Fachlich ist die Autorin über jeglichen Zweifel erhaben!

"Peter Urban" ist das Pseudonym einer Autorin, die unter ihrem richtigen Namen in erster Linie technische Fachliteratur veröffentlicht. Sie arbeitete in Russland und für die NATO. Ihr Schwerpunkt sind die Landstreitkräfte, Artilleriewaffen und neue Technologien. Sie diente dem Atlantischen Bündnis ein gutes Jahrzehnt im internationalen Stab in Brüssel. Dr. Claudia Urbanovsky hat diverse Fachbücher und Fachartikel in englischer Sprache im Bereich der Normalisierung und der Wehrtechnik verfasst. Sie interessiert sich für die Zeit der Napoleonischen Kriege. Den Hintergrund ihrer Abenteuerromane recherchiert sie gerne im Rahmen ihrer beruflichen Reisen. Unter einem weiteren Pseudonym schreibt "Peter Urban" Polit-Thriller. Wenn sie nicht schreibt (technisch-beruflich oder eben Romane), dann kümmert sie sich um ihre Pferde, reitet oder werkelt im Garten herum. Sie pflanzt ein bisschen Gemüse und ein paar Kräuter. Und nach eigenen Angaben macht sie alles gerne, was man fernab der Stadt auf dem Land so tun kann. Was eine kleine Untertreibung ist. Denn sie liebt den südlichen, ländlichen Flair, mag Tiere und Pflanzen über alles und hat ein Buch über das geheime Kräuterwissen der keltischen Heiler geschrieben. Als praktizierende Druidin zieht sie Heilkräuter im eigenen Garten. Dieser liegt natürlich in der Normandie im schönen Frankreich. Sie arbeitet mit holistisch orientierten Tierärzten zusammen. Ihr Buch "Der Garten der Druiden" entstand in Zusammenarbeit mit dem Arzt und Keltenforscher Gwenc'hlan Le Scouèzec. Ferner ist zu sagen, dass die sprachgewandte Dr. Phil. Claudia Urbanowsky ihre Promotion an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena absolviert hat.

Was wir ihrer Biografie entnehmen können und für ihre Werke Bedeutung hat, ist Folgendes:

Ihre wissenschaftliche Ader sorgt für genaueste Recherche und Stimmigkeit aller historischen Fakten.

Mehrsprachig und reiselustig beschreibt sie Orte der Handlung, die man so nur kennen kann, wenn man denn schon mal da war. Also keine Landkarten- oder Wikipedia-Kenntnisse.

Ihre Tier- und Menschenkenntnis gibt ihr Zugang zum tiefsten Kern der beschriebenen Charaktere bei Mensch und Pferd.

Ihre erstklassige Sprachkenntnis in Französisch und Englisch ermöglicht das Studium der Geschichte aus Sicht beider Kriegsgegner.

Ihre Liebe zu Pflanzen oder der gesamten Botanik bringt sie an vielen Stellen voll mit ein. Genau, wie ihr Faible für historische Orte und Bauten uns lektüremäßig bereichert.

Und last not least, ihre exquisiten militärischen Kenntnisse ersparen uns jeglichen Dilettantismus in Bezug auf dieses Kriegsgeschehen.

 

Er ist ein Teil unserer Geschichte

Die Handlung entspricht den historischen Vorgaben des Krieges.

Die Handlung dreht sich um die Napoleonische Kriege auf der Iberischen Halbinsel. Dieser Feldzug Napoleon Bonapartes dauerte von 1807 bis 1814. Von spanischer Seite wird er Spanischer Unabhängigkeitskrieg, von britischer Seite Peninsular War genannt. Der Krieg auf der Halbinsel stellt einen Abschnitt der Kampfhandlungen dar bei denen vor allem Spanien, Portugal und England gegen Frankreichs Vorherrschaft kämpften. Begonnen hatte er als Versuch Frankreichs, Portugal mit in die Handelsblockade gegen Großbritannien einzubinden. Die Grande Armée ist auf dem Vormarsch in Europa und eilt von Sieg zu Sieg. Durch das "levée en masse" (Wehrpflicht) ist sie zahlenmäßig überlegen. Dem fähigen Strategen Napoleon haben die verkrusteten und verfilzten Strukturen des Adels und die Überheblichkeit seiner Generalität wenig entgegenzusetzen. Schlachten und Schlachtfelder trugen damals diese Namen, weil es Wort wörtlich ums Abschlachten ging. Der irische Duke of Wellington, Gegenspieler Bonapartes, kann die Franzosen auf klassische Weise nicht besiegen. Aber er erkennt die Achillesferse seines Gegners.

