War bin Laden eine Frau?

Nachträglich meine besten Glückwünsche zum Weltfrauentag am 8 März, meine DamInnen und HerrInnen! Ich muss zugeben, leider erst spät auf diesen bedeutsamen Freudentag aufmerksam gemacht worden zu sein. Gerne würde ich in den linken Tenor einstimmen, von wegen dass jeder Quatsch aus den USA stamme. Aber das wäre unsensibel - und wie gewiss jeder Leser meiner sporadisch veröffentlichten Artikel bestätigen kann, liegt mir jegliches unsensibles Verhalten fern. Belassen wir es deshalb mit dem Hinweis darauf, dass der Weltfrauentag als Ziel die Erlangung des Frauenwahlrechts verfolgte.

Hundert Jahre später dürfen auch Frauen längst darüber mitentscheiden, wer ihnen den größten Teil des Arbeitslohnes wegnehmen oder ihre persönliche Freiheit beschneiden darf. Ein großer zivilisatorischer Fortschritt! Neben den üblichen "Frauen sind die besseren Menschen"-Artikeln, wie etwa der Feststellung, dass Frauen die besseren Autofahrer seien, kann man angelegentlich auch kritischere Töne hören: Verriet eine seiner eigenen Ehefrauen bin Laden?

Nicht schon wieder...Ehefrau Nr. 3, Khairiah Saber, sei eifersüchtig gewesen und wird vom pakistanischen Geheimdienst, der offenbar von der "Bild" beeinflusst und an pikanten Details interessiert zu sein scheint, als "äußerst aggressiv" beschrieben. Dies würde meiner Ansicht nach gut ins Bild des Pantoffelhelden passen. Bei seinen Außendiensten in afghanischen Höhlen und vor der Kamera ein furchtloser Krieger, zu Hause ein Waschlappen. Wer weiß, welche Enthüllungen uns noch bevorstehen? Vielleicht jene, dass er zu Hause die Wäsche bügelte, auf dem Wäscheplatz aufhing und dabei Smalltalk mit den Nachbarn betrieb, die ihn als freundlichen Menschen beschreiben, der jederzeit zu einem Späßchen aufgelegt war ("Keiner konnte Judenwitze besser erzählen als er")? Ordnete er die 9-11-Anschläge aus purem Frauenhass an? Kompensierte er mit dem Fall der mächtigen WTC-Türme seinen kleinen Schniedelwutz? Hatte er überhaupt einen? War bin Laden am Ende gar kein Mann, sondern eine verkleidete Frau? Das wäre wohl die ultimative Pointe: Osama bin Laden, geborene Aisha bin laden, in Wahrheit eine Frau, die in einem unglaublichen Akt femininen Strebens nach Anerkennung zur Terroristin wurde! Diese Vorstellung hat einen gewissen Charme: Man stelle sich die Horden an Psychologen, GutmenschInnen und Terrorverstehern vor, wie sie verkrampft versuchten, aus dem verhassten Terroristen eine missverstandene, tragische Figur zu schnitzen. Gut Holz, Kameraden!

Waschen, legen, abzocken!

Aber zurück zum Weltfrauentag: Jeder leistete seinen Beitrag dazu, wenn auch auf höchst unterschiedliche Weise. Etwa die Abgeordneten der Partei des real satirischen Sozialismus "Die Linken".

Am Donnerstag erschienen im Bundestag nur Frauen, die Männer machten an dem Tag landesweit ein Praktikum in sogenannten Frauenberufen. [...] Linksfraktionschef Gregor Gysi macht ein Praktikum in der Kindertagesstätte Waldspielhaus in Berlin, der Parteivorsitzende Klaus Ernst verteilt Essen in Schweinfurt, und Fraktionsvize Ulrich Maurer versucht sich als Friseur.

Donnerwetter! Das ist ja wirklich mutig! Essen verteilen, Haare schneiden,... das sind die wahren Herausforderungen des Lebens. Wobei ich hoffe, dass die lieben Kleinen in der Tagesstätte keine bleibenden Schäden davontragen ("Mami, bist du eine kapitalistische Ausbeuterin?", "Wäh! Ich will keinen Spinat essen! Ihr Faschisten!"). Interessanter fände ich die umgekehrte Position, also weibliche Abgeordnete in typischen Männerberufen: Katja Kipping beim Streichen der Außenfassade im dreißigsten Stockwerk, oder die stellvertretende Vorsitzende Halina Wawzyniak beim Kanalräumen, wo man mit den braunen Schattenseiten des Staates in Berührung kommt. Sahra Wagenknecht könnte ich mir gut als Moderator einer Dauerwerbesendung vorstellen. Beim Verkloppen von überteuertem Geschirr oder billigen Technikschrott erhält man fürs Abgezocktwerden zumindest einen realen Gegenwert.

