Im freien Schreiben die Rechtschreibung üben (Bild: S. Hofschlaeger/pixelio.de)

Tipps zum richtigen Heranführen an die Rechtschreibung

Die Rechtschreibung zählt in der Grundschule zur wichtigsten Basisfertigkeit. Damit das Grundwissen fest verankert werden kann, sollten neben den gewohnten Lernwortprinzipien auch andere Übungsweisen angewandt werden. Bei dem Lernwortprinzip prägen sich die Mädchen und Jungen einzelne Wortbilder ein wie beim Vokabellernen. Doch die neue Reform ermöglicht auch andere Möglichkeiten, um sich nicht nur auf den "Scannerblick" zu konzentrieren, sondern auch die Schreibweise zu begründen.

Regel: Nach kurzem Vokal oder Umlaut folgt doppelter Mitlaut.
Schreibweisenbegründung: "Himmel" wird mit "mm" geschrieben, weil davor ein kurzer Vokal steht.
Übungsbeispiele:
  • Wörter mit langen und kurzen Vokalen gegenüberstellen und so die Aussprache sowie die Sensibilisierung schulen.
  • Reimwörter suchen.
  • Mit Wortstamm- und Wortfamilie die möglichen Veränderungen thematisieren (z.B. komm, kam) und ganz nebenbei die Wortarten schulen.
  • Wörter mit doppeltem Mitlaut nach dem Alphabet sortieren lassen.
  • Nach jeder Übung müssen Sätze frei formuliert werden mit den entsprechenden Lernwörtern. So wird das freie Schreiben nebenher geschult.

 

Bei der Rechtschreibung geht es wie bei vielen anderen Dingen im Leben auch um die Anwendung. Das Auswendig-Lernen der Lernwörter blockiert viele Schüler. Sind sie aber frei und können obendrein begründen, warum das Wort groß geschrieben wird oder mit "ß", gehen sie viel lockerer an ihre Aufgaben heran.

Kurze Diktate richtig einsetzen - Rechtschreibfehler nach System verbessern

Um die Rechtschreibung regelmäßig zu prüfen, ohne Zensierung, bieten sich ein bis zwei Mal die Woche kurze Diktate an. In der ersten Klasse können es anfangs erst Buchstabendiktate sein. Später folgen einige Wörter und kleine Sätze. Hierbei nutzt es aber dem Schüler weniger:

  • wenn die Fehler nie korrigiert werden,
  • der gesamte Text neu abgeschrieben werden muss oder
  • das Wort eine Zeile lang verbessert wird.

Bei diesen Methoden sind die Jungen und Mädchen nicht bei der Sache. Meistens schreiben sie dann Buchstabe für Buchstabe ab und ihre Gedanken kreisen dabei nun weniger um die Ursache des Rechtschreibfehlers. Die soll doch aber mit dem Verbessern behoben werden.

Also bietet sich ein festes System an. Bei den kurzen Diktaten sammelt der Lehrer die Hefte ein, kontrolliert und schreibt die falsch geschriebenen Wörter unter den Text oder lässt den Schüler selbst im Duden nachschlagen. Im letzteren Fall muss der Schüler dann auch selbst die richtigen Aufgaben heraussuchen. Am Anfang empfiehlt sich diese Methode eher weniger. Da sollte erst Routine hinein. Es ist für die Lernenden zu Beginn einfacher, wenn neben den richtig geschriebenen Worten auch gleich die Aufgabennummer steht. (Die Aufgaben dazu finden Sie im Beispiel des "Kostenlosen Downloadproduktes" in diesem Artikel unterhalb dieses Abschnittes.)

Macht ein Schüler sehr viele Fehler, ist es für ihn niemals als Strafe anzusehen, sondern als zusätzliche Lernhilfe, die er zur Festigung benötigt, und zwar die tägliche Rechtschreibübung. Hierbei müssen die Eltern mit eingespannt werden. Je nach Fehlermenge wird die tägliche Anzahl des Verbesserns festgelegt. Es sollten allerdings nicht mehr als fünf Wörter sein.

Am Ende korrigiert der Lehrer. Sollten in der Berichtigung weitere Fehler auftauchen, müssen auch diese verbessert werden. Es nützt niemandem, wenn die Sache nicht ernst genommen wird. Nach diesem konsequenten Prinzip kann sich die Rechtschreibung auf Dauer verbessern.