 

Sein Wissensdurst und seine Allgemeinbildung waren sein großer Vorteil. Er kannte Portugal besser als sein Feind.

Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington erzwingt freie Hand, erträgt die Anfeindungen aus Politik und Presse und setzt alles auf eine Karte. Der ebenso geniale introvertierte General setzt auf defensive Strategie und nutzt Landschaft, Natur und Jahreszeit für sich aus. Er baut auf seine Erfahrung aus Indien und errichtet einen erstklassigen Nachrichtendienst. Seine verbündeten Portugiesen gleichen eher Räuberhaufen und Freischärlern aber sie setzen den Truppen des Gegners durch permanente Nadelstiche heftig zu. Außerdem erbeuten sie wertvolle Depeschen. Nach und nach werden sie zu einer richtigen Arme geformt. Im Geheimen lässt der "Eiserne Duke" Wälle und Verteidigungsanlagen bauen. Dabei nutzt er die natürliche Beschaffenheit der bergischen, kargen Natur. Er zwingt die Angreifer durch Verzögerungskämpfe und Sprengung von Brücken ihn im unwegsamsten Gelände und in der Regenzeit anzugreifen. Die französischen Kanonen versinken im Schlamm, die Nachschub-Fahrzeuge kommen nicht voran und die kämpfende Truppe ist schon erschöpft, bevor das Gemetzel losgeht. Eins zu fünf unterlegen erzwingt er den Abzug der Franzosen. Sein Glück, dass Napoleon sich um seine Nachfolge auf dem Thron kümmert und nicht selbst seine Marschälle an der Kandare hält. Für die Eheschließung mit Marie Louise von Österreich ließ der französische Kaiser Napoleon Bonaparte die Ehe mit seiner bisherigen Gemahlin Joséphine im Jahr 1810 wegen Kinderlosigkeit scheiden.

 

Gute Unterhaltung, eine schwierige Materie wir lebendig erzählt!

Peter Urban (Autor/in) hat auf spannende Weise die militärischen und menschlichen Details dieser bewegten Zeit aufgearbeitet. Es ist ein Abenteuerroman, der auf Tatsachen beruht. Auf unserer Geschichte. Die kleinen amüsanten Details und Anekdoten stehen natürlich in keinem Geschichtsbuch. Dass ausgerechnet Donna Ines die Gemahlin des portugiesischen Adjutanten Don Antonio Maria Osorio Cabral de Castro den Geheimcode des Gegners knackt, finde ich amüsant aber unwahrscheinlich. Da war wohl etwas Emanzipation im Spiel. Andererseits, wer sich so viele Namen seines Gatten merken kann, muss intelligent sein. Ansonsten hat Claudia Urbanowsky all ihr Fachwissen, ihre Liebe für Kultur, Historie, Sprache und ihre erstklassigen Ortskenntnisse eingebracht. Wenn man sich nach dem Lesen eines Romans so fühlt, als wäre man dabei gewesen, dann hat der/die Schreiber-in sein Ziel mehr als erreicht. Ich war lange genug Soldat, um die Gewichtung von militärischen Handlungen zu beurteilen. Nachschub, Versorgung, Moral, Schutz gegen Kälte und Nässe, medizinische Versorgung, Nahrung, Ausbildung (Drill), Nachrichten, Information und Desinformation (des Gegners) sind ebenso wichtig, wie Schießen oder Fechten. Das vergessen die meisten Autoren gerne mal bei solchen Geschichten. Und das ist hier eben nicht der Fall! Deshalb bin ich bewusst etwas ausführlicher auf die Biografie der Autorin eingegangen. Sie glänzt durch ihr Fachwissen, zum Glück war sie zu meiner aktiven Zeit nicht beim Warschauer Pakt!

Für dieses grandiose Werk hebe ich alle beide Daumen und gebe fünf Sterne.

Anmerkung, das Elend des Krieges bringt keine strahlenden Sieger hervor!

Für Portugal war das Ergebnis des Krieges ein Desaster. Das Land war stark verschuldet, seine Handelsabhängigkeit von Großbritannien wuchs. Portugal wurde de facto brasilianische Kolonie und britisches Protektorat, die Macht im Lande lag in den Händen des britischen Befehlshabers William Carr Beresford. Der Aufbau der Industrialisierung war gestoppt; das Land durch die Taktik der verbrannten Erde, die sowohl die Franzosen als auch die Briten angewandt hatten, verwüstet.

Friede vermehrt, Unfriede verzehrt - aber es gibt Leute, die an jedem Elend verdienen und es deshalb provozieren. Darum, Holzauge sei wachsam!

 

Autor seit 6 Jahren
301 Seiten
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