(Bild: Christian Knecht)

Das schrägste Musical der Welt

Vor zehn Jahren feierte die spritzige Musical-Komödie am Broadway seine umjubelte Premiere und wird seither nicht selten als "das schrägste Musical der Welt" bezeichnet. Und das vollkommen zu Recht. Denn hier werden Dinge miteinander vermischt die an für sich nichts miteinander zu tun haben. Nun ist Spamalot als Gastspiel aus Zürich am St. Pauli Theater in Hamburg zu sehen. Und auch die Hanseaten wurden bei der Premiere im Sturm erobert. 

König Artus sucht den Heiligen Gral. Doch zunächst einmal benötigt er eine Hand voll Ritter, die ihn bei seiner Suche unterstützen. Allerdings mangelt es ihm sogar an einem Pferd. Das ist aber schnell gelöst. Wozu gibt es den Diener Patsy, der das Pferd treu und ergeben mimt. Er schlägt zwei Kokosnüsse aneinander und ahmt damit das entsprechende Pferdegetrappel nach. Auf ähnlich schräge Art und Weise findet Artus seine Ritter, nämlich Sir Lancelot, Sir Robin, Sir Bedevere und Dennis, welcher kurzerhand in Sir Galahad umbenannt wird.

 

 

Hervorragendes Ensemble und sauber gearbeitete Gags

Regisseur Dominik Flash hat für die turbulente Show ein Ensemble um sich herum versammelt, dem der Spaß deutlich anzumerken ist. Dabei müssen die elf Darsteller ein durchaus anstrengendes Programm bewältigen. Springen sie doch insgesamt in mehr als 70 Rollen, tragen Kostüme die gut durchwärmen, dafür aber auch schon eine Freude an sich sind. Ritterkostüme wie aus einem gut sortierten Mittelalterfundus, Glitter, Flitter und allerlei Buntes. 

Auch musikalisch wird es kunterbunt und abwechslungsreich. Da wird ein magerer kleiner Mönch auf die Bühne geschleppt, springt auf und singt "Ich bin noch nicht tot". Es fällt schwer, die Füße still zu halten, so mitreißend ist die Musik.

Für den klassischen Part gibt es die Fee aus dem See. Die Rolle teilen ich Sandra Studer und Marlen Oberholzer.

Eric Hättenschwiler überzeugt durch Witz, viel Energie und umwerfender Mimik. Wunderbar auch, wenn er von dem "dunklen und vom Bühnenbildner unheimlich aufwendig gestalteten Wald" spricht. Da bleibt kein Auge mehr trocken. Wenngleich das Bühnenbild in der Tat unheimlich liebevoll gestaltet wurde. 

Was weiter folgt sind Showgirls, ein mordendes Kaninchen, fliegende Kühe und ein Happy End. Achja, "Allways Look On The Bright Side Of Life" darf natürlich auch nicht fehlen.

Einzig negativer Kritikpunkt: Das jubelnde Premierenpublikum wurde nicht mit einer Zugabe belohnt.

Spamalot ist noch bis zum 14. September im St. Pauli Theater zu sehen. Ein Besuch ist dringend empfehlenswert.

 

 

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