Die Leiche schmieden, solange sie noch warm ist

Keine drei Wochen ist Whitney Houston tot, schon laufen offenbar die Vorbereitungen für einen Film über die viel zu jung verstorbene Soul-Diva. Um nicht allzu taktlos zu erscheinen, behauptet der kolportierte Produzent des Filmes, Clive Davis, dass das Projekt bereits seit Monaten geplant gewesen und Whitney begeistert davon war. Nun, wie heißt es so schön: Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist! Oder in diesem Fall: Man muss den Rummel am Köcheln halten, solange die Leiche noch warm ist.

Was erwartet den geneigten Kinogeher wohl demnächst? "Die Rückkehr des Muammar"? "Verrückt nach Osama"? Oder das Sequel zu "Titanic", das in der Gegenwart angesiedelt ist und auf der Costa Concordia (Besetzung: Johnny Depp als tapferer Kapitän, Megan Fox als moldawisches Blasinstrument und Jürgen Prochnow als Smutje, der die Kartoffeln nicht schält, sondern zerdrückt) spielt? An dieser Stelle möchte ich zudem sämtliche Radiosender bitten, nicht ständig dieselben drei Whitney-Houston-Titel zu spielen, nachdem sie zehn Jahre lang praktisch völlig ignoriert wurde.

Nazi-Gold zurück nach Deutschland?

Symbolfoto! Bitte nicht ausschneiden und bei der Bank eintauschen versuchenWie würden Sie, verehrter Leser, folgende Schlagzeile bewerten: "Sensationsfund in den Alpen! Zwanzig Tonnen Nazi-Gold gefunden! Schatz kehrt an den rechtmäßigen Besitzer, die Bundesrepublik Deutschland, zurück."

Geschmacklos? Etwas in seiner historischen Dimension Vergleichbares ereignete sich vor wenigen Tagen. Die Vorgeschichte: 2007 hob ein US-Bergungsunternehmen den an Bord befindlichen Schatz einer vor Portugal versenkten Galeone. Ein US-Gericht beschied, dass die insgesamt 23 Tonnen an Gold- und Silbermünzen, sowie Goldobjekten Eigentum Spaniens seien. Der spanische Staat darf sich über rund 400 Millionen Euro freuen, das Bergungsunternehmen... nun ja, es liegt ja noch genug Krempel auf den Meeresböden herum für diese bösen Kapitalisten!

Interessant ist die Angelegenheit natürlich insofern, als der Schatz usprünglich aus Peru stammt und unzweifelhaft von den spanischen Eroberern geraubt wurde. Eroberern, die seit gut zwei Jahrhunderten tot sind. Ein meiner Ansicht nach seltsames Gerechtigkeitsverständnis: Derjenige, der das Beutegut sicherstellt und derjenige, dem es entrissen wurde, gehen zu Gunsten der Nachkommen der Diebe leer aus? Die Logik dahinter erschließt sich mir jedenfalls nicht. Allerdings werde ich mir, sollte ich im Garten oder unter der Matratze den Schatz der Templer finden, gründlich überlegen, dies an die große Glocke zu hängen.

Zur Beruhigung: Musik!
Daler Mehndi ist ein indischer Bhangra-/Pop-Sänger. Er studierte traditionelle panjabische Musik, und sein erstes Album brach die Verkaufsrekorde in Indien. Seit 1995 hat er viele erfolgreiche Alben in Indien aufgenommen und war des Öfteren in Bollywood-Filmen als Sänger zu sehen. In den letzten Jahren hatte er zunehmend internationalen Erfolg, was ihm sogar erlaubte, eine Tour durch die USA zu unternehmen. Mehndi ist neben seiner Gesangskarriere bekannt als Philanthrop, der sich für...

Scheiß Kapitalismus!

Sie kennen bestimmt diese "Was wurde aus...?"-Rubriken in Zeitungen. Nun, da sich die Gelegenheit bietet, möchte ich auf einen vor wenigen Monaten veröffentlichten Artikel zum "Cafe Rosa" der Universität Wien verweisen. Das "antikapitalistische" Vorzeigewerk gelebten Hirninfarkts, soll kurz vor der Schließung stehen. Ironischwerweise auf Grund schwerer Verschuldung. Der schlimme Neo-LIberalismus macht halt auch vor Herzprojekten auf Kosten anderer nicht Halt! Nun soll ein kommerzieller Betreiber das Cafe weiterführen. Gewiss: Das Lehrgeld ist hoch, aber dafür konnten sich ein paar Weltverbesserer ihren Traum vom antikapitalistischen Paradies erfüllen. Und wenn schon nicht Milch und Honig, so flossen zumindest Kaffee und fast 400.000 Euro an Förderungen. Sollte nun Starbucks seine geschätzt zweimillionste Filiale ausgerechnet dort eröffnen, wäre das natürlich ein besonders übler Treppenwitz.

Man kann nur erneut attestieren, dass Antikapitalismus die ärgerliche Eigenschaft hat, Mal um Mal an den Tücken der Wirklichkeit zu scheitern. Aber: Gebt nicht auf, liebe AntikapitalistInnen! Der gerechte, real existierende Sozialismus kollabierte auch nur an der Bösartigkeit und moralischen Verdorbenheit der Volksgenossen, die es irgendwann satt hatten, für einen Brot Laib vergebens anzustellen oder Verwandte und Freunde in Lagern verschwinden zu sehen. Nur Mut: Vereint schaffen wir das Comeback dieses gelebten Paradieses auf Erden!

