Ohne Frauenquoten geht gar nichts

Sie erfüllt übrigens keine Frauen-, sondern eine Brillenträgerquote...Dem letztwöchigen Themenschwerpunkt Weltfrauentag wollen wir erneut huldigen. Österreichs FrauenministerIn Gabriele Heinisch-Hosek beweist, dass Frauenförderung und wirtschaftliches Denken eng miteinander verknüpft sein können. Ihr Vorschlag: Aufträge des Kanzleramts bis zu einem Auftragswert von € 100.000 sollen an Unternehmen vergeben werden, die bestimmte Bedingungen der Frauenförderung erfüllen. Mit Gängelung, Willkür oder gar Diskriminierung hat das natürlich überhaupt nichts zu tun, denn:

Dabei könnten die Firmen "aus einer ganzen Palette von Maßnahmen wählen, die wir vorschlagen".

Mustergültige Demokratie eben! Der Staat gibt Bedingungen vor, und diese kann der Einzelne erfüllen oder auch nicht. Es ist somit ganz alleine seine Wahl und es wurde nicht der geringste Druck ausgeübt. Nun gut, ganz ohne gutes Zureden geht es denn doch nicht, da Pönalen von bis zu € 10.000 bei Verstößen verhängt werden sollen. Aber bekanntlich muss man die unverbesserlichen Menschen - das sind all jene, die die eigenen Ansichten nicht teilen - zu ihrem Glück zwingen.

Das meint auch EU-Justizkommissarin Viviane Reding und beharrt auf die Einführung von Frauenquoten. Ihre Begründung:

"Wo es gesetzliche Regeln gibt, gibt es Fortschritte", sagte die Luxemburgerin.

Welche Fortschritte das sein sollen?

Alle Studien aus der Wirtschaftswelt würden zeigen, dass Unternehmen, in denen mehr Frauen vertreten seien, profitabler seien und mehr Arbeitsplätze schaffen.

Und, ja, ich weiß, dass ich mich wiederhole. Aber meine Antwort auf derlei Behauptungen ist: Warum erkennen das die Unternehmen eigentlich nicht selbst? Und falls es so sein sollte, würde dies doch gerade zur beabsichtigten Frauenförderung führen! Wenn Unternehmen A Frauen diskriminiert und dadurch weniger profitabel wird, während Unternehmen B durch gezielte Frauenförderung effizienter oder profitabler wird, wer setzt sich dann am Ende durch? Und wer wird als Vorbild für anderen Unternehmen dienen? Eben!

Ah, aber sehen Sie, werter LeserIn, um Wahlfreiheit oder Gleichberechtigung geht es im Grunde genommen gar nicht. Frauenquoten werden überall dort gefordert, wo Macht, Prestige und Geld locken, ohne sich die Fingernägelchen abzubrechen. Bevorzugt für die Vorstandsetagen oder bequemen Beamtenversorgungsjobs wird auf Frauenquoten gepocht. Niemals werden Sie von Frauenförderung oder verpflichtenden Frauenquoten bei der Autobahnmeisterei lesen. Diese gefährlichen, schlechte bezahlten Drecksarbeiten dürfen ruhig weiterhin die Männer erledigen. Ungerecht? Aber wo denn! Wären sie halt als Mädchen auf die Welt gekommen...

Der Gerechtigkeit halber sollte man natürlich hinzufügen, dass Frauenquoten durchaus Wirkung zeigen können. Nehmen wir nur Pagewizz und seine Autorinnen her. Denken Sie ernsthaft, Autorinnen wie Grace oder Textdompteuse würden deshalb zu den beliebtesten Autoren zählen, weil sie gut recherchierte und flüssig geschriebene Artikel schrieben? Ich bitte Sie! Ohne entsprechende Frauenquote wäre Pagewizz ein Männerklub, in dem graumelierte Zwirbelbartträger schlüprige Altherrenwitze posteten und jede Autorin mit dem Hinweis ausschlößen, dass sie in der Küche besser aufgehoben wäre.

Gina-Wild-Allee?

