Visuelle Problemlaute

b oder d (Bild: (C) Sandra Gau)

Am Anfang stehen die Buchstaben. Die ABC-Schützen lernen Stück für Stück alle Laute kennen. Sie fügen sie erst zu Silben und später zu Worten aneinander. Und bei der Vielzahl an Buchstaben kann es auch passieren, dass der eine oder andere Schüler einiges miteinander vertauscht. Visuelle Differenzierungsprobleme sollten schnell erkannt und behoben werden, bevor sie sich verfestigen.

Buchstaben verwechseln ...

Wenn das Kind manchmal Buchstaben verwechselt, ist es als völlig normal einzustufen. Es sollte allerdings beobachtet werden. Häuft sich dieses Problem, müssen nebenher kleinere, abwechslungsreiche Übungen gegeben werden. Meistens handelt es sich um die Buchstaben b und d.

Der Merkzettel kann verschieden aussehen. Das b und d könnte auf einer Tafel abgebildet sein. In der Mitte müsste der entsprechende Merksatz stehen. Es kann wie nebenstehend ein laufendes b sein, umgeben mit passenden Wörtern. So auch mit dem d. Das Kind könnte später dazu animiert werden, selbst solche Bilder zu malen und Wörter passend zu ergänzen. Noch eine mögliche Variante wären ein Mädchen und ein Junge. Einer von beiden hat einen dicken Popo und der andere einen dicken Bauch. Kinder nehmen solche Bilder mit Humor. Und Humor prägt!

Bilder prägen ebenfalls und deswegen sollten die Merkzettel im gesamtem Wohnbereich einen Platz finden. Im Kinderzimmer kann es an der Wand vor dem Schreibtisch kleben, an der Decke oder Dachschräge über dem Bett. In der Küche könnte der Merkzettel am Kühlschrank haften, im Badezimmer direkt am Spiegel, im Gäste-WC bietet sich meistens die Tür an. Es kann jeder Ort sein. Selbst im Auto kann es mit einer Stecknadel befestigt an der Kopfstütze des Vordersitzes angebracht werden.

Und jedes Mal, wenn der Lernende an diesem Zettel vorbeikommt, kann er die Wörter vorlesen, buchstabieren und selbst Wörter mit b sowie d nennen und ebenfalls buchstabieren. Bis er oder sie den Problemlaut gefestigt haben.

Weitere Maßnahmen zum Verwechseln von Buchstaben

Neben den Übungen und Merkzetteln wird auch oft von Pädagogen sowie Sprachtherapeuten Kinesiologie empfohlen. Mit Kinesiologie ist es möglich, Lernblockaden zu lösen und die Leistungsfähigkeit zu verbessern. Am Bekanntesten ist "die liegende Acht". Entweder sie wird auf einem Blatt Papier gemalt oder einfach in der Luft. Dabei verspricht der Kinesiologe, dass sich die Gehirnhälften bei regelmäßiger Anwendung verbinden. Es entspanne die Augen und fördere obendrein das Sehen. Es biete die Basis zum Verständnis von Symbolen. In unserem Beispiel für die Buchstaben. Es bietet also die Grundlage zum Verständnis für das Schreiben und Lesen.

LRS heißt Lese-Rechtschreib-Schwäche

Wenn das Kind nun trotz aller Maßnahmen weiterhin die Buchstaben verwechselt, allgemein Lese- und Schreibprobleme aufweist, sollte ein LRS-Test bei einem professionellen Trainer gemacht werden. LRS steht für Lese-Rechtschreibschwäche. Betroffene lernen sehr langsam, da sie unter einer Störung im Schriftsprach-Erwerb leiden. Ihre Sinneswahrnehmung arbeitet anders. Es ist mit großer Anstrengung verbunden. Die Lernenden erhalten von einem LRS-Trainer spezielle Übungen. Dabei werden ihre Gedanken so gesteuert, dass ihnen das Erlernen des Schreibens und Lesens ermöglicht werden kann. Auch hier ist ein rechtzeitiger Eingriff empfehlenswert.

Für den Erfolg am Lernen ist es auch immer wichtig, dass der Wille des Kindes mitspielt. Wehrt sich der Schüler gegen das Erreichen des Wissens, prallt alles ab. Es kommt nichts an. Demzufolge ist es wichtig, dass Eltern, Lehrer, Nachhilfelehrer oder LRS-Trainer an einem Strang ziehen. Sich gegenseitig stützen und unterstützen.

Autor seit 5 Jahren
30 Seiten
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