Was bedeutet "TEACCH"?

TEACCH TEACCH heißt in englischer Sprache Treatment and Education of Autistic and related Communication-handicapped CHildren. Es arbeitet für die Behandlung und die Bildung autistischer und ähnlich kommunikationsgestörter Kinder. Entstanden etwa Anfang der 1970er Jahre in North Carolina in den USA hat das Programm bis heute eine sehr aktuelle und wirkungsvolle Struktur. Inzwischen wird es international angewandt.

Die Grundsätze des TEACCH-Programmes

Der erste Grundsatz ist die Strukturierung der Umwelt des Kindes, generell in seiner unmittelbaren familiären Umgebung und ebenso als Struktur in der Bildung, einer Lehrmethode im Eins-zu-Eins-Prinzip. Das Kind lernt in der Betreuung einer Person, die nur für die Bildung dieses einen Kindes zuständig ist.

Der zweite Grundsatz setzt sich aus der Betonung und Nutzung der individuellen Fähigkeiten des Kindes für seine Bildung zusammen. Diese liegen bei autistischen Kindern meist im Bereich visueller Fähigkeit, der Erinnerung an Informationen, der Aufmerksamkeit für Details, der Genauigkeit und der Toleranz in aller Wiederholung von Tätigkeiten oder gehörten Informationen.

Der dritte Grundsatz beinhaltet eine ständige Weiterentwicklung in der Bereitstellung von Behandlung der individuellen therapeutischen Bedürfnisse des Kindes und die Nutzung angemessener Verhaltens- und Wahrnehmungstrainingsmaßnahmen.

Der vierte Grundsatz enthält die Ermutigung der Eltern zu voller Teilnahme am Therapieprozess und ihre Einbindung in die Bildungsprozesse des Kindes.

Der fünfte Grundsatz beinhaltet die Entwicklung von Unabhängigkeit des Kindes, die Anwendung von Gelerntem auf allgemeine Prozesse im alltäglichen Leben und die Bestärkung des autistischen Kindes in seiner Alltagskompetenz.

Der sechste Grundsatz wirkt vor allem auf die professionellen Helfer im Umfeld des Kindes. Sie sollen auf die Behandlung und Diagnose der Fähigkeiten und Defizite ihres kleinen Patienten aus der Sicht eines die ganze Person umfassenden Ansatzes geleitet werden.

Ein Zeitplaner für das autistische Kind nach der TEACCH-Methode

Die Organisation des kindlichen Tagesablaufes mit einem Zeitplaner, der in dem Kind verständlichen Symbolen seinen Tagesrhythmus festlegt, kann eine große Hilfe sein. Die Vorbereitung auf regelmäßig wiederkehrende Abläufe gibt dem Kind Sicherheit und Leitung durch den Tag. Es akzeptiert so angekündigte Ereignisse besser und kann sich im Voraus darauf einstellen. Symbole und Bilder geben ihm Auskunft, wie der jeweilige Zeitabschnitt gestaltet ist. Überraschungen und plötzliche Veränderungen kann ein autistisches Kind schwer verarbeiten. Die Strukturierung von Aufgaben, Aktivitäten, Räumlichkeiten und Konzepten hilft sehr, eine ruhige und geordnete Atmosphäre für das Kind zu schaffen, in der es auch seine Aufnahmefähigkeit für Lernstoff behält. Eine ständige Irritation durch äußere Einflüsse würde das Kind in eine Stresssituation bringen, die es vielleicht manchmal gut aushält, aber eben nicht zu aktiven Lernprozessen in der Schule befähigt.

Bitte beachten Sie, dass ein Pagewizz-Artikel generell nicht fachlichen Rat - zum Beispiel den eines Arztes - ersetzen kann.

Immortelle, am 21.03.2014
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Bildquelle:
Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de (Das Phänomen Autismus)
Silvia Harnisch/Sabine Wolfram (Autisten unter sich - Eine Wohngruppe stellt sich vor)

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