Form und Grundkonzept

Ähnlich wie bei den normalen Tastaturen gilt es auch im Falle der Gaming-Tastaturen, zwischen kabelgebundenen und kabellosen Modellen zu unterscheiden. Letztere stellen eher eine Seltenheit dar, denn sobald sich mehrere Spieler treffen, um ihrem Hobby in mehrstündigen Spiele-Sitzungen oder gar Turnieren nachzugehen, können die vielen Funksignale schnell Übertragungskomplikationen hervorrufen. Dennoch greift manch Gamer gerne zu einer kabellosen Version, denn diese zeichnet sich oftmals durch eine breite Funkpalette aus: Per W-LAN, WiFi, Bluetooth oder teilweise sogar per NFC sowie der klassischen Funkfrequenz im Mikrowellenbereich bieten solch Tastaturen meist mehrere mögliche Verbindungsmethoden. Außerdem fällt die Verbindung weitaus stabiler aus, um mit keinen Verzögerungen während des Spielens kämpfen zu müssen. Ein weiteres Grundmerkmal einer Gaming-Tastatur stellt deren Layout dar, denn nicht nur die Landessprache, sondern auch die konkrete Aufteilung der Tasten kann einen großen Einfluss auf das Spielgeschehen haben. So schätzen viele Gamer zum Beispiel separate Nummernblöcke, wohingegen andere Gamer eine, meist am oberen Rand angebrachte, Zahlenreihe wünschen. Es sind jedoch vor allem die diversen Zusatztasten und deren einzelne Funktionen, die eine Gaming-Tastatur auszeichnen: Für etliche Aktionen während des Spielens, etwa für das Zoomen durchs Zielfernrohr, gibt es auf einer Gaming-Tastatur ganz spezielle Knöpfe. Zudem lassen sich weite Teile der Tastatur frei belegen, denn diese wird in der Regel auch mit einem Software-Programm ausgeliefert. Über dieses können dann vielen Tasten unterschiedliche Funktionen zugeordnet werden. Auch die Konzipierung von Shortcuts beziehungsweise Kombinationsketten ist mit solchen Programmen möglich. Grundsätzlich spielt natürlich auch die Formgebung, die sich teilweise auch aus dem Layout der Tastatur ergibt, eine Rolle: Während manch Modelle flach aufliegend und rechteckig gehalten sind, werden andere Modelle wiederum mit höhenverstellbaren Handflächen in schwungvollen Umrundungen angeboten.

Spezialitäten über Spezialitäten

Fernab der Besonderheiten in Sachen Funkverbindung, Tastaturbelegung und Formgebung kennzeichnen eine Gaming-Tastatur mitunter sehr verschiedene Merkmale. Nach dem Motto "Nichts muss, alles kann" statten die Hersteller ihre Eingabeplattformen nämlich mit den unterschiedlichsten Zusatzfunktionen aus, die von einer Hintergrundbeleuchtung der einzelnen Buchstaben und Zahlen sowie Sondertasten bis hin zu der Integration ultraflacher Lautsprecher reichen. Eine Zeit lang gab es sogar Gaming-Tastaturen, die mit Solarzellen ausgestattet waren! Solche Ideen verschwanden allerdings recht schnell. Geblieben sind allerdings anpassbare Anschlagswerte, denn so kann jeder Spieler die Druckintensität, mit der er in die Tasten hauen muss, bestimmen. Und dies darf er weitaus öfter, als mit einer klassischen Tastatur tun, denn mit Anschlagsraten um die 50 bis 70 Millionen sind solch Tastaturen regelrechte Dauerläufer. Zu guter Letzt können manch Tasten mit Feedback-Funktionen dienen: Über ein leichtes Vibrieren wird dem Spieler vermittelt, ob der Druck auf die Taste "angekommen" und umgesetzt worden ist, oder nicht. Generell lassen sich zudem häufig noch USB-Ports an den Seiten einer Gaming-Tastatur finden. So können auch weitere externe Gerätschaften mit der Schaltzentrale verbunden werden. Voraussetzung hierfür ist allerdings der Anschluss an den PC über eine ausgehende USB-Verbindung: Trotz starkem Akku kann eine Gaming-Tastatur in der Regel nicht genügend Energie spenden, um weiteres Zubehör am Laufen zu halten.

Razer BlackWidow Chroma
Razer BlackWidow Chroma

Razer BlackWidow Chroma (Bild: http://www.amazon.de/)

Beispielmodelle

Die Masse an Gaming-Tastaturen ist mittlerweile auf ein erstaunlich hohes Maß angewachsen. Zwei der beliebtesten und auch am meist verkauften Tastaturen stellen jedoch die Razer BlackWidow Chrome und die Logitech G710 (Plus) dar. Beide kosten in etwa gleichviel (rund 150 Euro) können jedoch teilweise mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften aufwarten. So fällt bei der BlackWidow Chrome zum Beispiel sofort deren Farbgebung auf: Auf Wunsch lassen sich über 16 Millionen Farbtöne auf die einzelnen Tasten legen, denn die LED-Hintergrundbeleuchtung ist für jede Taste frei konfigurierbar. Besonders stolz ist Razer zudem auf sein Konzept der "mechanischen Tasten". Hierbei handelt es sich um ausgeklügelte Innenleben, die sich unter jeder einzelnen Taste in Form mehrteiliger Sensoren befinden. So wird dem Spieler ein besonders angenehmer Spielspaß geboten. Und mit einem Anschlagswert von 60 Millionen macht die BlackWidow Chrome zudem einen Spielfreund auf Lebenszeit aus.
Ganz anders ist wiederum die Logitech G710 (Plus) gehalten: Schon die Formgebung aber auch die Tastaturbelegung fällt hier auffällig anders aus, denn anstelle auf eine eckige und bunte Gestaltung zu setzen, hat Logitech eine eher ovale Form gewählt und diese mit besonders ergonomischen Handflächen versehen. Ebenfalls wie die Gaming-Tastatur von Razer verfügt die Logitech-Lösung über eine Hintergrundbeleuchtung, doch diese ist lediglich in ihrer Helligkeit zu verändern. Eine Besonderheit stellt noch das Feedback der Tasten dar: Je nach Bedarf können die Tasten ein unterschiedlich starkes Rücksignal geben. Welche dieser Gaming-Tastaturen sich besser fürs Zocken eignet, muss letzten Endes also jeder Spieler beziehungsweise Käufer selbst entscheiden, doch hochwertig und vielfältig lässt sich ohne Frage mit beiden Varianten spielen.

Logitech 710+
Logitech 710+

Logitech 710+ (Bild: http://www.amazon.de)

Autor seit 1 Jahr
3 Seiten
Laden ...
Fehler!