Nahrung oder Lebensmittel - wie frei sind wir?

Täglich werden wir konfrontiert mit der Entscheidung, welche Nahrung wir zu uns nehmen. Der menschliche Organismus zwingt uns zum beständigen Handeln. Doch wie frei ist unsere Wahl?

Von Geburt an wird uns die Entscheidung, was wir essen sollen abgenommen durch Eltern und Erziehungsberechtigte. In die Pubertät gekommen nabeln wir uns ab und wählen frei unsere Speisen aus. Wirklich frei?

Die Nahrungsmittelindustrie gibt jährlich Milliarden Euro aus, um uns zu erzählen, was wir essen sollen. Der Konsum wird gesteuert, muss er ja auch, weil es immer wieder Engpässe bei verschiedenen Artikeln gibt. Das kann mit widrigen Wetterverhältnissen zusammenhängen, mit Tierseuchen und Umweltkatastrophen. Die Industrie ist bemüht, uns ständig wissen zu lassen, wie besorgt sie um unser Wohl ist. So bezeichnet sie sich gerne selbst als Lebensmittelindustrie. Ein weltweit operierender Gigant beherrscht uns mit der Fürsorge einer "Mutter". Wie früher zuhause, so fragen wir auch heute kaum nach, weshalb heute dies und morgen das besonders gut für uns ist.

Der Handel mit Nahrungsmitteln ist ein lukrativer Markt. Die Produzenten in 3.Welt-Ländern sind schwach und müssen alle Bedingungen annehmen. Der Endverbraucher ist manipuliert und jederzeit steuerbar.

Bis eine Banane unsere Kinder in die Schule begleitet ist sie durch viele Hände gegangen. Der Bananenpflücker kann sich mit seinem Lohn diese Frucht nicht leisten, selbst der Plantagenbesitzer ist heute verarmt. Das große Geschäft wird im Handel gemacht, der für über 80% der Kosten steht. Selbst der Transport über Tausende von Kilometer ist vergleichsweise billig. Haben wir zu einem Endpreis von 1,49 € pro kg die Bananen im Supermarkt liegen, bleiben dem Plantagenbesitzer meist nur  3 Cent. Für Transport und Steuern fallen etwa 25 Cent an. Über 1,20€ teilen sich die Händler untereinander. Das ist ihr gutes Recht, denn ohne ihre Arbeit würde bei uns überhaupt kein Bedarf bestehen. Dann würden die Bananen die Menschen vor Ort ernähren. Es würden Flächen zum Anbau existenziell wichtiger Lebensmittel frei werden, weil das Diktat des Handels auf Monokultur verschwinden würde.

Wir bestimmen durch unseren Konsum, ob wir Nahrungsmittel verbrauchen oder Lebensmittel erwerben.

Gärten sind Orte des Lebens

Gärten sind Orte des Lebens (Bild: kraeuterkoch24.de UGh)

des LEBENS Mittel


Bereits seit den Wirtschaftswunderjahren ist es schick, stets die ausgefallendsten Nahrungsmittel aus den entlegendsten Orten der Welt hierzulande aufzutischen. Ob es Tongabohne, Pitahaya, Tahiti-Vanille oder Himalaya-Salz ist - edel ist, was weit gereist.

In jüngster Zeit gibt es jedoch wieder ein "zurück-zu-den-Wurzeln", ein Trend zur Regionalität:

"der Herkunft der Lebensmittel ist

höchste Aufmerksamkeit beizumessen -

nehmt nur beste Ware,

so frisch wie irgend möglich,

kauft regional und nach Saison."

diesen Slogan könnte gestern eine Werbeagentur kreiert haben, tatsächlich ist es die Aussage von Archestratos von Gela  im 4.Jahrhundert v. Chr.

