einer Unfallstelle entfernten, aufzuspüren.

Dabei setzen die Tiere ihren außergewöhnlichen Geruchssinn ein. Sie riechen räumlich, erkennen zum Beispiel aus welcher Richtung eine alte Spur kommt und wo die neue hinführt.

 Aufgebaut wird die ehrenamtliche Rettungshundestaffel seit 2019. Von der Pandemie im Trainings- und Prüfungsbetrieb etwas ausgebremst, konnten jetzt die ersten Hunde alle fünf notwendigen Prüfungen ablegen. Trainiert wird acht bis zehnmal im Monat. Außerdem müssen die Tiere alle zwei Jahre ihre Fähigkeiten erneut unter Beweis stellen. 

Übung der Rettungshundestaffel Mönchengladbach

Titelbild

Stellten die neue Rettungshundestaffel der Feuerwehr vor: Feuerwehrchef Dirk Schattka, Holger Matton mit Milan, Stephanie Wrann mit Leopold und Beigeordneter Matthias Engel mit Schröder. (v.l.n.r.) ©Stadt MG

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