11 Fragen rund um das Wildtier des Jahres 2018

1) Die Europäische Wildkatze ist die Urahnin unserer deutschen Hauskatzen – stimmt das?

a) Ja, die Hauskatze stammt ursprünglich von der Europäischen Wildkatze ab.

b) Nicht ganz korrekt. Wenn man ein Foto der Wildkatze betrachtet, wird schnell klar: Nur die getigerten Vertreter unserer Hauskatzen stammen von der Europäischen Wildkatze ab.

c) Nein. Unsere deutschen Hauskatzen stammen von einer Unterart der afrikanischen Wildkatze ab.

2) Wie wird die Europäische Wildkatze noch genannt?

a) Kleiner Luchs

b) Waldkatze

c) Enok

3) Wie nennt man eine männliche Wildkatze bzw. einen Wildkater?

a) Kuder

b) Kader

c) Koder

4) Wie groß ist das Revier eines Wildkaters?

Das Reich einer männlichen Wildkatze kann tatsächlich bis zu ...

a) 500 Hektar groß sein

b) 1000 Hektar groß sein

c) 1700 Hektar groß sein

5) Wovon ernährt sich die Wildkatze?

Zu Unrecht beschimpfte man die Europäische Wildkatze früher als hinterhältige Beutejägerin: Selbst vor Rehkitzen und Hirschkälbern, so wurde ihr unterstellt, würde sie nicht halt machen.

Tatsächlich ernährt sich eine Wildkatze aber zum größten Teil von

a) jungen Feldhasen und Kaninchen

b) Wühlmäusen und anderen kleinen Säugetieren

c) Kleinvögeln und Vogeleiern

6) Wer kann einer Wildkatze gefährlich werden?

Fuchs, Marder, Wiesel und auch Greifvögel wie Adler oder Uhu machen Jagd auf junge Wildkatzen.

Aber selbst ausgewachsene Wildkatzen müssen beim Durchstreifen der Wälder vorsichtig sein. Vor wem sollten sie sich besser in Acht nehmen?

a) Wolf und Luchs

b) Wildschwein und Fuchs

c) Außer den Jägern, dem Menschen, hat eine ausgewachsene Europäische Wildkatze keine natürlichen Feinde

7) Wie kann man eine Wildkatze von einer Hauskatze unterscheiden?

a) Die Unterscheidung ist einfach und eindeutig: Die Wildkatze hat einen buschigen Schwanz mit dunklen Ringen und eine wesentlich hellere Nase als die Hauskatze.

b) Man sieht es meist schon auf den ersten Blick: Wildkatzen sind viel kleiner, wendiger und zierlicher als Hauskatzen.

c) Ein Laie kann Hauskatze und Wildkatze kaum voreinander unterscheiden. Nur Experten können durch eine genetische Untersuchung bestimmen, ob es sich bei einer wilden Katze zweifelsfrei um eine Europäische Wildkatze handelt.

8) Gibt es eigentlich Kreuzungen zwischen Wildkatze und Hauskatze?

a) Nein, da sie nicht verwandt sind, lassen sich Wildkatze und Hauskatze auch nicht miteinander kreuzen.

b) Ja, man bezeichnet solche Mischlinge zwischen Hauskatze und Wildkatze als Blendlinge.

c) Theoretisch wäre es zwar möglich, Wildkatze und Hauskatze miteinander zu kreuzen, aber in freier Wildbahn kommt es trotzdem niemals vor.

9) Das ist typisch Wildkatze …

a) Sie ist wirklich richtig wild! Selbst wenn sie vom Menschen in Gefangenschaft aufgezogen wurde, lässt sich eine Wildkatze niemals zähmen.

b) Von wegen wild! Wildkatzen lieben die Nähe zum Menschen. Sie halten sich deshalb auch besonders gerne nahe von Siedlungen oder landwirtschaftlich genutzten Gebieten auf, wo sie Jagd auf Mäuse und andere kleine Säugetiere machen.

c) Wild wird eine Wildkatze, wenn sie Katzenminze riecht! Experten machen sich das zunutze: Reibt sich die Wildkatze an einem mit Katzenminze präparierten Lockstock, kann man ihr durch die Bestimmung der dort hinterlassenen Haare auf die Spur kommen.

10) Sind Wildkatzen soziale Tiere?

a) Wildkatzen jagen gerne im Rudel und leben in kleineren Gruppen von bis zu 6 Tieren.

b) Wildkatzen sind ausgesprochene Einzelgänger, vor allem mit gleichgeschlechtlichen Artgenossen sind sie nicht verträglich.

c) Nur in der Paarungszeit entfernen sich Wildkater und Wildkatze vom Rudel und ziehen in einer abgelegenen Höhle im Wald ihre Jungen auf. Während des restlichen Jahres suchen sie den Schutz der Gruppe.

11) Was ist das Grüne Rettungsnetz?

