Unkenntnisse über die Finanzprodukte

 

Ein zentraler Aspekt für die hohen Verluste bei Geldanlagen ist Unkenntnis über die Produkte. Banken und Finanzunternehmen konstruieren Finanzprodukte, die für viele Anleger nicht zu durchschauen sind. Selbst diejenigen, die über ein gutes Finanzwissen verfügen haben große Probleme sie zu verstehen. Und hier liegt das Problem dieser Produkte. Sie sind nicht nur für absolute Finanzspezialisten konzipiert, sondern für die breite Masse der Anleger. Anlageberater bei Banken oder bei sonstigen Beratern werden angehalten diese als seriöse und sichere Geldanlagen zu vermitteln.

Diese Finanzprodukte basieren meistens auf Aktien, festverzinslichen Wertpapieren oder Immobilienkrediten. Ergänzt werden diese Basisprodukte mit Optionsrechten auf steigende oder fallende Kurse, man nennt sie daher strukturierte Finanzprodukte oder Derivate.

Wer in diese Produkte investieren möchte, sollte sich diese ausführlich erklären lassen. Wichtig ist die Hebelwirkung bei fallenden oder steigenden Kursen der Basisprodukte. Man sollte ebenfalls nachfragen, ob diese Produkte der Regulierung also der Finanzaufsicht unterliegen. Ist dies nicht der Fall, sollte nur derjenige investieren, der sich des Risikos bewusst ist. 

Vor jeder Geldanlage sollte sich der Anleger über seine Ziele bewusst sein. Wer Sicherheit als oberstes Ziel festgelegt hat, sollte diese abstrakten Produkte meiden.

Finanzruin (Bild: OpenClips / Pixabay)

Gier als Motiv

Nicht immer ist es die Unkenntnis bezüglich der Finanzprodukte, sehr oft ist es die Gier nach extrem hohen Renditen. Viele Anleger möchten in kürzester Zeit eine möglichst hohe Rendite erzielen, und sie möchten deutlich mehr Rendite erzielen als die anderen Anleger. Dieser Anlegertyp ist für unseriöse Anlageberater ein dankbares Opfer. Geblendet durch die hohen Renditen hinterfragen viele Anleger nicht mehr, wie solche Traumrenditen überhaupt erwirtschaftet werden sollen. Es gilt die Grundregel, dass nicht mehr Rendite gezahlt werden kann als erwirtschaftet wird. Wird dies dennoch versprochen, geht dies fast nur in sogenannten Schneeballsystemen. Bei diesen werden die Renditen aus neuen Anlagegeldern gezahlt. Die letzten Einzahler sind die größten Verlierer. Aber auch die Anleger zu Beginn verlieren in der Regel ihr Geld, da sehr viele die ausgeschütteten Beträge oftmals wieder investieren.

Jeder Anleger sollte darauf achten, dass die in Aussicht gestellten Renditen den Marktgegebenheiten entsprechen. Ist dies nicht der Fall, sollte der normale Anleger nicht in diese Produkte investieren. Nur wer bewusst ein hohes Risiko eingehen will, und die Finanzprodukte versteht, kann investieren.

Streuung der Geldanlagen

Der dritte große Fehler, den Anleger häufig machen, ist,dass keine Streuung (Diversifikation) der Geldanlagen erfolgt. Besonders dargestellte Fälle mit extrem hohen Verlusten zeigen fast immer diesen Grundfehler auf. Die Anleger haben den überwiegenden Teil ihrer Gelder, manchmal sogar all ihr Geld in ein einziges Produkt investiert. Hier besteht das große Risiko, dass im Fall einer negativen Entwicklung hohe Verluste entstehen, gelegentlich sogar der finanzielle Ruin eintritt. Es ist verwunderlich, dass die Anleger sich dieses Risikos nicht bewusst werden.

Eine Diversifikation bei der Geldanlage führt zu einem deutlichen Verlustrisiko. Die Gründe hierbei liegt in dem unterschiedlichen Risikoprofil verschiedener Finanzprodukte. Sparbücher, Tagesgelder sowie Bundesanleihen beinhalten gar kein Risiko. Aktien beinhalten ein hohes Risiko, wer aber auch hier breit streut, verringert auch hier das Risiko. Insgesamt gilt es, die gesamte Finanzanlagen so zu streuen, dass die persönlichen Ziele gewährleistet sind.

Kombination der Faktoren

Besonders tragisch wird für Anleger, wenn die vorgenannten Faktoren kombiniert werden. Unwissenheit und Gier gepaart mit keiner Streuung führt fast immer in den finanziellen Ruin. Unseriöse Anlageberater bieten diesen Menschen solche Produkte an, obwohl sie wissen, dass das Verlustrisiko sehr hoch ist. Anleger die solche Finanzprodukte kaufen und sich im Nachhinein als gutgläubig offenbaren, sind in der Regel finanziell naiv. Ein gesunder Menschenverstand sollte immer eingesetzt werden, und jede Finanzanlage kritisch hinterfragt werden.

Anleger die gerne etwas risikoreicher anlegen möchten, können dies tun. Dennoch sollten sie darauf achten, dass gestreut wird, und die Gier nicht Überhand gewinnt. Wenn dann noch Finanzkenntnisse hinzukommen, kann die Geldanlage eine ordentliche Rendite erbringen. Diese Anleger sind sich des Risikos bewusst und beklagen sich nicht bei Verlusten.

Containerschiffe als Finanzbeteiligung (Bild: OpenClips / Pixabay)

Fazit

Anleger sollten bei ihren Anlagen immer realistisch bleiben. Sie sollten vor jeder Investition überlegen, welche Grundregel für sie wichtig ist. Die Grundregeln bei Geldanlagen lauten Sicherheit, Rentabilität und Liquidität. Wer sich danach orientiert und sich diesbezüglich beraten lässt, dem droht in der Regel kein großes Verlustrisiko.Allerdings muss man sagen, dass niemand davor gefeit ist auf Betrüger herein zu fallen.

 

Autor seit 3 Jahren
90 Seiten
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