Dieser Gastrosoph der alten griechischen Kultur lebte auf Sizilien und setzte sich stets für heimische Lebensmittel ein. Ob auch er schon die Vision vom LEBENsmittel sah? Auch damals gab es schon die Tendenz, von den Feldzügen die exotischsten Speisen mitzubringen.

 

frische Gemüseküche der Region

frische Gemüseküche der Region (Bild: kraeuterkoch24.de UGh)

Mehrwertlieferant - wenn Essen funktioniert

Bewege ich mich im Einklang mit der Natur, verpflege ich mich auch naturverträglich. Jedes Gemüse hat seine Erntezeit und schmeckt genau dann besonders intensiv und saftig. Zu jeder Jahreszeit gibt es erntefrisch Obst, Gemüse und Kräuter. Die Natur hält uns eine paradiesische Auswahl an Lebensmittel bereit. Verändere ich meine Einstellung, ich entdecke "exotisches" direkt vor der Haustür.

Brennnesselspinat, Bärlauchpesto, Lavendelobst, Rosmarinkartoffel und Schwarzwurzelchips - großzügig ist die Auswahl unserer üppigen Vegetation. In jedem Monat des Jahres erhalte ich frische Lebensmittel auf den Wochenmärkten direkt vom Erzeuger. Ohne Umwege und Preistreiberei. So kann der Landwirt gut von seinem Ertrag leben und wir erwerben saubere Lebensmittel preiswert.

Ein unschlagbares Argument für das LEBENsmittel ist der Mehrwert, den uns die Produkte liefern. Nahezu jede Pflanze, die bei uns in der Natur wächst und für den Verzehr geeignet ist hat auch positiven Einfluss auf unsere Gesundheit. Noch heute können wir bei der Hl.Hildegard von Bingen nachschlagen und entdecken in ihrem Werk Physica die Beschreibung von 256 Pflanzen, denen sie ieine Heilwirkung zuschreibt. Auch neuere Untersuchungen über den Einfluss von Lebensmittel auf die Gesundheit bringen Erstaunliches hervor.

Himbeeren sind Krebskiller, Kastanien lassen das Gehirnvolumen wachsen, Rosenkohl senkt den Cholesterinspiegel; ganz zu schweigen von den vielen Heilkräutern, die wir wiederentdeckt haben. Im modernen Sprachgebrauch nennen wir diese Lebensmittel function-food.

Gesundheit - ein zartes Pflänzchen

Gesundheit - ein zartes Pflänzchen (Bild: kraeuterkoch24.de UGh)

die Frage ist...

Was esse ich heute? Dies bleibt auch weiterhin eine höchst persönliche Frage. Mich beeinflussen zu lassen ist mein gutes Recht. An mich zu denken ist eine mir gegebene Pflicht. Zur Kür wird sie, wenn ich bei der Auswahl meiner Nahrung kurzsichtig bin und nach regionalen Produkten der Saison schaue. Weitsichtig handle ich dadurch, weil ich mich für weniger Lebensmittelmüll, Umweltschädigung und Rücksichtslosigkeit entscheide.

 Eine Warnung möchte ich zum Schluss dieses Beitrages noch aussprechen:

Entscheiden Sie sich in Zukunft öfter für LEBENsmittel kann es zu Nebenwirkungen kommen:

Oft fühlen sich Testpersonen, die das Mittel einnahmen grundlos euphorisch. Arztbesuche verringern sich bei den meisten Anwendern, sie sollten bei Zeitschriftenentzug auf das Leben zurückgreifen. Bei mehreren getesteten Personen hat sich das Körpergewicht reduziert. In seltenen Fällen kommt es zu längerandauernden Wohlfühlphasen. Der Verzicht auf Geschmacksverstärker und künstlichen Zusatzstoffen kann in sehr seltenen Fällen zu Entzugserscheinungen führen.  

Es gibt Krankheiten, die nur durch richtige Ernährung geheilt werden können. (Hippokrates)

Kochen erzeugt Gefühle

Autor seit 6 Jahren
28 Seiten
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