Victorio - Der Anführer der Chiricahua-Apachen (Bild: Bernd Teuber)

Victorio wurde von amerikanischen und mexikanischen Truppen gejagt

Die Ninth United States Cavalery unter der Führung von Colonel Edward Hatch und die Tenth United States Cavalerie unter Lieutenant Colonel Benjamin H. Grierson, die beide ausschließlich aus schwarzen Soldaten bestanden, legten auf der Jagd mehr als 1500 Meilen zurück. Victorio bekamen sie währenddessen nicht ein einziges Mal zu Gesicht. Im Spätsommer 1880 gelang es Grierson, die Apachen an den Rattlesnake Springs in den Sierra Diabolo Mountains zu überraschen. Sie hielten die Indianer davon ab, Wasser in ihre Behälter zu füllen, ohne sie entscheidend schwächen zu können.

Victorio floh mit seinen Leuten in die Carrizo Mountains und dann über die Grenze nach Mexiko. Texas Ranger James B. Gillett, zwölf weitere Rangers und hundert Freiwillige ritten im September hinterher, um Victorio zu fangen, mussten jedoch unverrichteter Dinge wieder umkehren. Erst als die amerikanische und mexikanische Armee gemeinsam gegen die Apachen vorging. wendete sich das Blatt. Am 14. Oktober 1880 wurde Victorio von mexikanischen Truppen unter der Führung von Colonel Joaquin Terrazas in Tres Castillos überrascht. Vierhundert Frauen und Kinder und hundert Krieger mussten sich die ganze Nacht hindurch in der unzugänglichen Berggegend südlich von El Paso gegen die angreifenden Mexikaner zur Wehr setzen.

Nana und sechzig Krieger nahmen blutige Rache für Victorios Tod

Als Victorio erschossen wurde und ihnen die Munition ausging, gaben sie auf. Die Apachen behaupteten jedoch, Victorio haben sich selbst getötet, um der Gefangennahme zu entgehen. Welche Version der Wahrheit entspricht, lässt sich nicht genau feststellen. Sicher ist nur, das sein Tod ihn zum Märtyrer machte und dafür sorgte, dass die Apachen den Kampf noch entschlossener fortsetzten. Nana, ein siebzigjähriger Krieger, der schon mit Mangas Colorado gegen die Weißen gekämpft hatte, führte die Überlebenden über die Grenze zurück.

Mit sechzig Kriegern zog er zwischen Juli 1881 und April 1882 eine blutige Spur durch das Arizona-Territorium. Die Indianer überfielen Rancher, Schafhirten und Goldsucher, um für Victorios Tod Rache zu nehmen. Selbst mit einem Aufgebot von über 1400 Soldaten gelang es der US-Armee nicht, den alten Mann zu fangen. Nana humpelte und litt an Gicht. Trotzdem legte er während des Rachefeldzugs mehr als tausend Meilen zurück. Selbst als die meisten seiner Krieger ins Reservat zurückkehrten, gab er nicht auf und schloss sich Geronimo, dem Häuptling der Che-ko-nen-Apachen an.

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