Weihnachten wäre nur halb so schlimm...

Weihnachten wäre nur halb so schlimm, wenn nicht die vielen Zwänge wären, die mit diesem Fest verbunden sind. Schon lange vor dem Fest der Geburt des Jesuskindeleins geht es los: Es müssen Weihnachtsgeschenke besorgt und die Wohnung muss zwingend weihnachtlich dekoriert und hergerichtet werden. Außerdem müssen Sie sich Gedanken darüber machen, wie Sie die garantiert einfallende Verwandtschaft satt bekommen. Ach ja - Sie müssen natürlich auch noch einen Weihnachtsbaum kaufen, aufstellen und schmücken. Und wenn Sie schon mal im Weihnachtswahn sind: Sie müssen auch unbedingt noch einmal die ganze Wohnung putzen, damit die Gäste keinen schlechten Eindruck bekommen. Haben Sie sich eigentlich schon überlegt, was Sie zu Ihrem Weihnachtsgaladinner mit fünf Gängen und 500 Verwandten eigentlich anziehen? Da muss doch bestimmt noch ein teures Kleid her? Für den Gatten wird noch schnell eine Zwangsjacke ein Jacket gekauft und die lieben Kinder bekommen auch etwas angezogen, das stark an einen glitzernden und funkelnden Weihnachtsbaum erinnert. Tolle Vorstellung, oder?

Keine Lust auf Weihnachten mit Familie, Hund, Katze und Nachbar?

Haben Sie nun bei obigen Zeilen immer wieder mit dem Kopf geschüttelt und gedacht : Das stimmt, so ist das bei mir auch!? Dann sollten Sie sich ernsthaft überlegen, dieses Jahr Weihnachten und die damit verbundenen Zwänge einfach mal zu ignorieren. Machen Sie einfach IHR Ding, denn Weihnachten kann auch ohne Familie und großartige Feierlichkeiten richtig toll sein - es ist nur eine Sache der Planung. Doch selbst dann, wenn Sie für sich beschlossen haben, Weihnachten ohne Familie zu verbringen, wird es noch einige Schwierigkeiten mit sich bringen. Die Probleme und deren, wenn auch oft ungewöhnliche Lösungen, lesen Sie im Folgenden.

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1. Wie sag ich's der Familie?

Weihnachten ohne die Familie zu verbringen ist toll, erfordert jedoch zunächst die Information der Lieben. Schließlich ist es nicht die feine Art, sich einfach so zu verdrücken. Lassen Sie sich gesagt sein, dass der beste Weg der direkte ist.

Bringen Sie in simplen Sätzen Ihre Ansage rüber: "Ich bin Weihnachten nicht da!" oder aber "Ihr seid Weihnachten nicht da!" (Wählen Sie einfach die für Sie kostengünstigere Variante!)

2. Was mache ich Weihnachten ohne Familie?

Nun da Sie Ihre Familie (hoffentlich) erfolgreich über Ihre Abwesenheit zum Weihnachtsfeste informiert haben, wirft sich Ihnen sicherlich die Frage auf, was Sie nun so alleine tun sollen. Nun strengen Sie sich aber mal ein wenig an, es gibt doch sicherlich Dinge, die Sie schon immer mal machen wollten? Ich habe für Sie ein kleines Brainstorming gemacht und spontan offerierten sich mir folgende Ideen:

  1. Schließen Sie sich alleine in Ihre Wohnung ein, lassen Sie die Rollläden herunter, schalten Sie das Licht aus und setzen Sie sich in den Küchenschrank. Dort warten Sie einfach, bis Weihnachten vorbei ist. Der Vorteil: Es ist unsagbar billig. Nachteil: Diese Art Weihnachten ohne Familie zu feiern ist furchtbar langweilig.
  2. Viel mehr Spaß macht es, wenn Sie die Wohnung österlich dekorieren, ein paar Penner von der nächsten Straßenecke einladen, Hasenohren aufsetzen und einfach Ostern feiern.
  3. Wenn Sie richtig gut drauf sind, dann ist vielleicht diese Idee etwas für Sie: Malen Sie sich ein großes Schild zum Umhängen, auf dem steht: "Ich mach nicht mit!" Stellen Sie sich nackt und mit dem Schild behangen am Heiligen Abend zur Zeit des Krippenspiels vor die Kirche. Zumindest werden Sie diese Nacht nicht im Freien verbringen.
  4. Die schönste aller Lösungen jedoch ist es, Weihnachten auf einer schönen, warmen Südseeinsel zu verbringen. Von braungebrannten Schönheiten (je nach Vorliebe männlich oder weiblich) umgeben aalen Sie sich mit einem leckeren Cocktail in der Hängematte und genießen Sonne, Strand und Meer. Wenn Sie Zeit haben, dann schicken Sie doch Ihren Lieben noch eine Postkarte.
  5. Wenn Ihnen alle diese Dinge nicht zusagen, dann schalten Sie Ihren Rechner ein und schreiben Sie ein paar witzige, spritzige Artikel. Diese veröffentlichen Sie dann auf Pagewizz und tragen damit zur Unterhaltung anderer Weihnachtsmuffel bei.

