Eis ist nicht gleich Eis.

Für den normalen Verbraucher sind die Bezeichnungen der einzelnen Speiseeissorten das reinste "fachchinesisch", das in den "Leitsätzen für Speiseeis" festgelegt ist. Diese sind Basis im Lebensmittelrecht.

  • Eis darf jede Speiseeissorte heißen außer Wassereis. Es kann pflanzliches Fett wie Palmöl enthalten. Bei allen übrigen Eissorten nur darf Milchfett - beispielsweise aus Butter oder Sahne - verarbeitet sein. Steht auf einer Eispackung "Eis" statt "Eiscreme", steckt wahrscheinlich die Billigvariante drin.
  • Rahmeis heißt auch Sahneeis und muss mindestens 18 Prozent Milchfett aus Sahne enthalten.
  • Cremeeis muss auf einen Liter Milch mindestens 270 g Vollei oder 90 g Eigelb haben und besteht zu wenigstens 50 Prozent aus Milch.
  • Eiscreme darf nicht weniger als 10 Prozent Milchfett enthalten.
  • Milcheis hat mindestens 70 Prozent Milchanteil.
  • Fruchteiscreme enthält mindestens 8 Prozent Milchfett und schmeckt deutlich wahrnehmbar nach Frucht.
  • Fruchteis darf aus nicht weniger als 20 Prozent Frucht bestehen, bei Zitrusfrüchten sind es 10 Prozent.
  • (Frucht)-Sorbet besteht zu wenigstens einem Viertel aus Früchten oder 15 Prozent Zitrusfrüchten. Milch wird nicht verwendet.
  • Wassereis enthält kaum Früchte oder Milchfett, dafür aber künstliche Aromastoffe und Lebensmittelfarben.

Noch einige weitere Eissorten

  • Eisdessert liest man auf Zubereitungen, die nicht den oben genannten Speiseeis-Sorten zugeordnet werden können.
  • Sojaeis ist nicht aus Milch, sondern auf Sojabasis mit Pflanzenfett hergestellt und daher laktosefrei.
  • Softeis wird aufgeschäumt, auf minus 6 Grad Celsius abgekühlt und ständig gerührt.
  • Eiskonfekt steht im Handel meist im Süßwarenregal. Bei der ungekühlten Schokopraline ist das kühle Mundgefühl namensgebend, das durch Kokosfett erzeugt wird, das beim Schmelzen Wärme entzieht.

Eis muss keine Kalorienbombe sein

Eine Kugel zu 75 Gramm Fruchteis wie Zitrone oder Himbeere enthält zirka 100 Kilokalorien. Die gleiche Menge Milcheis mit den Geschmacksrichtungen Vanille oder Erdbeere enthält etwa 150 Kilokalorien und die Sorte Schokolade zirka 170 Kilokalorien.

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE weist aber vorsorglich darauf hin, dass ein Eisbecher Vanilleeis mit Schokosoße und einer Portion Sahne obendrauf in einer Eisdiele eine kleine Kalorienbombe mit über 400 Kilokalorien ist. Aber auch das Vanilleeis am Stiel mit Schokoladenüberzug und Mandelsplittern vom Discounter oder aus dem Supermarkt hat seine gut 300 Kilokalorien in sich.

Die beliebtesten Eissorten beim Italiener "um die Ecke"

Die italienischer Speiseeishersteller und Eisdielenbesitzer haben in einer Umfrage unter ihren Mitgliedsbetrieben ermittelt, dass bei ihren deutschen Kunden die Sorten Vanille, Schokolade und Erdbeere die ersten drei Plätze in dieser Reihenfolge belegen. Diesen Top 3 folgen Stracciatella und Haselnuss.

Aber den Geschmacksrichtungen sind keine Grenzen gesetzt. Neueste Eiskreationen sind "Schoko-Ingwer" und "Marshmellow-Kaugummi". Wer in einer Warteschlange vor dem Eisangebot des Verkäufers steht, hat bei 20 oder 30 verschiedenen Geschmacksrichtungen die Qual der Wahl und muss dennoch ad hoc entscheiden, wenn er dann plötzlich "dran ist".

Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Eisgenuss?

Jeder weiss, das kaltes Eis plötzliche Zahnschmerzen bei kariösen Zähnen auslösen kann, weil die Zahnnerven auf Temperaturreize reagieren.

Aber auch Hustenanreize sind beim Eisverzehr keine Seltenheit. Die Neurologen bieten hierfür zwei Erklärungen an: Zum einen kann der Vagusnerv den Hustenreflex auslösen. Dieser Nerv gehört zum vegetativen Nervensystem und steuert zahlreiche Körperfunktionen. Zum anderen kann die Kälte den Trigeminusnerv reizen, der im Gehirn das Hustenzentrum arbeiten läßt. Dieser Nerv kann bei einigen wenigen Menschen beim Verzehr von Eis auch Kopfschmerzen verursachen

Wer hat's erfunden?

Schon die Chinesen und "alten Griechen" sollen sich mit der Speiseeisherstellung befaßt haben. Das war meist ein Eis, wie wir es heute als Sorbet kennen, aus Gletschereis oder Schnee, Fruchtmark und Honig.

Denkt der Deutsche an Leckereien mit Speiseeis, fällt ihm immer zuerst "der Italiener" ein. Tatsächlich hat ein Italiener die erste Eisdiele der Neuzeit eröffnet, allerdings in Paris als Koch am Hofe Ludwigs XIV. Seitdem wurde diese Marktnische immer stärker belegt und weiter ausgebaut. Heute soll es in Deutschland rund 4.000 Eisdielen geben, die zu 75 Prozent von italienischen Gelatieri betrieben werden.

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