Hach ja, wo sind die guten, alten Zeiten hin, als die existenziellen Fragen der Frauen nicht "Wer ist der skrupelloseste Scheidungsanwalt?" und "Haben Sie keine Frauenquote in Ihrem Betrieb?" lauteten, sondern...

 

Ein Ring, ihn zu knechten ...

Meine Lehrerin, der Pornostar

"Na, liebe Schüler, wer weiß, wonach das aussieht? Ja, Alice?"Wie bringt man die Schüler dazu, nicht nur ordnungsgemäß, sondern sogar mit Freuden zur Schule zu gehen? Sicher: Man könnte Schulschwänzen mit Geldstrafen belegen, aber das löste das eigentliche Problem nicht. School sucks! Das dachte sich wohl auch eine 31-jährige Lehrerin in Kalifornien und verdingte sich nebenher als Pornodarstellerin. Pornos sind offenbar Videoaufnahmen von nackten Menschen, die ihren fleischlichen Gelüsten nachgehen. So genau weiß ich das nicht und gebe lediglich wieder, was ich gehört habe.

Die Schulleitung fand den Nebenjob der Lehrerin, aus welchen Gründen auch immer, anstößig und suspendierte sie. Was für eine Chance zur Gestaltung eines interessanten Unterrichts wurde hiermit vergeben! Schüler hätten sich am Schultor um das Privileg geprügelt, am Unterricht besagter Lehrerin teilnehmen zu dürfen. Findige Jugendliche hätten Eintrittsgeld verlangen können. Und falls die sowohl im schulischen, wie auch im horizontalen Gewerbe beschlagene Dame auch noch ausgerechnet Biologie gelehrt hätte...

 

Männer: Evolutionärer Irrtum

Apropos Biologie: Der wohl größte Fehler der Evolution ist die Trennung der Geschlechter. Was hat sich Mutter Natur dabei gedacht, dem vollkommenen weiblichen Geschöpf minderwertiges Männerfleisch zur Seite zu stellen? Dieser evolutionäre Fehlschlag zwingt tapfere Menschinnen dazu, mittels Gesetzen das Leid der weiblichen Bevölkerung wenigstens ansatzweise lindern zu helfen. Nicht immer geht es dabei um die ganz großen Themen - mitunter sind auch kleine Schritte nötig auf dem Weg zu einer männerlosen, durch und durch verweiblichten Gesellschaft. Nehmen wir nur die Karenz her: Warum sollen nur Frauen unter ihrem Nachwuchs leiden, der sie am Aufstieg zum voll emanzipierten, erfolgreichen Superweib behindert? Auch Männer sollten ihren Anteil dabei leisten, die Mühsal der eigenen Kinder erträglicher zu gestalten. Das nennt man neuerdings verniedlichend "Papamonat". Daniela Musiol, Abgeordnete der Grünen und als Familiensprecherin für diese bemerkenswerte Gerechtigkeitsbewegung tätig, vertritt in diesem Interview Ansichten, die sich mit meinen nicht unbedingt decken. Glücklicherweise leben wir in einer Demokratie, wo die Ansichten des Einzelnen keine Rolle spielen, so er über keine Machtposition verfügt.

Da heißt es etwa:

[Frage] Was soll passieren, wenn der Vater nicht will?

Musiol: Wahrscheinlich eine Geldstrafe. Es geht aber vor allem um ein Signal an den Arbeitgeber, dass er beim Mann ähnlich wie bei der Frau den Mutterschutz einkalkulieren muss. Das würde auch bei der Gleichstellung viel bringen.

Diese entwaffnende Ehrlichkeit gefällt mit bei Linken ganz besonders! Schließlich treten sie mit dem Anspruch von Gerechtigkeit und der Wahrung von Freiheit und Individualität auf. Blöderweise - so ein Mist aber auch! - sind wir Normalsterblichen einach nicht in der Lage, unsere eigenen Leben zu bestreiten, weshalb wir auf die Hilfe politischer Führungspersönlichkeiten angewiesen sind.