So ruhig, so friedlich, so ganz ohne FeministInnen...Bestimmt ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass viele Straßennamen nach berühmten Männern benannt sind. In Wien setzt man deshalb darauf, Straßen verstärkt nach Frauen zu benennen, etwa in Aspern:

Auch in Zukunft sollen die Straßen in Aspern – 100 bis 120 Namen werden vermutlich in Summe bis 2030 zu vergeben sein – wenn sie nach Menschen benannt werden, Frauen gewidmet sein

Das Problem dabei: Gar so viele berühmte Österreicherinnen außerhalb der Politik scheint es nicht zu geben. Somit muss man auch auf weniger prominente Namen zurückgreifen, wie beispielsweise eine gewisse Susanne Schmida. Sie war die Gründerin der ersten österreichischen Yogaschule. Wundern Sie sich also nicht, wenn demnächst Straßen mangels prominenter Frauen nach Hundetrainerinnen oder Promi-Friseurinnen benannt werden sollten. Persönlich würde ich die Gina-Wild-Allee sehr schön finden. Sicher: Dabei handelt es sich um eine ehemalige Ganzkörperdarstellerin. Aber zumindest ihren Namen hat jeder Mann schon mal gehört und so mancher dürfte positive Erinnerungen mit ihr assoziieren, wenn er durch das regenfeuchte Gras schreitet, an seinem Eis lutscht und die strammen Pappeln im Wind erzittern sieht.

Zu wenig Steuern!

Im real existierenden Sozialismus war die Mangelwirtschaft der primäre Wirtschaftssektor. Aus diesen Erfahrungen hat der surreale Sozialismus in Österreich gelernt. Hier mangelt es wahrlich an nichts: Die Korruption erblüht allenorts, unablässig erfreuen uns neue Gesetzeslawinen, die sensationellen Steigerungen des Budgetdefizits würden selbst Reinhold Messner vor eine unlösbare Aufgabe stellen, und über zu wenige und zu hohe Steuern darf man sich in diesem Land wahrlich nicht beschweren.

Damit dies alles so bleibt, tagen die Wiener Sozialdemokraten im schönen Rust. Bundeskanzler Faymann warnte dabei vor weniger Steuern und dem Zurückdrängen des Staates. Seine Argumentation ist schlüssig:

Wenn der Staat aber kein Geld habe, gebe es keine Investitionen in Bildung, Infrastruktur, Gesundheitswesen und menschenwürdiges Altern.

Das ist natürlich völlig richtig! Nur der Staat kann Schulen und Straßen bauen, das Gesundheitswesen betreiben und Pensionen bezahlen. Insofern ist es verständlich, dass der Staat noch mehr Geld benötigt, um die ihm übertragenen Aufgaben - die Gestaltung unserer Existenzen - erfüllen zu können. Gerade die SPÖ genießt mein volles Vertrauen, hat sie doch in ihrer mittlerweile - durch sechs schreckliche Jahre unterbrochenen - Herrschaft über 4 Jahrzehnte dieses Land in einen europäischen Garten Eden verwandelt, wo Adam und Eva auf Grund der hohen Steuern nackt herumlaufen und die Schlange das Sagen hat.

Lieber HerrIn BundeskanzlerIn: Bitte halten Sie unbeirrt den Kurs und lassen Sie sich von rechtspopulistischen Faschoislamohphobkapitalisten bloß nicht beirren, die dem Volk Blödsinn von wegen weniger Steuern oder mehr Freiheit einzureden versuchen. Alles üble Propganda! Was tun die Leute denn, wenn sie mehr Lohn ausbezahlt bekommen? Sie kaufen sich ohnehin nur unnütze Dinge oder Süßspeisen, die sie dick machen, wie den Mohr im Hemd.

Gimme Mohr!

Hilfe! Ein Mohr-Kater!Und das wäre nun wirklich übelster Rassismus und schlimmste Menschenverachtung! Also nicht das Kaufen von Süßspeisen, sondern die Bezeichnung "Mohr im Hemd". Leider muss man feststellen, dass unsere Speisekarten eine Ansammlung grauenhaftester Rassendiskriminierung sind (Anmerkung: Link zu "sosmitmensch.at/stories/6484" nicht mehr gültig):

[...] verständlich, dass sich schwarze Menschen von der Wortwahl "Mohr" und von Speise- und Getränkebezeichnungen mit diesem Begriff - wie z.B. dem "Mohr im Hemd" - verletzt fühlen. Selbiges gilt auch für Speise- und Getränkebezeichnungen, die andere diskriminierende Begriffe enthalten, wie dies zum Beispiel beim "Zigeunerschnitzel" der Fall ist.

