Gesundheit in Deutschland

Gesundheit ist in Deutschland ein schwieriges Thema, das wird bereits in der Einleitung deutlich. Auf der einen Seite hat die Bundesrepublik eines der besten Gesundheitssysteme der Welt, auf der anderen Seite extrem teuer und teilweise uneffektiv. Nur in Ländern wie der Schweiz und in den USA finden sich âhnlich hohe Werte. Die Kosten steigen seit Jahren, die Zahl der chronischen Erkrankungen nimmt rasant zu. Das hat zur Folge, dass über 90 Prozent der Ausgaben in die "Verwaltung" von Krankheiten investiert werden. Nur ein kleiner Teil fließt in die Prävention, das heißt, in die Vorbeugung und Vermeidung von Krankheiten. An dieser Stelle setzt das noch relativ neue Berufsbild des Gesundheitsberaters an, eine Tätigkeit, die helfen soll, Gesundheit zu erhalten bzw. wieder herzustellen. Im folgenden sollen die wichtigsten dieser Tätigkeiten vorgestellt werden.

Ernährung

Nicht angepasste Ernährung ist für zwei Drittel aller chronischen Erkrankungen mitverantwortlich. In der Regel sind die Energiedichte, das heißt, zu viele Kalorien, schlechte Fette, Zucker, tierische Proteine .... an dieser Misere schuld. Der Durchschnittsdeutsche isst zu viel, ungesunde Inhaltsstoffe, zu einer falschen Uhrzeit .... Alles das schlägt auf Dauer buchstäblich auf den Magen. Das Gewicht nimmt zu, gesättigte Fettsäuren sorgen für Arteriosklerose, tierische Proteine für eine Niereninsuffizienz. An dieser Stelle setzt die Arbeit eines Gesundheitsberaters an. Dieser führt unter anderem eine Anamnese durch, wertet Ernâhrungsprotokolle aus, klärt seine Klienten über die verschiedenen Lebensmittelgruppen auf, gibt verschiedene Hilfestellungen bei der Ernährung verschiedener Personengruppen. Vorträge an Schulen, Kindergärten und Volkshochschulen runden das Arbeitsfeld ab. 

Fitness

Fitness ist die beste Medizin der Welt, viele Studien bestätigen diese Aussage. Trotzdem bewegen sich nach wie vor die meisten Deutschen zu wenig, ein Großteil erfüllt nicht einmal den Mindeststandard der WHO (Weltgesundheitsorganisation). Zu wenig Bewegung lässt den Körper schneller altern, das hat Folgen für viele Organe, Knochen, Gelenke und Muskulatur. Bereits ab dem 30. Lebensjahr setzt ein Abbau der Muskulatur ein, der sich ab dem 60. Lebensjahr noch weiter verstärkt. Starke Muskeln werden aber gerade im höheren Alter benötigt, um nicht frühzeitig auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Gelenke benötigen für ihre Funktion Gelenkschmiere, dafür müssen diese regelmäßig bewegt werden. Ein Gesundheitscoach kann an dieser Stelle unterstützend eingreifen. So lassen sich Trainingspläne erstellen, Senioren in Sachen "Sturzprophylaxe" anleiten, sportliche Neueinsteiger begleiten, Bewegungsspiele an Schulen und Kindergärten anbieten .... und vieles mehr. 

Bewegung - die beste Medizin der Welt (Bild: Lazare / Pixabay)

Entspannung + Wellness

Stress kann krank machen und mit massiven Folgeproblemen für den einzelnen verbunden sein. Insbesondere der chronische Stress hat in den letzten Jahren stark zugenommen, das heißt, ist ein Abschalten nicht mehr möglich, gerät der/die Betroffene in einen Teufelskreis. Der Körper reagiert zunächst mit unspezifischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel und Schlafstörungen. Halten die Probleme an, kann es zu psychosomatischen Beschwerden wie Depressionen, Rückenschmerzen und Verdauungsstörungen kommen. Die Arbeit eines Gesundheitsberaters liegt auch hier in der Aufklärung und in der Ausarbeitung eines gesunden Stressmanagements. Im Rahmen einer präventiven Gesundheitsberatung können Entspannungsverfahren wie das Autogene Training, Yoga und die Meditation erlernt werden. 

Naturheilverfahren

Viele naturheilkundliche Verfahren, dazu zählen auch die typischen Hausmittel, stellen eine Alternative oder Ergänzung zur Schulmedizin da. Ein Vorteil liegt auf der Hand, Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln treten nicht sooft auf. Hausmittel lassen sich hervorragend in den Alltag integrieren, sei es zur Stärkung des Immunsystems oder zur sanften Behandlung eines Infektes. Ein Gesundheitsberater kann an dieser Stelle Empfehlungen aussprechen, Diagnostik und Therapie sind allerdings einem Arzt und Heilpraktiker vorenthalten.

Homöopathie - in vielen Fällen besser als die Schulmedizin (Bild: Bru-nO / Pixabay)

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Das betriebliche Gesundheitsmanagement dient dem gesundheitsbezogenen Schutz der Arbeitnehmer. Arbeitsausfälle durch Krankheiten nehmen seit Jahren zu, das verursacht hohe Kosten für den Arbeitgeber und die Krankenkassen, auf der anderen Seite schleppen sich viele Beschäftigte trotz Erkrankung zur Arbeit. Schlechte Leistung und die Ansteckungsgefahr, besonders bei Infektionen, sind die Folge. Auffallend ist seit Jahren die hohe Anzahl psychisch bedingter Ausfälle und Rückenerkrankungen. Ein ausgeklügeltes Gesundheitsprogramm kann hier Abhilfe schaffen. Individuelle Beratung der einzelnen Mitarbeiter, Schulungsprogramme z. B. zu gesunder Ernährung, Rückenschonendem Arbeiten, Initiativen gegen Mobbing sind mögliche Schwerpunkte. 

Entspannung im Büroalltag (Bild: DasWortgewand / Pixabay)

3 interessante Ausbildungsmöglichkeiten für angehende Gesundheitsberater

www.impulse-schule.de (Fernstudium zum Gesundheitsberater mit begleitenden Seminaren) 

www.fom.de (Bachelorstudiengang "Gesundheitspsychologie + Medizinpädagogik" - berufsbegleitendes Präsenzstudium)

www.ferninstitut-falk.de (Fernstudium zum Gesundheitsberater mit begleitenden Seminaren)

Ashlie, am 12.07.2018
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Autor seit 7 Jahren
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