Der erste Arbeitstag gilt für beide Seiten – und wird von Arbeitgebern oft unterschätzt

Benimmtipps für Arbeitnehmer am ersten Arbeitstag gibt es en Masse. Wie man sich anziehen soll, dass man pünktlich sein soll, wie man sich vorstellt etc. pp.

Benimmtipps für Arbeitgeber sind dagegen eher rar gesät. Dabei kann der erste Arbeitstag durchaus entscheidend sein, ob ein Arbeitnehmer im Unternehmen bleibt oder nicht. Denn es spielt eine gewichtige Rolle, was der neue Kollege vom Chef und seinen Kollegen hält.

 

Schön, dass Sie da sind....

Im optimalen Fall ist für den neuen Kollegen alles gut vorbereitet.

Ein neuer Mitarbeiter sollte sich vom ersten Moment an wertgeschätzt und willkommen fühlen. Das beginnt schon mit der Begrüßung. Oft genug kommt es vor, dass gerade mal ein "Guten Morgen" zwischen den Zähnen durchgequetscht wird.

Sätze wie: "Ich wusste nicht Bescheid, dass Sie heute kommen" (und den vielleicht noch möglichst unfreundlich formuliert) oder "Oh ich habe mich gar nicht vorbereitet auf Sie", möchte kein neuer Kollege hören.

So ist es besser:

In größeren Unternehmen gibt es in der Regel eine Personalabteilung, die sich um neue Mitarbeiter kümmert. Sie sagt dem neuen Kollegen, wann der Arbeitsbeginn am ersten Tag ist (in der Regel nach allen Morgenbesprechungen) und bei wem er sich melden soll. In kleineren Unternehmen ist das dann meistens der Chef selbst.

Sehr zu empfehlen ist es, wenn dem neuen Kollegen eine Art Pate an die Seite gestellt wird, der ihm alles zeigt und auch die einzelnen Kollegen und Kolleginnen vorstellt. Manche Unternehmen haben es sich auch zu eigen gemacht, neuen Mitarbeitern firmeneigene Produkte in einer Art "Willkommenspaket" zur Verfügung zu stellen. Eine sehr schöne Geste, wie ich finde.

Ganz toll ist es natürlich auch wenn der Chef kurz Zeit findet, dem neuen Kollegen (oder der Kollegin) zumindest einmal "Hallo" zu sagen.

Der neue Arbeitsplatz will gut vorbereitet sein

Am ersten Arbeitstag sollte auch der Arbeitsplatz soweit ausgestattet sein, dass der neue Kollege zumindest mit kleineren Aufgaben betraut werden kann. Das gilt natürlich auch für die nötigen Programme und Zugriffsberechtigungen und für das Telefon.

Ein absolutes No-Go ist es beispielsweise, wenn ein neuer Kollege 14 Tage lang fürs Kaffee kochen zuständig ist, weil die nötigen Programme nicht eingerichtet sind und sich auch niemand dafür zuständig fühlt, dem neuen Kollegen unter die Arme zu greifen.

 

Die Einarbeitung

Ein ganz wichtiger Teil ist natürlich die Einarbeitung. Denn ein Mitarbeiter ist nur so gut, wie er auch eingearbeitet wurde. Für diese Phase sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Zwei Tage lang Programme zeigen und danach sagen "Mach mal" ist definitiv NICHT ausreichend. So entstehen Fehler. Fehler, die nicht sein müssten und für Frustration auf beiden Seiten sorgen.

Im Idealfall gibt es natürlich einen Einarbeitungsplan. Ist das nicht der Fall, ist dafür zu sorgen, dass der neue Kollege möglichst immer einen Ansprechpartner greifbar hat, der auch die nötige Geduld dafür aufbringt, den oder die Neuen einzuarbeiten. Es gilt zum Beispiel, den neuen Kollegen über laufende Projekte zu informieren, ihm zu zeigen, auf welchen Laufwerken die wichtigen Dokumente liegen und wie richtig kommuniziert wird – sowohl extern als auch intern.

Extrem wichtig ist, dass der neue Kollege über seine Aufgaben Bescheid weiß und in welchem Entscheidungsrahmen er sich bewegen kann/darf.

 

Zum Schluss

Der erste Arbeitstag ist extrem wichtig – für beide Seiten. Denn leider kommt es immer noch oft genug vor, dass neue Mitarbeiter nur unzureichend oder gar nicht begrüßt werden, sich niemand zuständig fühlt, die Einarbeitung mangelhaft ist und so weiter... Die Liste lässt sich unendlich lang fortsetzen.

Ein Mitarbeiter, der sich von der ersten Minute an wertgeschätzt und willkommen fühlt, hat auch das Potential langfristig im Unternehmen zu bleiben.

Der erste Arbeitstag ist also auch der erste wichtige Baustein in der Mitarbeiterbindung.

Autor seit 4 Jahren
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