Wiener Würstchen? Oder Frankfurter? Egal: Hauptsache menschenverachtend! Harr!!!Und nehmen Sie bitte nicht an, es würde sich ohnehin niemand an diesen Bezeichnungen stoßen. Wer hätte nicht von den Massendemonstrationen der Roma und Sinti gegen diffamierende Zigeunerschnitzel gehört? Oder von Bauern gegen das Bauernbrot? Schließlich definieren sich die meisten Menschen über das Essen und die Bezeichnungen hierfür. Jeder Biss in ein Weißbrot schmerzt mich als Weißen genauso, wie einen Schwarzen das Auflöffen eines Mohr im Hemd. Insbesondere auf Grund der negativen Konnotationen damit. Es ist ja nicht so, als würde man eine derartige Speise mit höchstem Gaumengenuss assoziieren. Ganz im Gegenteil: Voll rechtsextremer Verachtung wider alle Nichtweißen bestellt sich der Bösmensch einen Mohr im Hemd, obwohl er Kuchen nicht ausstehen kann, und verspeist ihn mit hinterlistiger Verachtung für alle Schwarzen. In der Gewissheit, es den Schwarzen mal wieder so richtig gezeigt zu haben, freut sich der Kuchenfaschist über die Qualen, die Millionen Afrikaner beim Verspeisen zweifellos erlitten haben.

Glücklicherweise scheint die Benennung von Wurstsorten nach Städten auch weiterhin völlig unproblematisch zu sein, sodass wir Wiener, Debrezinger oder Frankfurter Würstchen ohne schlechtes Gewissen futtern können, ebenso wie die LInzer Torte oder den Nürnberger Stollen. Sollte ich damit Einwohner dieser Städte beleidigt haben, bitte ich um Verzeihung.

Schlimme Zustände: Nazis werden diskriminiert!

Wie tolerant muss man eigentlich sein? Nun, das kommt ganz darauf an, wer einem gegenübersteht. Eine oberösterreichische Disco verstieß gegen das Gleichbehandlungsgesetz, weil es angeblich zwei dunkelhäutigen Gästen den Eintritt verwehrte. Es irrt, wer denkt, dass sich ein Geschäftsbetreiber seine Kundschaft einfach so aussuchen könne. Denn: Es handelt sich bei Geschäftslokalitäten um "öffentliche Orte". Im Gegensatz etwa zu Privatwohnungen. Wenn also das nächste Mal zwei Exemplare der Spezies Zeugen Jehovas vor Ihrer Tür stehen, müssen Sie diese nicht hereinbitten und sich bei Kaffee und Kuchen ihre Standpunkte anhören. Jedenfalls nicht, solange die Gutmenschenlobby uns gnädigerweise noch ein Stückchen Privatsphäre vergönnt.

Seltsamerweise ist Diskriminierung dennoch erlaubt. Wie etwa jenem Hotelbetreiber, der einem NPD-Mitglied den Aufenthalt im Hotel untersagte. Mit diesem Fall beschäftigte sich offenbar das OGH und urteilte:

Grundsätzlich könne ein privater Hotelbetreiber "frei darüber entscheiden, wen er als Gast aufnimmt und wen nicht", sagte der Vorsitzende Richter zur Begründung. Das Prinzip des Grundgesetzes, wonach niemand wegen seiner politischen Überzeugung benachteiligt werden darf, gelte zwischen Privatpersonen und Unternehmern nicht unmittelbar.

Und nun stelle man sich vor, der verpönte Gast wäre ein Schwarzer, Jude oder Alice Schwarzer gewesen. Was für ein Aufschrei wäre durch das Land gegangen! Nun möge man mich nicht falsch verstehen: Ich kann die Motive des Hoteliers nicht nur nachvollziehen, sondern finde sie durchaus ehrenhaft. Ein politisch gefärbter Nachgeschmack bleibt dennoch.

Wobei die eigentliche Pointe dieser kleinen Geschichte vielmehr darin liegt, dass sich ein Rechtsextremist diskriminiert fühlt. Ja, das ist die Welt des 21. Jahrhunderts, wo einfach jeder ganz, ganz schlimm diskriminiert wird...

Göttliche Gutmenschen

Hihi! Ich kann deinen Schniedelwutz sehen!Apropos Gutmenschen: Auch jenes Land, das uns so viele schöne Dinge wie Pizza, Pesto und Perlusconi schenkte, bleibt von dieser Geisteserkrankung nicht verschont. Eine Menschenrechtsorganisation namens "Gherush92" hat Dantes "Göttliche Komödie" auf den Hörnern, weil diese "voll von rassistischen, antisemitischen und islamophoben Stereotypen" sei.

Diese Passagen seien schwierig zu verstehen und würden nur selten richtig erklärt. Wenn sie auch weiterhin gelesen würden, so müsse zumindest sichergestellt sein, dass sie mit Sorgfalt behandelt werden. Aus dem Schulunterricht sollten die entsprechenden Verse ohnehin verbannt werden.

