"Stolz und Vorurteil" (1813) - Um was geht es in diesem Roman?

"Stolz und Vorurteil" ist die Geschichte von Lizzy (Elizabeth Bennet) und (Fitzwilliam) Darcy.

Bekanntes Schema: "Girl meets Boy" - junge Dame trifft jungen Herrn auf einer Party. Beide sind jung, beide noch Single. Nur: So richtig sympathisch ist man sich nicht, von Liebe auf den ersten Blick ist da nicht viel zu spüren.

Elizabeth hat Vorurteile, Darcy ist zu stolz. Oder umgekehrt...?

Erst nach einigen Krisen, vielen Hindernissen und noch mehr Einsichten kommen sich Elizabeth und Darcy allmählich näher.

Und beide merken plötzlich, dass der andere vielleicht doch ganz anders ist als man zuerst gedacht hatte …

1813 wird "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen anonym veröffentlicht. Und heute - beinahe 200 Jahre später?

1813 wird "Stolz und Vorurteil" (Originaltitel: Pride and Prejudice) erstmals in England veröffentlicht, es ist Jane Austens zweites Buch. Der Roman kommt gut an: Die erste Auflage ist schon innerhalb eines Jahres ausverkauft, eine zweite Auflage wird gedruckt.

Zeitgenossen wie Dichter und Romanautor Sir Walter Scott loben die junge Autorin, sie "verfüge über das Talent, ganz alltägliche Geschehnisse, Charaktere und Gefühle interessant zu machen".

2012: Jane Austens beliebtester Roman "Stolz und Vorurteil" (Originaltitel: Pride and Prejudice) wurde inzwischen nicht nur unzählige Male neu aufgelegt und gelesen, sondern auch mehrfach verfilmt.

Im 21. Jahrhundert werden die Charaktere aus "Stolz und Vorurteil" von Regisseuren und Drehbuchschreibern nach Indien geschickt, sie müssen gegen Zombies kämpfen, werden zu Vampiren.

"Only Mr Darcy will do", "Mr. Darcy forever", "My dearest Mr. Darcy"

"Stolz und Vorurteil" hat zahlreiche andere Werke inspiriert: Autoren des 21. Jahrhunderts lassen die Helden aus "Stolz und Vorurteil" in der Zeit reisen, in Kriminalfällen ermitteln und sogar Ratgeber und Sachbücher berufen sich auf Jane Austens bekanntestes Liebespaar: Mit Jane Austen kann man "den Mann fürs Leben finden"

Wer nicht lesen möchte, der kann "Stolz und Vorurteil" auch als Online-Game (Matches and Matrimony) spielen.

Jane Austen, die jüngste Tochter eines britischen Landpfarrers, blieb ihr Leben lang unverheiratet und verbrachte ihre 40 Lebensjahre vorwiegend in ländlicher Abgeschiedenheit.

Was macht gerade ihren Roman bei modernen Lesern so populär?

Berühmt und oft zitiert ist der erste Satz von "Stolz und Vorurteil" (Pride and Prejudice":

In der ganzen Welt gilt es als ausgemachte Wahrheit, dass ein begüterter

Junggeselle unbedingt nach einer Frau Ausschau halten muss …

(Quelle: Wikipedia)

Nicht wirklich schmeichelhaft: Mr. Darcy findet Elizabeth Bennet "passabel"

Jane Austen über Elizabeth Bennet

"Ich muss gestehen, dass ich sie für das entzückendste Geschöpf halte, das jemals im Druck erschienen ist; und wie es mir möglich sein soll, die zu tolerieren, die sie nicht wenigstens mögen, weiß ich nicht."

(Quelle: jane-austen.de)

"Stolz und Vorurteil" – 10 Gründe, warum moderne Austen-Leser diesen Roman so sehr lieben

  1. "Stolz und Vorurteil" kann man immer wieder lesen und immer wieder anschauen: Trotzdem wird die Geschichte um Lizzy und Darcy, um die Bennets und die Bingleys, den Austen-Fans nicht langweilig. Jane Austen schildert so scharfsinnig und klug, dass man zwischen den Zeilen immer wieder Neues entdecken kann.

  2. "Stolz und Vorurteil" lässt sich getreu seiner Epoche erzählen oder ganz modern: Die Geschichte "funktioniert" in beiden Fällen gleichermaßen gut.

  3. Realitätsflucht? - Austen-Leser des 20. Jahrhundert lieben es, einen Abstecher in die "gute alte Zeit" des 19. Jahrhunderts zu machen und dem modernen Alltag und seinen Problemen für eine Weile den Rücken zu kehren …

  4. … doch andererseits: Mit Lizzy, Darcy, ihren Problemen und Krisen können sich auch moderne Leser gut identifizieren.

  5. Jane Austens Romane, so schwärmen die Fans, sind einfach unterhaltsam! Was die britische Autorin ganz besonders gut kann: Geistreiche, spritzige Dialoge schreiben.

  6. Jane Austen hat Humor: Sie kann sarkastisch und ironisch sein, ohne dabei je wirklich boshaft zu werden.

  7. Jane Austens Themen sind zeitlos: Liebe, Beziehungen und Familie, das interessiert auch heute noch. Vor allem weibliche Leser lieben "Stolz und Vorurteil", weil der Roman so "romantisch und humorvoll" ist.

  8. Jane Austens Romancharaktere sind interessant, sind vielschichtig, haben ihre Stärken und Schwächen. Sie sind echt: Und das beeindruckt auch moderne Leser. Die lieben vor allem Jane Austens Heldin Lizzy: Sie ist klug, couragiert, selbstbewusst – und Held Darcy in jeder Hinsicht ebenbürtig.

  9. Faszinierend: Jane Austen musste weder viel erleben noch viel reisen, um spannende Geschichten erzählen zu können. Sie schildert den Alltag und seine Banalitäten  – und das mit viel Witz und Charme!

  10. Colin Firth – der britische Schauspieler, so heißt es, soll in den 1990er-Jahren den "Austen-Boom" überhaupt erst ausgelöst haben: Er spielte den Darcy in der Verfilmung von "Pride and Prejudice" (1995). Joan Ray, die Autorin des Buches "Jane Austen für Dummies" schreibt: "Der aktuellste (Austen-)Boom begann eigentlich 1995 als Colin Firth aus diesem Teich stieg und das weiße Hemd sich so vorteilhaft an seine männliche Brust schmiegte. Damit hat er quasi auf einen Schlag eine neue Welle des Interesses an Jane Austen ausgelöst."

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