Erstes freies Schreiben

Wortdiktate können auch in erweiterter Form ihren Einsatz finden. Der Lehrer diktiert zirka fünf Wörter, vielleicht auch mehr, und die Schüler bilden daraus sinnvolle Sätze. Es kann zusammenhängend sein, muss aber nicht. Wichtig ist, dass die Kinder frei schreiben und nebenher auf ihre Rechtschreibung achten, die selbstverständlich hinterher kontrolliert wird.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Beispiel:

Rechtschreibthema lautet "Wörter mit ck, k, tz und z". Dementsprechend werden beispielsweise diese Wörter diktiert:

hacken, harken, Hacke, plötzlich, musizieren, Latzhose, Arzt, zirka, stricken, Gartenbank, pökeln

Der Schüler bekommt nun die Aufgabe, fünf Sätze zu bilden, die mehr Satzteile haben als nur Subjekt, Prädikat und Objekt. Es muss nicht unbedingt ein zusammenhängender Text sein, darf aber.

Mit meiner grünen Latzhose war ich heute im Garten und hackte die Beete. In der Ferne hörte ich jemanden auf seiner Flöte musizieren. Später säuberte ich die Hacke und stellte sie ins Gartenhaus zurück. Als meine Mama vom Arzt kam, lobte sie mich. Wir setzten uns dann auf die Gartenbank und aßen ein Eis.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Redewendungen und ihre Bedeutungen

Das Diktat ist eine altbewährte Methode, die seit vielen Jahrzehnten ihren Einsatz findet. In den höheren Klassen nimmt diese Kontrolle jedoch ab und wird üblicherweise mehr im Aufsatz eingesetzt. Doch gerade in diesem Bereich häufen sich die Fehler bei den Jugendlichen, da sie sich mehr auf den Inhalt konzentrieren und wenig Zeit für die Rechtschreibung aufbringen können.

Um nun die Schüler zum richtigen Schreiben zu sensibilisieren, könnte der Deutschunterricht mit einer Redewendung sowie deren Bedeutung beginnen. Es wird eine Redewendung diktiert. Die Schüler schreiben anschließend in zwei bis vier Sätzen, was der Spruch nun aussagen möchte. Anschließend wird das Ergebnis gemeinsam verglichen und die richtige Lösung verraten. Die beste Formulierung zur Bedeutung der Redewendung wird den Schülern diktiert, die aus Unwissenheit Falsches zu stehen haben. Sie verbessern ihre Aufzeichnungen. Zum Schluss sammelt der Lehrer die Hefte ein und kontrolliert die Rechtschreibung. Alle Fehler sollten nach System ausgebessert werden. Das ist dann die Rechtschreibübung, die Lernschwächere unbedingt benötigen. Dazu empfiehlt sich, die Ausbesserung so aufzuteilen, dass der Schüler täglich ein bisschen zum Üben hat.

Diese Übungsreihe sollte regelmäßig angewandt werden, denn die Teenager lernen dabei Folgendes:

  • Verbesserung des Ausdrucks sowie des Sprachstils, da der Lernende immer wieder mit verschiedenen Formulierungsvarianten konfrontiert wird,
  • Verbesserung der Rechtschreibung, da anschließend Übungen folgen und
  • Verbesserung des Inhalts, denn sie lernen mit der Zeit, mehr aus ihrem kleinen Fakten-Repertoire herauszuholen.

Erstes Beispiel (in ausführlicher Form):

Redewendung:

Da sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht.

 

Bedeutung (die Schüler oft kurz und knapp notieren würden):

 Diese Redewendung sagt aus, dass in dem Ort nichts los ist. Es ist bestimmt weit ab vom Schuss.

Diese Formulierung ist ein Beispiel, das ausgebessert werden sollte, um den Ausdruck auf Dauer wirklich zu verbessern. Schüler müssen lernen, freier zu schreiben. sie wollen immer kurz und knapp begründen. Doch in der Deutsch-Prüfung dürfen sie beispielsweise in der sechsten Aufgabe nicht schreiben, Person X hat falsch gehandelt, weil... Hier muss der Sachverhalt umschrieben werden und dafür ist diese Übung eine sehr gute Vorbereitung und natürlich auch fürs spätere Leben.

