Marienkäfer gehören - wie ihr Name schon sagt - zu den Käfern. Innerhalb der Käfer bilden sie jedoch eine eigene Familie.  Über 4000 verschiedene Arten gibt es weltweit, über 80 kommen davon in Deutschland vor. Die kleinen Käfer ernähren sich von Blattläusen, Milben, Wanzen und Larven. Auf ihren Deckflügeln besitzen die meisten Marienkäfer-Arten ihre bekannten Punkte. Aber es gibt auch Arten, die keine Punkte besitzen. Zwischen 2 und 24 Punkten können symmetrisch auf den Flügeln verteilt sein. Diese Punkte können einzeln oder fast ineinander verschmolzen sein. Gehen zum Beispiel 24 Punkte ineinander über, wirken diese Käfer dadurch fast schwarz.

Die Zahl der Punkte hat nichts mit dem Alter der kleinen Käfer zu tun. Sie ist ein Merkmal für jede einzelne Art. Ein Käfer wird mit einer bestimmten Anzahl an Punkten geboren. Mit genau dieser Punktezahl stirbt er auch. Das bedeutet, dass sich die Punktzahl eines Marienkäfers im Laufe seines Lebens nicht ändert. Nah verwandte Käferarten besitzen ähnliche Punktezahlen.

Für einige Marienkäfer-Arten werden die Punkte sogar zur Namensgebung herangezogen. So ist der Kugelkäfer zum Beispiel der kleinste der Marienkäfer. Er ist lediglich 1,5 mm groß und hat keine Punkte. Der Kugelkäfer ist ein hilfreicher Besucher in Obstplantagen, da er sich von Obstbaumspinnenmilbem ernährt. Der Zweipunkt-Marienkäfer mag ebenfalls gerne Blattläuse, die sich in Obstbäumen finden. Der Vierpunkt-Marienkäfer dagegen mag besonders gerne Schildläuse. Zweipunkt- und Vierpunkt-Marienkäfer sind die am häufigsten vorkommenden Marienkäfer-Arten. Weniger bekannt ist der 22-Punkt-Marienkäfer. Er ernährt sich vom Pilzmyzel der Mehltaupilze.

Verschiedene Namen des Marienkäfer

Der Marienkäfer ist nicht nur bei Kindern sehr beliebt. In den verschiedenen Regionen hat er die unterschiedlichsten Namen. So wird er in Deutschland unter anderem Mutschekübchen, Motschekiebchen oder Mutschekiebchen (kleines Kuhkälbchen), Herrgottskäfer Sonnenlämmchen oder auch Junikäfer genannt. In Zürich hat der kleine Käfer Namen wie Mariechäferli, Herrgottchäferli, Liebgottkäferli, Anketierli oder Anketriinli. In Wien heißt er Frauenkäfer. Auch Glückskäfer, Sonnenkälbchen, Marienkälbchen, Himmelsziege, Gottesschäflein oder Sonnenwendkäfer sind Namen, die dem gepunkteten Käfer zugeteilt werden.

Ob es tatsächlich einen besonderen Grund für die Punkte und ihre Anzahl bei den Marienkäfern gibt, ist nicht bekannt. Möglicherweise dienen die Punkte zum Schutz. Die rote Signalfarbe der Flügel mit den schwarzen Kotrastpunkten könnte Feinde abschrecken. Auch die Kombination gelb-schwarz könnte eine abschreckende Wirkung auf Fressfeinde haben. Wissenschaftlich erwiesen ist diese Theorie allerdings nicht. Möglicherweise ist das Punktemuster der Marienkäfer auch einfach Zufall.

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