3. Die Tage danach

Sie haben sich erfolgreich vor Weihnachten gedrückt und die Zeit ohne Familie genossen? Herzlichen Glückwunsch. Bedenken Sie jedoch, dass Sie nun aber sicherlich einige Zeit zu leiden haben, denn so leicht wird man Ihnen nicht verzeihen.

Da hilft es nur, über den Dingen zu stehen und sich einfach aufs nächste Weihnachtsfest zu freuen (welches vermutlich wieder ausfällt).

Wenn es für die Südsee nicht reicht:
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Weihnachten ohne Familie feiern - so planen Sie für die Folgejahren

Falls Sie erst für nächstes Jahr planen, Weihnachten ohne Familie zu feiern, dann möchte ich Ihnen noch einige gute Tipps geben, mit denen Sie sich vorbereiten können und nächstes Jahr (und die folgenden) Ihre Ruhe vor lästiger Verwandtschaft haben.

1. Seien Sie ein schrecklicher Gastgeber

Halten Sie sich künftige Weihnachtsgäste vom Hals, indem Sie dieses Jahr einfach mal einen total miesen Gastgeber mimen. Servieren Sie angebranntes oder halbgares Essen, kümmern Sie sich einen Dreck um Ihre Gäste und lüften Sie bei winterlichen Temperaturen alle zehn Minuten ausdauernd durch. Spätestens dann, wenn Sie sich in Gegenwart Ihrer Gäste auf die Couch legen und laut schnarchend schlafen, vergraulen Sie auch den letzten Besucher. So ein Benehmen wird sich in die Köpfe einbrennen und mit ziemlicher Sicherheit wird eine Einladung im nächsten Jahr dankend ausgeschlagen.

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2. Verteilen Sie unhöfliche Geschenke

Eine Bescherung gehört zu einer Weihnachtsfeier im Familienkreis auf jeden Fall dazu. Seien Sie kreativ, wenn Sie diesen Zauber nicht mehr mitmachen möchten. Verschenken Sie Dinge, die allen anderen klar machen, wie wenig Sie von dem Weihnachtsspuk halten.

Ein Beispiel für ein solches Geschenk ist das Buch "Weihnachten mit der buckligen Verwandtschaft" von Dietmar Bittrich. Wer diese Anspielung nicht versteht, dem ist nicht mehr zu helfen.

3. Stellen Sie Fragen, die keiner hören will

Damit ein bisschen Leben in die Bude und in die bucklige Verwandtschaft kommt, können Sie das gemütliche Beisammensitzen unterm Weihnachtsbaum auch dazu nutzen, ein paar unbequeme Fragen zu stellen. Es wäre doch interessant zu wissen, warum Onkel Ludwig neulich mit einer Blondine im Arm beim Italiener saß und warum Schwägerin Erika drei mal wöchentlich zum Yoga-Kurs geht, obwohl der schon vor Wochen abgesagt wurde.

4. Seien Sie überbesorgt

Holen Sie eine Lammfelldecke für Mutti, damit Sie sich im überheizten Wohnzimmer nicht verkühlt. Achten Sie darauf, dass Opa Klaus keinen Schnaps trinkt wegen seinem hohen Blutdruck und sorgen Sie dafür, dass nur gesundes Essen auf den Tisch kommt.

Wer will schon Spekulatius, Gans, Lebkuchen und Christstollen, wenn er doch gesunde Möhrensticks oder Apfelscheibchen knabbern darf?

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5. Seien Sie anders!

Wenn bis hier her nichts geholfen hat und die Familie sich immer noch wohl bei Ihnen fühlt, dann müssen Sie unweigerlich zu härteren Maßnahmen greifen. Hängen Sie Spaghetti an den Weihnachtsbaum, kreuzen Sie an Heiligabend im Korsett mit Strapsen auf und laden Sie auch unbedingt Ihre zwei oder drei Gespielen/Gespielinnen ein. Schlagen Sie als passendes Spiel zum Heiligabend Strip-Poker vor und begrüßen Sie die Gäste schon zum Mittagessen mit einer Flasche Schnaps in der Hand. Viel Glück und Frohe Weihnachten!

 

P.S. Wenn Ihre Familie nach Beherzigung all dieser dummen Ratschläge immer noch Weihnachten mit Ihnen feiern möchte, dann haben Sie ein Herz und feiern Sie friedlich, scheinheilig und freudig mit.

AlphaBeta, am 10.10.2012
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Bildquelle:
Heimo Cörlin (Frohes Fest: Texte für Weihnachtskarten)

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