Die Geschichte des Muttertags ...

... beginnt im 19. Jahrhundert mit Ann Maria Reeves Jarvis, der "Mutter des Muttertages".

Ann Jarvis ist selbst Mutter. Von den elf Kindern, die sie geboren hat, erreichen jedoch nur vier Kinder das Erwachsenenalter. Das Problem der hohen Kindersterblichkeit veranlasst Ann Jarvis 1858 dazu, die ersten "Mothers' Day Work Clubs" zu gründen. Auch wenn es ähnlich klingt: Mit dem heutigen Muttertag hat diese Einrichtung wenig zu tun. 

Ann Jarvis, von Zeitgenossen als "dynamische Persönlichkeit" bezeichnet, möchte die Position der Frauen und Mütter stärken, die hygienischen Bedingungen und medizinische Versorgung verbessern, kranken Müttern Hilfe und Unterstützung bieten. 

Als 1861 der Amerikanische Bürgerkrieg ausbricht, bleibt Ann Jarvis neutral, engagiert sich in der Pflege verwundeter Soldaten. Um Versöhnung und neuen Zusammenhalt zwischen den ehemaligen Kriegsparteien zu fördern, ruft sie nach Kriegsende einen "Freundschaftstag" ("Mothers Friendship Day") für Kriegsteilnehmer und deren Mütter ins Leben – die Veranstaltung ist ein großer Erfolg.

Die Nelke - das Symbol des Muttertags (Bild: JamesDeMers / Pixabay)

Ein "Muttertag für den Frieden"

Inspiriert von Ann Jarvis und ihren Bemühungen, setzt sich 1872 die amerikanische Dichterin und Frauenrechtlerin Julia Ward Howe dafür ein, einen "Mothers' Day for Peace" ins Leben zu rufen.

Ihr Gedanke: Mütter sollen in die Öffentlichkeit treten und sich gemeinsam für den Frieden engagieren, gegen den Krieg protestieren.

Der "Mothers' Day for Peace" wird 1872 am 2. Juni zum ersten Mal gefeiert, viel länger als zehn Jahre kann sich die Tradition jedoch nicht halten. 

Ein Muttertag zu Ehren der eigenen Mutter - und aller Mütter

Als Ann Jarvis im Mai 1905 stirbt, erinnert sich Tochter Anna Marie Jarvis an einen Traum der Mutter: Einen nationalen Ehrentag für Mütter hatte Ann Jarvis ins Leben rufen wollen.

Zu Ehren ihrer verstorbenen Mutter macht sich Anna Jarvis daran, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Die erste "Muttertags"-Veranstaltung ist ein Gottesdienst in Erinnerung an Ann Jarvis.

Um sich mit ganzer Kraft ihrer Muttertags-Kampagne widmen zu können, gibt Anna Jarvis ihre Arbeit auf und beginnt, Hunderte von Briefen an führende Politiker der USA zu schreiben. Sie ist eine begabte Rednerin und nutzt jede Chance, um Werbung für ihr Muttertags-Projekt zu machen.

Für ihren Muttertag hat Anna Jarvis große Pläne: Entfremdete Familienmitglieder sollen wieder zueinander finden, ein Gefühl der Brüderschaft soll unter den gemeinsam feiernden Frauen entstehen, das Leben der Mütter möchte man heller und schöner machen: "Sie sollen wissen, dass wir sie wertschätzen, auch wenn wir das nicht so oft zeigen, wie wir eigentlich sollten." 

Worte, Geschenke und Liebesbezeugungen sollen der Mutter Freude machen und ihr Herz erwärmen: "Wenn du entfernt von deinem Zuhause bist, dann schreibe deiner Mutter oft, erwähne einige ihrer großzügigen und guten Eigenschaften und sage ihr, wie sehr du sie liebst."

Traditionelles Geschenk zum Muttertag: Pralinen. Muttertags-Begründerin Anna Jarvis ist davon wenig begeistert (Bild: AlexanderStein / Pixabay)

Anna Jarvis gewinnt - und verliert

1914 hat Anna Jarvis Erfolg: Präsident Wilson erklärt den "Muttertag" zum offiziellen Feiertag in den USA und würdigt damit die Rolle der Frau und Mutter innerhalb der Familie.

Ende gut, alles gut? - Nicht jeder sieht das so ... 

Was Anna Jarvis nicht bedacht hat, ist die rasch einsetzende Kommerzialisierung des neues Feiertages. Händler verkaufen Blumen, Schmuck und Pralinen zum Muttertag, die ersten Muttertagskarten werden gedruckt.

Anna Jarvis ist bitter enttäuscht: Ein "Tag der Gefühle" sollte der Muttertag sein, nicht ein "Tag des Profits"

"Eine gedruckte Karte bedeutet überhaupt nichts außer der Tatsache, dass man zu faul war, um der Frau zu schreiben, die mehr für einen getan hat als jeder sonst auf der Welt. Und Pralinen! Du bringst deiner Mutter eine Schachtel und isst dann das meiste davon selbst auf. Ein großartiges Geschenk." (Wikipedia)

Anna Jarvis setzt ihr gesamtes Familienvermögen ein, um gegen den neuen Muttertag zu protestieren, wird dabei sogar verhaftet. "1948, kurz vor ihrem Tod, erzählte sie einem Reporter, sie bedauere, den Tag ins Leben gerufen zu haben." (Wikipedia)

1948 stirbt Anna Jarvis - die "Erfinderin" des Muttertags - verarmt und kinderlos in Pennsylvania. 

(Quelle: The Founder of Mothers Day)

Michaela, am 01.05.2014
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