 

Bedeutung (die von Pädagogen kommen sollte):

Es handelt sich dabei um ein verschlafenes Dorf, das weit ab vom nächsten Ort liegt. Dabei kann es eine ruhige Lage nachweisen, wonach sich viele Geschäftstüchtige sehnen, wenn sie zu viel arbeiten mussten. Dort finden sie dann ihre wohl verdiente Ruhe.

 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Ein zweites Beispiel:

Redewendung: Lügen haben kurze Beine.

Bedeutung: Mit kurzen Beinen kommt man nicht weit. So auch mit dem Lügen. Es lohnt sich nicht, die Wahrheit schön zu reden, denn irgendwann kommt die Wahrheit ans Licht.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Und ein drittes Beispiel:

Redewendung: Stell dein Licht nicht unter den Scheffel.

Bedeutung: Man soll nicht so bescheiden sein. Lege deine Fähigkeiten offen, zeige jedem, was du kannst. Verkaufe dich niemals unterm Wert!

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Auch für Zuhause ist dies eine gute Methode. Jemand diktiert die Redewendung und lässt den Teenager frei die passende Bedeutung notieren. Anschließend wird der Inhalt verglichen, gegebenenfalls der Ausdruck verbessert und die Rechtschreibung korrigiert. Die Fehler sollten auch hier nach System verbessert werden. Wer noch viele Rechtschreibfehler aufweist, muss seine tägliche Rechtschreibübung anwenden. Deswegen sollte sich der Schüler das Ausbessern der Diktat-Fehler selbstständig aufteilen.

Kleine Berichte oder Beschreibungen statt Diktat - Freies Schreiben üben

Redewendungen und ihre Bedeutungen ist ein Beispiel, um das freie Schreiben zu fördern. Genauso gut passen auch kleine Berichte oder Beschreibungen.

Berichtet werden kann über ein Ereignis in der Pause, über die letzte Unterrichtsstunde - egal, in welchem Fach -, über einen Reiseplan, über einen Unfall, über eine Auszeichnung, über ein Erlebnis oder auch über einem Vorfall in einem Ballspiel. Hier sollte anschließend kein gemeinschaftliches Vergleichen anknüpfen, denn so können die Schüler auch wirklich frei schreiben. Es gibt schließlich Jugendliche, die sonst blockieren, weil sie denken, es könne sie jemand auslachen, hänseln oder ähnliches. Deswegen genügt es, wenn der Lehrer die Berichte anschließend einfach einsammelt.

Beschrieben werden kann ein Gegenstand wie eine Tasche, eine Blume, ein Bild, ein Foto oder eine Kanne. Hauptsache ist hierbei, dass das freie Schreiben nicht mehr als zehn Minuten des Unterrichts einnimmt. Es sollte sich im Rahmen von bis zu 15 Sätzen bewegen. Bei der Beschreibung einer Blume würden fünf Sätze genügen. Hier soll ja die Routine geübt werden und selbstverständlich die Rechtschreibung.

Sollte ein Schüler starke Rechtschreibprobleme aufweisen, helfen auch folgende tägliche Übungen für Zuhause:

  • Einen kleinen Text abschreiben, der nur in großen oder kleinen Buchstaben abgebildet ist.
  • Ein offenes Tagebuch führen, was Eltern, Nachhilfelehrer, Referendare oder Lehrer auch lesen dürfen. Hierbei kann es sich um Themen aus der Schule drehen oder der Freizeit. Zehn Sätze könnten als Maßstab gegeben werden.
  • Diverse Rechtschreibaufgaben aus dem Internet, aus Büchern oder Downloadprodukten lösen.
  • Es können auch Witze diktiert werden oder andere Texte. Kontrollieren und das Verbessern nach System ist im Anschluss oberstes Gebot.

Schüler, die regelmäßig lesen, verbessern auch mit der Zeit ihren Stil. Das müssen nicht unbedingt Romane sein. Das dürfen auch Sachbücher sein oder diverse Artikel aus der Zeitung. Sportinteressierte greifen sicherlich auch gern zum Internet und lesen dort die neusten Berichte. Lesen bildet, aber nur, wenn im Internet auf die neue deutsche Rechtschreibung geachtet wird. Hier sollten Eltern ein besonderes Augenmerk legen.

Autor seit 5 Jahren
30 Seiten
Laden ...
Fehler!