Konsequenter Sprachstreik

Ich entschuldige mich hiermit öffentlich, den "transnationalen Migrant_innenstreik" am 1. März verpasst zu haben. Dabei ist deren Ansinnen ein höchst Edles:

Wir lassen uns nicht eindeutschen. Wir sind hier und reden mehrsprachig! Auf der Straße mit Slang und eigenem Akzent, in der Arbeit gscheit, in der Schule gleich in mehreren Sprachen und wie wir es für angebracht halten, wie es uns passt. Weil es unser Recht ist und unsere Freude, und weil Sprache das Mittel ist, mit dem wir uns zur Wehr setzen!

Ja, natürlich ist das euer Recht. Ist es eigentlich auch mein Recht, diesen "Streik" als albern zu erachten? Und die obligatorische Frage zu stellen, warum allährlich tausende Menschen in das ach so faschistische, intolerante, ganz und gar abartig böse Österreich strömen, anstatt einen weiten Bogen herum zu machen?

Und wozu es eines "Streiks" für das Anliegen bedarf, wenn es doch zig tausende Menschen gibt, die das ganze Jahr über die Amtssprache Deutsch bestreiken, an Österreich lediglich die hohen Sozialleistungen (schließlich hat man ja ein Anrecht auf das Geld anderer!) schätzen und ansonsten keinerlei Gedanken an Integration oder Toleranz verschwenden? Und warum erlernen wiederum tausende anderer Immigranten mühelos die deutsche Sprache und bemühen sich um Integration?

Sicher: Ich könnte darauf hinweisen, dass eine Amtssprache das gemeinsame Zusammenleben erheblich vereinfacht. Aber dann würde ich derlei Unsinn viel zu viel Aufmerksamkeit widmen. Wie wäre es eigentlich, wenn die Steuerzahler in einen Streik treten und somit die Sozialhilfen plötzlich nicht mehr fließen würden? Wie, bitte? Verzeihung, mir war nicht klar, dass das natürlich faschistorechtspopulistischmenschverachtend ist! Ich distanziere mich hiermit von diesem Text und werde ihn demnächst öffentlich verbrennen.

Schutzbedürftige Frauen

Sind Frauen eigentlich hilsbedürftige Behinderte? Diesen Eindruck hinterlässt jedenfalls der Feminismus bei mir. Da forderte die österreichische FrauenministerIn vor der wehrlosen UNO-Generalversammlung in New York mehr "Investitionen in Frauen", um

Bildung und wirtschaftliche Unabhängigkeit in den Empfängerländern und damit auch ihr Selbstbewusstsein zu fördern.

Richtig, denn nichts fördert das Selbstbewusstein mehr, als wie ein schutzloses Kind patronisiert zu werden. Vielleicht sollte ich bei meinem nächsten Supermarktbesuch die Fleischverkäuferin fragen, ob ihr das Eintüten der Würstchen eh nicht zu anstrengend sei oder sie das Abwiegen überfordere und ich ihr einen VHS-Kurs bezahlen solle.

Noten gehören verboten!

Apropos Bildung: Einen formidablen Vorschlag, wie man das Bildungsniveau drastisch heben kann, unterbreitete die Bildungsministerin. Demnach sollen an der "Neuen Mittelschule" statt 5 künftig 7 Notenstufen zur Anwendung kommen. Ziel der Maßnahme: Die Anzahl der "Nicht Genügend" zu verringern.

Mir geht diese Initiative nicht weit genug: Warum soll in der Schule überhaupt das Wissen oder Nichtwissen der Schüler beurteilt werden? Und ist "Leistung" nicht per se übelste kapitalistische Ausbeutung? Mein Vorschlag: Jeder Schüler erhält am ersten Schultag ein Diplom und darf wieder nach Hause gehen. Das motiviert, erspart viele Jahre mühsamen Paukens und senkt die Bildungskosten enorm.

Und bitte denken Sie nicht, das wäre Satire! Die aktuelle österreichische Bundesregierung erweckt nicht den Eindruck, allzu lange an Schulen verbracht zu haben...

Lena hat noch 50 Jahre Zeit ...

Abschließend noch ein kurzer Streifzug durch die Kultur. Beim kommenden Song Contest wird Österreich gewiss würdig von den Trackshittaz vertreten. Mozart, Haydn, Schubert, Trackshittaz. Ich finde, das klingt sehr schön und vielversprechend!

Die Konkurrenz auf dem Weg zum Sieg ist aber hart: Großbritannien, immer für Skurrilitäten gut, entsendet den mittlerweile auch schon 76-jährigen Engelbert Humperdinck. Wir sollten nicht allzu überrascht sein, falls Schweden mit ABBA und Italien mit Adriano Celentano kontern würden. Deutschland hat ja leider verabsäumt, Johannes Heesters zu nominieren.

Noch mehr Satire in geballter Form
Filmriss - 19 SF-Filme für die Tonne
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