Cory Kennedy – ein »It Girl« entsteht

Ein Foto, das Internet und viele Fans

Der Begriff It Girl ist verhältnismäßig neu, nicht jedoch das Phänomen. Neu allerdings, ist die Masse und die Rasanz mit der sich die Reihe der jungen berühmten Damen füllt. Prominentes Beispiel der letzten Jahre ist Cory Kennedy. Wie sie zum It Girl wurde beschreibt ihre Fangemeinde (wahrheitsgemäß oder auch nicht) so: Der Partyfotograf Mark Hunter, genannt Cobrasnake, zieht durch die Clubs um Fotos zu schießen. Plötzlich entdeckt er ein 15 jähriges Mädchen im gelben Minikleidchen und Lolita-Look. Knips und Klick – das Foto landet auf seiner Internetseite und wird innerhalb kürzester Zeit von tausenden Usern angeklickt. So soll der Beginn der Karriere zum It Girl ausgesehen haben. Wie dem auch sei, Cory Kennedy findet ihre Fans längst auf der ganzen Welt und bedient diese mit Einträgen in Internetforen und durch Blogbeiträge – Nutzloses und Belangloses. Die Fangemeinde hingegen füllt weitere Blogs und Foren mit Diskussionen und Mutmaßungen, Verehrungen und (Schein-)Wissen über sie. Die Folge: Cory Kennedy bekommt Einladungen auf Promipartys, Berichte in Zeitungen und Magazinen und wird für Fotoshootings gebucht. Auch früher wurden werdende Stars in Clubs oder sonst wo entdeckt und dann mühevoll aufgebaut. So schnell und einfach wie bei den heutigen It Girls ging es aber in den seltensten Fällen.

Selbstinszenierung zum It Girl und zur Internet Ikone

Dank Facebook, Twitter und Blogs zur öffentlichen Person

Wie wird man It Girl ohne zufällig entdeckt zu werden oder einen Gönner zu haben? Auch das ist heute kein Problem mehr. Die Öffentlichkeit suchen und vor allem natürlich auch finden kann heute jeder, der sich ein wenig mit dem Internet beschäftigt und nichts Besseres zu tun hat, als Blogs und Twitter mit unendlich wichtigen Infos a la »gehe nachher zu Dannie«, »habe gerade Kirschen gegessen« oder »bin momentan nicht gut drauf« füttert. Man muss einfach sein eigenes Leben und die Privatsphäre (die man, wie man Generationen lang gelernt hat, doch schützen sollte) öffentlich machen. Beispiel Julia Allison. Die Journalistin (von Berufswegen nicht ungebildet!) lässt die Tasten glühen und hämmert ihr ganzes Leben ins Internet, bloggt, twittert, ist in Communitys unterwegs, schreibt und stellt Bilder und Videos von sich ins Netz. Das Ganze nennt sie »Lifecast«.

Paris Hilton – Inbegriff des It Girls

Verzogene Millionärstochter oder Stilikone?

Ein Name muss bei dem Begriff »It Girl« unwillkürlich fallen: Paris Hilton. Sie scheint der Inbegriff des »It Girls« schlechthin zu sein. Sie hat einen komfortablen finanziellen Hintergrund, kann eigentlich nichts und steht in der Öffentlichkeit.

Wobei, dies sicherlich nicht ganz richtig ist, denn sie weiß offensichtlich wie die Medienwelt funktioniert und vermarktet sich perfekt. Da gehört es dann schon mal dazu, dass man im Minikleid ohne Höschen unterwegs ist und dies ganz zufällig – hoppla – vor den lauernden Fotografen auch zeigt. Eines ist auf jeden Fall sicher. Für die einen ist sie nur eine verzogenen Millionärstochter und reiche Göre, die ohne Papis Millionen nichts wäre, für andere hingegen ist sie eine Marke, ein Vorbild und Stilikone.

Wichtigsten Eigenschaften eines It Girls

Versuch einer Pauschalisierung

Wie wird man It Girl als Normalsterbliche und was sind die wichtigsten Eigenschaften hierfür? Wie eingangs erwähnt, gibt es zahllose Möglichkeiten ein It Girl zu werden, so dass diese Frage sicherlich nicht allumfassend beantwortet werden kann. Trotzdem soll ein Versuch unternommen werden, am einfachsten durch eine Pauschalisierung, die wiederum nicht allen It Girls gerecht werden wird, aber was soll's. »Lerne was ordentliches«, »sei fleißg und zielstrebig«, »denke an die Zukunft und die Altersvorsorge«. Leitsätze, die seit Generationen von den Älteren an die Jugend weitergegeben werden und dies sicherlich mit besten Absichten. Doch dass es auch anders geht, zeigen die It Girls. Meist können sie fast nichts, haben keine höhere Schulbildung und das wenige das sie dann doch können ist, Partys feiern, durch Einkaufszentren schlendern, ein Foto-Handy halten und alles Mögliche und Unmögliche ins Internet stellen. Ach ja, (vermeintlich) gut aussehen gehört natürlich auch zu den herausragenden Qualitäten. Schüchternheit und Zurückhaltung hingegen ist eine eher unbekannte Tugend bei den It Girls. Sonst noch was? Nö, that's »it«.

Das erste »It Girl« und die Folgen

Stummfilm prägt den Begriff

Auch wenn der Begrif »It Girl« erst in den letzten Jahren in aller Munde ist, gibt es ihn eigentlich schon lange und hat seinen Ursprung 1927. Damals spielte nämlich Clara Bow, die als erstes Sex Symbol der USA gilt und in zahlreichen Stummfilmen mitspielte, im Film »It« eine Rolle in der sie für Aufsehen sorgte. Der Begriff der daraus resultierte, war jedoch kaum im allgemeinen Sprachgebrauch vorhanden, um eine bestimmte Gruppe von Frauen zu umschreiben.

Doch 2009, nachdem auch hierzulande immer mehr junge Frauen sich diesem Phänomen hingaben, nahm ihn der Duden auf und definierte ihn als ein Begriff der jüngere Frauen beschreibt, die häufig öffentlich in prominenter Gesellschaft auftreten und oft in den Medien präsent sind und somit einen größeren Bekanntheitsgrad haben. Eines darf trotz dieser Definition allerdings nicht verschwiegen werden. Während andere »traditionelle« Karrieren einigermaßen Bestand haben, bleibt der Erfolg den ein It Girl hat meist von nur kurzer oder überschaubarer Dauer. Dazu gehört auch das »Ober- It Girl« Paris Hilton, deren Medienpräsenz deutlich zurückgegangen ist, was auch an einer Art Übersättigung liegen mag.

 

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Autor seit 5 Jahren
358 Seiten
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