Sehr schön auch folgendes Bonmot:

In Zeiten der Patchworkfamilien leben Kinder bereits heute oft nicht mit Vater und Mutter zusammen.

Richtig. Bei der Zerstörung der traditionellen Familie hat das linke Establishement vorbildliche Arbeit geleistet! Das Leben einer Frau ist schließlich erst dann erfüllend, wenn sie ihr Kind alleine aufzieht und es in staatliche Obhut geben muss, um ihren Vollzeitjob ausführen zu können. Man muss offenbar rechtspopulistischer Unmensch sein, um den Standpunkt zu vertreten, dass Menschen selbst über das Wohlergehen ihres Nachwuchses entscheiden sollten.

Dummerweise gibt es immer noch weiße Flecken auf der Karte der Rundumversorgung durch den Staat. Ein Missstand, dem sich dieser bemerkenswerte Artikel annimmt.

Ausgehen als Eltern von kleinen Kindern - es ist ein einziges Drama: Ist der Entschluss erst mal gefasst (in der Regel zwei Wochen vor dem Event), braucht es als Erstes einen Babysitter des Vertrauens. Ist das organsiert, stellt sich aber sogleich die nächste Frage: Wer betreut das Kind in der Früh, wenn man sich von den Strapazen der durchfeierten Nacht eigentlich erholen sollte?

Ich glaube, in ein paar Jahrhunderten werden unsere Nachkommen ganz fassungslos sein, wie wir ohne Fußgängerführerschein, Besohlungsberechtigung und staatlich ausgebildeten Schutzmann die Straße überqueren konnten. Und Kinder werden von weiblichen Roboterstimmen von jenen schrecklichen Zeiten erfahren, als Eltern für ihre eigenen Kinder verantwortlich waren und diese nicht gleich nach der Geburt von der Mutter getrennt, gestempelt und in die Kita überstellt wurden, wo ihnen von weisen Bürokraten sozial gerecht und ausgewogen Namen zugeteilt wurden.

 

Kriegsursache Fehlinterpretation?

Ja, ja, früher war alles einfacher! Da erklärte ein Land dem anderen den Krieg, weil es wieder mal nicht in der Schule aufgepasst hatte, oder ein Genosse, der es schaffte, auf absolut jedem Foto belämmert zu wirken, versicherte, es werde keine Mauer gebaut. Unmittelbar vor dem Mauerbau, was angesichts der heutigen Erfahrungen mit Handwerkern wie pure Science Fiction wirkt.

Heute hingegen kann schon eine Fehlinterpretation Kriege verursachen.

Verstehen alle Beteiligten die Kalkulationen ihrer Gegner? Israel und die USA wissen bedenklich wenig über die Lage in Iran. Begrenzt ist auch das Verständnis der Mullahs, wie Entscheidungen im Westen fallen. Der Irakkrieg wurde nicht zuletzt wegen solcher Fehlperzeptionen geführt. Saddam verhielt sich so, als habe er etwas zu verbergen. Er hielt die US-Geheimdienste für perfekt und konnte sich nicht vorstellen, dass sie nicht wissen, dass er keine Massenvernichtungswaffen hat, sondern nur so tut als ob, um nicht von innen gestürzt zu werden.

Eben: Der Irakkrieg wurde vom weltgrößten Hersteller und Besitzer von Massenvernichtungswaffen geführt, um sicherzustellen, dass eine unbedeutende Region irgendwo in Asien selber keine Massenvernichtungswaffen besitzt. Die Sicherung der Öllieferungen, der Einfluss der US-Rüstungsindustrie oder Wahlpropaganda spielten dabei keinerlei Rolle. Es waren einfach nur Missverständnisse, über die man lachen könnte, wenn es nicht Tote deshalb gegeben hätte. Ein Trost für die so unmenschlich unter Druck stehenden Eliten in den USA, Israel oder dem Iran mag sein, dass eh nur das eigene Volk den Kopf hinhalten muss. Jetzt sind die Mulis, pardon: Mullahs gefragt, den US-Geheimdiensten glaubhaft zu verklickern, dass sie keine Atombomben besitzen und nur so tun als ob, um nicht gestürzt zu werden. Ich drücckte unseren fortschrittlichen Genossen jedenfalls ganz, ganz fest die Daumen, dass ihnen dies gelinge und sie ihre Werte wie Freiheit und Gleichberechtigung in die ganze Welt vertreiten können. Shalom!

Autor seit 6 Jahren
837 Seiten
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