Bestimmt erkennen meine ebenso unvergleichlich gebildeten, wie auch unnachahmlich attraktiven Leser die Muster der Vorwürfe: 

  1. Ich/Wir finde/n dies oder das rassistisch und menschenverachtend
  2. Ich/Wir habe/n die Deutungshoheit, und was wir als frauenfeindlich, rassistisch oder was auch immer einstufen, ist deshalb per se verabscheuenswürdig!
  3. Das gehört deshalb verboten, bevor sich unsere unschuldigen Kinder mit dem Rassisten-Virus infizieren!

Dass die beanstandeten Passagen vor ca. 700 Jahren verfasst wurden und man schon alleine deshalb den historischen Kontext berücksichtigen muss, ist ein für Gutmenschen wohl gar zu abstraktes Konzept. Was verbliebe eigentlich überhaupt noch, nachdem man unsere Kultur auf "verdächtiges Gedanken(un)gut" durchfilzt hat? Die Schlümpfe? Ich bitte Sie: Das sind ganz eindeutig Faschisten! Gar nichts bliebe übrig! Dies stoppt aber den Eifer selbsternannter Weltenretter nicht. Wer ist eigentlich Gherush92? Ein kurzer Blick auf die Website verrät es:

The activity of Gherush92 has concentrated in the elaboration and realization of research, studies, publications and projects in the fields of human rights and connected issues such as anti-Semitism, racism, conflicts resolution, rights of indigenous people and minorities, women, children, poverty, valorisation of local and traditional resources, right to the cultural diversity, capacity building, accessibility, digital divide, e-governance, disable persons.

Um fair zu bleiben: Verglichen mit dem Grundsatzprogramm des skurrilen Cafe Rosa, erscheint einem Gherush92 wie eine Gruppe neo-liberaler Konservativer.

Think Pink! Aus für Cafe Rosa?

Apropos "Cafe Rosa": Wie geht es den Kämpferinnen wider alles, was Spaß macht, eigentlich? Seit meinen dumpfgeistigen Ansichten zu dem bemerkenswerten Projekt hat sich Vieles ereignet. Leider nicht allzu viel Positives. Denn nicht einmal ein Jahr nach der Eröffnung soll das studentische Cafe verpachtet werden, um eine Pleite abzuwenden. Ausgerechnet die Vertreterin des "Kommunistischer StudentInnenverbands" brachte das Dilemma auf den Punkt:

"Manch idealistischer Anspruch wurde von der materialistischen Realität eingeholt", so Kraus.

Ja, das ist schon ärgerlich! Warum sollte man sich nicht auf Kosten anderer selbstverwirklichen dürfen?

Aber ganz im Ernst: Liebe Cafe-Rosa-BetreiberInnen! Gestaltet eure Leben, wie es euch beliebt! Verwirklicht und entwickelt euch nach Herzenslust! Nur macht das auf eure Kosten, nicht auf jene eurer Mitmenschen. Ja, ich weiß: Es gibt so vieles an dieser Gesellschaft, das wir ändern möchten. Nur unterscheiden sich unsere Vorstellungen einer besseren Gesellschaft eklatant. Wer hat recht? Ich? Ihr? Oder vielleicht am Ende gar keiner von uns? Wisst ihr, es gibt Milliarden von Menschen auf dieser Welt, und jeder hat seine ganz persönlichen Ansichten, Vorlieben oder Antipathien. Meiner ehrlichen Überzeugung nach hat niemand, absolut niemand das Recht, anderen seine Ansichten oder Lebensvorstellungen zu oktroyieren. Schlagt ein Geschichtebuch an einer beliebigen Stelle auf und ihr werdet sehen, dass das immer, ausnahmslos, zu jeder Zeit in Unrecht mündet.

Falls ihr aber mal wieder einen Porno-Abend veranstalten solltet, können wir bei einem guten Gläschen Yake-Tee in Ruhe darüber reden. Natürlich nur, so auch Männer wie unsereins Zutritt haben sollten! Fast könnte man es ja schon als diskriminierend bezeichnen, Männer von dieser Veranstaltung auszuschließen... aber bestimmt hattet ihr eure guten Gründe dafür.

Und wer sich selbst ein Bild von diesem Cafe machen möchte, möge diesen ungewohnt pointierten TV-Beitrag konsumieren. Für Zwerchfellinfarkte übernehme ich keine Verantwortung! Betrachten auf eigene Gefahr und Kosten!

Autor seit 6 Jahren
835 Seiten
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