Eine kleine Einführung zu spanischem Wein - Anbaugebiete und Sorten - Es gibt nicht nur Sangria!

 Torres-BodegaWeinprobe in Spanien

 

 

 

 

  Torres Bodega Weinprobe

 Die Phönizier brachten um 1.100 vor Christus Weinreben nach Süd-Spanien, sie gründeten dort mit Cadiz auch die erste europäische Stadt. Die Römer kannten ebenfalls den Weißwein der Gegend um die Mündung des Guadalquivir herum.

 Wein-Statistik

  1. Frankreich mit circa 46 Millionen Hektoliter ist der Welt größter Weinproduzent,

  2. es folgen Italien mit 43 Millionen und

  3. Spanien mit etwas mehr als 40 Millionen Hektoliter.

Deutschland steht im Vergleich dazu mit acht Millionen Hektolitern Weinproduktion erst an achter Stelle.

Die besten und ergiebigsten Weinanbau-Gebiete liegen im nördlichen Teil Spaniens, das ein ausgewogeneres Klima besitzt. Berühmt sind vor allem Rioja, Navarra und das kleine aber feine Gebiet des Ribera del Duero, dessen Weine schon lange kein Geheimtipp mehr sind, sondern unter Kennern zur Zeit besonders in Mode. In letzter Zeit holen aber in Mittelspanien die La Mancha und Valdepeñas auf. Der Süden ist mehr bekannt für seine süßen, schweren Dessertweine und den Sherry von der Costa de la Luz in Andalusien.

 Am Anfang des Exports standen Torres-Weine

 In Deutschland kannte man zuerst die Weine der Familie Torres. Nicht unwesentlichen Anteil daran hat die Deutsche Waltraud Torres, die in den 60er Jahren in diese berühmte Weindynastie einheiratete und den Familienchef zum Export nach Deutschland überreden konnte. So wurde sogar ein Wein nach ihrem Vornamen benannt. Bis dahin kannten die Deutschen vor allem das Mixgetränk Sangria. Unter Weinkennern galt der Spanische Wein auch lange als billiger Massenwein. Nicht zuletzt durch Torres erlebte der spanische Wein eine Renaissance. Waren es vor Jahren noch der Preis, so ist es heute auch die hervorragende Qualität der spanischen Rotweine, die die Franzosen und Italiener zum Teil in den Schatten stellen können.

Seit dem 17. Jahrhundert besitzt die Familie Torres Weinberge im Peñedes, einem Teil Kataloniens. Schon um 1870 wurde der hier erzeugte Wein nach Europa, Kuba und Mexiko exportiert. 1962 trat Miguel Torres in die Bodega seines Vaters ein. Sein Wissen über Weinbau hat er an der Universität Dijon, der Hauptstadt Burgunds erworben. Deshalb kommen seine Rotweine den französischen Erzeugnissen sehr nahe. "Wein", so philosophiert Torres, "ist eine lebende Materie". Er gilt in seiner Branche als Perfektionist, der immer nach der Vollkommenheit des Weines sucht. Die Arbeit dürfe seiner Meinung nach nie zu Routine werden, man müsse ständig mit neuen Ideen experimentieren, forschen und entwickeln, um einen großen Wein vorzustellen. Man erhält seine Weine zwar in Supermärkten, ja sogar Tankstellen, aber sie gehören nicht zu den Ein-, Zwei-Euro-Billig-Weinen. Torres sind auch zahlreiche technische Innovationen zu verdanken. Er war der erste, der in Spanien die Temperatur geregelte Gärung in Edelstahltanks einführte.

 Cava - der spanische "Champagner"

Champagner darf er sich nicht nennen, der spanische Schaumwein, besser bekannt unter der Bezeichnung Cava. Dagegen protestierten die französischen Winzer aus der Champagne mit dem Hauptsitz Reims. So steht halt der Zusatz "metodo tradicional" auf dem spanischen Sekt hoher Güteklasse. In Deutschland kennt man vor allem die Marken von Freixenet und Rondel und schlürft gern die halbsüßen Erzeugnissse, besonders zu Silvester. Doch fährt man auch mit preisgünstigeren, trockenen, immer häufiger auch biologisch ausgebauten Cavas aus den bekannten Supermärkten Mercadona und Carrefour immer gut. Cava ist übrigens das Wort für "Höhle", also Bodega, Keller, in denen der Wein lagert.

 

Spanischer Rotwein

Rotwein Sherryfässer

 und

Sherry

aus

Spanien

haben einen

guten

Ruf

Sherry

Die Engländer waren es, die den Sherry weltweit bekannt machten und noch heute die größten Verbraucher sind. Viele englische Handelsfamilien gründeten Sherry-Kellereien in Jerez oder kauften sich in alte Familien ein. Deshalb tragen viele bekannte Marken englische Namen wie Sandeman, Williams & Humbert, Garvey, Osborne. Der trockene Sherry mit seiner goldgelben Farbe ist als Aperitif besonders beliebt und wird aus der hellen Palomino-Traube und drei aufeinanderfolgenden Jahrgängen gekeltert. Er weist 15 Prozent Alkoholgehalt auf.

 

Spanische Dessertweine

 

Berühmt ist vor allem der süße Málaga-Wein, dessen bevorzugte Traube Pedro Ximinez (= Peter Siemens!) in den kargen Bergen der Axarquía oberhalb der Hafenstadt an der Costa del Sol wächst. Das Klima des Südens Spaniens bringt diese natürliche Süße hervor, da muss kein Zucker zugesetzt werden. Die süßen Weine aus Málaga waren bereits zu Zeiten der Römer berühmt. Weniger bekannt ist der süße Manilva-Wein aus einem kleinen, weißen Dorf am westlichen Ende der Provinz Málaga, kurz vor Gibraltar. Seine Besonderheit: Es liegt inmitten einer grünen Kulturlandschaft von Weinreben, an denen die Moscateltraube wächst. Dies ergibt zur Weinernte einen bekannten natursüßen Dessertwein, ähnlich dem berühmteren Málagawein, aber preisgünstiger.

 

Arlequina, am 28.12.2011
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Bildquelle:
Love Valencia (Die Geschichte des Gin Tonic)

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