Was ist ein Tornado?

Ein Tornado ist, nach der allgemeinen, international anerkannten Definition, ein kleinräumiger, meist schlauchartiger Wirbel, der von einer Schauer- oder Gewitterwolke aus, durchgehend bis zum Boden reicht. Die meisten Tornados sind schwach, aber einige erreichen auch in Deutschland die Stärke F4 oder sogar F5 auf der sechsteiligen Fujita-Skala (F0 bis F5). Bisher war in Deutschland, höchsten falls etwa ein Mal in 20 Jahren mit einem Tornado, der die Stärke F4 hatte und bis zu 335 Stundenkilometer erreichen konnte, zu rechnen.

Tornados sind namenlos und können Fische regnen lassen

Das Namenssystem für starke Winde wurde notwendig, damit zwei oder mehr tropische Wirbelstürme, die zeitgleich in einem Seegebiet erwartet wurden, besser auseinander gehalten werden konnten. Im Unterschied zu Hurrikanen erhalten Tornados keinen Namen, weil sie zu zahlreich sind, unbeobachtet bleiben oder nicht gemeldet werden. Allerdings wurden einige starke Tornados zusammen mit der Ortsbezeichnung bekannt, Zum Beispiel. der "Pforzheim-Tornado" (am 10.07.1968) Dort bewegte sich der Tornado über ein Gewässer und sog, mit dem Wasser, auch viele Fische auf. Wenn das Unwetter weiter zieht, fallen die Fische, anderer Stelle wieder, als Fischregen, zu Boden.

Welche Wettervoraussetzungen begünstigen Tornados?

  • Hohe Feuchtigkeit der Luft
  • Ein Schauer oder Gewitter
  • In den meisten Fällen eine vertikale Windscherung (das ist eine Zunahme des Windes mit der Drehung und der Höhe)
  • Ein starker Südwest- bis Westwind in höheren Luftschichten

Superzellen und ihre Entwicklung

Besonders wenn Luft feucht und warm ist kann es vermehrt zu Gewittern kommen. Oft bilden sich so genannte Superzellen. In deren Aufwindbereich können sich die eng begrenzte Wirbel eines Tornados bilden.
In Mitteleuropa verhindern die Alpen, das extrem feuchte und gleichzeitig warme Luftmassen nach Deutschland kommen. Aus diesem Grund sind Superzellen hier nicht so häufig anzutreffen, wie zum Beispiel in Teilen der USA. Dennoch kommen auch in Deutschland, sehr starke Tornados häufiger vor als bisher vermutet wurde.
An Gewitterfronten entwickeln sich gelegentlich mehrere Tornados gleichzeitig. Eine Besonderheit sind Tornados die im Bereich von Winterstürmen und Orkanen und einer Gewitterfront entstehen. Ein Beispiel dazu ist die Kaltfront des Orkans "Kyrill", am 18. Januar 2007. Es wurden mindestens vier Tornados registriert. Drei von ihnen erreichten eine F3 Stärke.

Der erste Tornado in Deutschland, Micheln, Sachsen Anhalt am 23.6.2004.

Die Lehrbuchmeinung über F4 Tornados muss ergänzt werden

Da sich Tornados in Deutschland zu häufen scheinen, müssen Erfahrungswerte rasch überarbeitet werden. Das zeigt ein Beispiel: So hinterließ ein Tornado der Stärke F4, am 24. Mai 1979. Er schlug von Bad Liebenwerda bis in den Spreewald, nach Lübben, eine rund gerechnet 56 Kilometer lange Schneise. Bei seinem wirbeln zerstörte er, unter Anderem, die LPG Prestewitz. Die Wetterforscher Thomas Sävert und sein Kollege Bernold Feuerstein untersuchten die Schäden der Naturkatastrohe. Sie stellten damals fest, dass es sich bei diesem Tornado um einen F4 Tornado, der eine Windstärken von 335Stundenkilometer und mehr erreichen kann, handelte. Bis zu diesem Zeitpunkt galt der Tornado der 1968 in Pforzheim schwere Schäden anrichtete, als einer der stärksten in Deutschland. Seit der Wetteraufzeichnung 1936 war das, laut der gängigen Lehrbüchern, der einzige Tornado in Deutschland,mit der zweithöchste Stufe auf der international gültigen Fujita-Skala. Seine Schäden wurden mit etwa 100 000 DM beziffert. Die Ergänzungen die seither im Bezug auf Sturmstärke und Auswirkungen vorgenommen werden müssen, veralten immer schneller.

Auswirkungen des F4 Tornado 1979 in Brandenburg

Auf einem Extremwetterkongress dokumentierten die beiden Tornado-Experten, durch Augenzeugenberichte ergänzt, ihre Erkenntnisse des Brandenburger Tornados. Eindrucksvoll schilderten diese, wie mehr als zehn Tonnen schwere Mähdrescher mehr als hundert Metern durch die Luft gewirbelt wurden. Die Untersuchung der Schäden ergaben für die Wetterexperten: Es musste sich beim Tornado in Brandenburg zwangsläufig um eine Katastrophe die mindestens so mächtig war, wie der Pforzheimer Tornado, gehandelt haben. Zum Bedauern stehen den Spezialisten keine verlässlichen Wetterdaten zum Vergleich zur Verfügung. Aus diesem Grund können nur durch intensive und langwierige Untersuchungen der Sturmschäden Rückschlüsse auf die jüngste Windgeschwindigkeiten gezogen und diese eingeordnet werden.

Forschungsbedarf zwischen Windgeschwindigkeit und Schäden

Bernold Feuerstein weist darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen den extremen Windgeschwindigkeiten und den auftretenden Schäden zukünftig intensiver erforscht werden muss. Für die Auswertung der Daten, die in tausenden von Archiven bereit stehen, werden, so Thomas Sävert, dringend weitere Hilfskräfte benötigt.

Um die bisherigen Statistiken über Tornados in Deutschland zu aktuallisieren, wird von den Wetterexperten umd Bilder oder Berichte zu Tornados in Deutschland gebeten. Gemeldet werden kann auf der Homepage von Thomas Sävert: meldung@tornadoliste.de.
Wer Bilder oder Berichte zu Tornados (= Windhosen) in Deutschland hat, wird auf der Homepage von Thomas Sävert: meldung@tornadoliste.de. gebeten, Tornados mit Ort und Datum zu melden, um so eine vollständigere Statistik über Tornados in Deutschland zu erhalten.

Meldeliste Tornados in Deutschland

Quellenangabe: www. Thomas Sävert

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