Ein soziales Netzwerk hat die Wildkatze nicht – aber ein grünes Netzwerk! Man nennt es das Grüne Rettungsnetz. Was hat das zu bedeuten?

a) Mit dem Grünen Rettungsnetz fangen Tierschutzexperten Wildkatzen ein, um sie zweifelsfrei bestimmen bzw. von Hauskatzen unterscheiden zu können. Weiß man, wo Wildkatzen leben, kann man auch entsprechende Schutzmaßnahmen in die Wege leiten.

b) Im Grünen Rettungsnetz haben sich Naturschutzverbände, Tierärzte und engagierte Privatleute zusammengeschlossen, um Wildkatzen in Notfällen schnelle Hilfe leisten zu können, zum Beispiel nach Unfällen im Straßenverkehr oder bei Verletzungen durch Revierkämpfe.

c) Das Grüne Rettungsnetz ist ein von der Naturschutzvereinigung BUND geplantes 20 000 km langes Netz aus Wanderwegen, das der Wildkatze (und anderen Wildtieren) das Überqueren gefährlicher Straßen erleichtern soll.

Eine Frage bleibt selbstverständlich noch zu beantworten ...

Warum wurde ausgerechnet die Europäische Wildkatze zum Wildtier des Jahres 2018 gewählt?

Die Antwort findet man auf der Website der Deutschen Wildtier Stiftung, deren Förderer die Europäische Wildkatze zum Tier des Jahres 2018 gewählt haben: Die Öffentlichkeit soll durch die Wahl auf die Bedürfnisse und Probleme der Wildkatze aufmerksam gemacht werden, "das Schutzbedürfnis der Art soll ein Jahr lang im Fokus stehen." 

Was die Europäische Wildkatze dringend braucht: Naturnahe Wälder, in denen sie jagen und sich zurückziehen kann. Außerdem fehlen ihr, so die Experten: " ... ausreichend Querungsmöglichkeiten im dichten Straßennetz, damit sie zwischen Waldgebieten wandern und sich ausbreiten kann", denn noch immer fallen leider regelmäßig Wildkatzen dem Straßenverkehr zum Opfer.

Wer mehr wissen möchte: 

Willkommen daheim, Wildkatze! - Hilfe für Deutschlands wilde Katzen

Wer ein Herz für (wilde) Katzen hat und die Schutzbemühungen gerne unterstützen möchte:

Deutsche Wildtier Stiftung: Wildkatze

Nicht vergessen: Hier sind die Antworten auf Fragen 1 bis 11 ...

1) c Unsere deutschen Hauskatzen stammen von einer Unterart der ägyptischen Falbkatze, der afrikanischen Wildkatze, ab. 

2) b Die Europäische Wildkatze wird auch Waldkatze genannt. (Der Enok ist der Wildhund - auch Marderhund - und ebenso geheimnisvoll und scheu wie seine wilde "Schwester", die Wildkatze.)

3) c Eine männliche Wildkatze nennt man Kuder.

4) b Das Revier eines Wildkaters kann bis zu 1000 Hektar groß sein.

5) b Die Wildkatze ernährt sich vorwiegend von Wühlmäusen und anderen kleinen Säugetieren.

6) a Wolf und auch Luchs - die größte Katze Europas - gehören zu den natürlichen Feinden der Europäischen Wildkatze.

7) c Tatsächlich haben Wildkatzen einen buschigen Schwanz mit dunklen Ringen und auch einen helleren Nasenspiegel als Hauskatzen. Sie sind jedoch nicht kleiner und wendiger, sondern größer und kräftiger. Eine Wildkatze zweifelsfrei bestimmen können nur Experten durch eine genetische Untersuchung der Haare bzw. eine Vermessung des Schädels. 

8) b Ja, die Mischlinge zwischen Hauskatze und Wildkatze nennt man Blendlinge (abgeleitet vom englischen Wort "blend", das "vermischen" bedeutet).

9) a Eine Wildkatze ist und bleibt wild: Selbst wenn sie vom Menschen aufgezogen wird, lässt sie sich nicht zähmen. (Tatsächlich lässt sich durch die Lockstock-Methode der so heimlich lebenden Wildkatze auf die Spur kommen. Dafür wird jedoch keine Katzenminze verwendet, sondern Baldrian.) 

10) b Wildkatzen sind ausgesprochene Einzelgänger. Vor allem mit ihren gleichgeschlechtlichen Artgenossen vertragen sie sich überhaupt nicht. 

11) c Das Grüne Rettungsnetz ist ein grünes Wegenetz, für das sich der BUND bereits seit 2004 engagiert. Durch das Anpflanzen grüner Korridore sollen naturnahe Wälder miteinander verbunden werden, so dass Tieren wie der Wildkatze, aber auch Rothirsch oder Luchs, die Wanderung in neue Waldgebiete erleichtert wird. 

Michaela, am 19.12.2017
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Bildautor: © drakuliren - Fotolia (Das kleinste Raubtier der Welt: Das Mauswiesel)

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