Reichtum ist relativ

"Wenn ich einmal reich wär"... sang seinerzeit schon Ivan Rebroff und auch Madonna hatte dufchaus materiellen Erfolg mit ihrem Lied "Material Girl". Was aber würde ich tun, wenn ich wirklich einmal "reich" wäre?

Um diese Frage zu beantworten, muss eine andere geklärt sein - denn Reichtum ist für jeden Menschen etwas anderes. Wer auf der Strasse lebt, wird schon einen halbwegs zugfreien, trockenen Platz unter einer Brücke als Reichtum empfinden, mehr vielleicht noch eine Gartenlaube als Luxus - für mich in meiner derzeitigen Situation ein eindeutiger Abstieg ins Nirgendwo.

Es dauert nicht lange um festzustellen, Reichtum ist für jeden Menschen etwas anderes. Und inzwischen ist bewiesen: "Reich sind immer nur die anderen!"

1% aller deutschen Bundesbürger erreichen durch ihr Einkommen den Punkt, an dem Sie Steuern nach der höchsten Progressionsstufe der Besteuerungstabelle zahlen müssen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 125.000 Euro - also ca 10.000 Euro pro Monat.

Von denen ICH derzeit vielleicht gerade mal 1/5 habe....

 

In den Augen der anderen...

...bin ich oft schon reich. Verdiene ich mein Geld doch nicht damit, morgens zu nachtschlafener Zeit aufzustehen, von morgens bis abends angestellt arbeiten zu gehen und abends völlig ko noch meinen Haushalt zu erledigen. Ich leiste mir den Luxus, von zuhause aus zu arbeiten, selber zu bestimmen wann und in welchem Umfang ich es tue und wenn es nicht dringend einzuhaltende Termine sind meinen Tagesablauf selber zu bestimmen. Dass ich diesen "Luxus" aber unter anderem damit "bezahle" mir mit drei Kindern kein Auto leisten zu können, nicht in Urlaub zu fahren, bei schönem Wetter nicht spontan ein Eis essen zu gehen oder oder oder sehen viele nicht. Und macht man sie dann darauf aufmerksam kommt bestenfalls "Es war doch deine eigene Entscheidung!" Ja - war es - aber darauf will ich doch jetzt gar nicht raus.

Dass immer nur "die anderen" reich sind, merkt man selbst am besten, wenn man sich mit den Menschen unterhält, in deren Gehaltsklasse man selber gern rangieren würde. Und in meinem eigenen Fall beginnt diese Gehaltsklasse schon "direkt vor der eigenen Haustür" nämlich da, wo ich stand BEVOR ich beschloss, mich selbständig zu machen. Regelmässig 1.000 Euro mehr im Monat würden mich unter Beibehaltung meines jetzigen Lebensstandarts nämlich schon in die glückliche Lage versetzen, mir all die Dinge leisten zu können, die ich mir jetzt noch mehr oder weniger schmerzhaft versage.

In deinen Augen, Marilyn (Bild: Frank Ritter / AllPosters)

Woher nehmen und nicht stehlen?

"Zeit ist Geld" so ein oft zitiertes, allseits bekanntes Sprichwort. Heisst aber auch, daß einem Menschen nur ein begrenztes Kontingent zur Verfügung steht, durch dessen Optimierung und Ausnutzung er zumindest versuchen kann, in derselben Zeit mehr zu erwirtschaften. Bei 1000,- Euro Mehrbedarf im Monat umgerechnet auf meine jetzigen Einnahmen und deren Erhalt sowie der Zeit die ich dafür aufwende, hiesse dies, ich müsste Zeit aufwenden, die ich nicht habe, um Geld zu bekommen, das ich brauche. Schön, wenn die Rechnung aufgeht - bei MIR tut sie es NICHT. Grosse Teile meiner Zeit sind trotz meiner selbständigen Tätigkeit nämlich fremdbestimmt.

Schauen wir uns einen ganz normalen Tag doch mal an und legen unser Hauptaugenmerk auf DIE Dinge die laufen MÜSSTEN damit ich etwas ändern KÖNNTE:

Das Drama beginnt morgens um 8. Mein mittlerer Sohn wird zur Schule abgeholt. Durch seine Behinderung bin ich gezwungen, ihn bis an den Schulbus, der glücklicherweise vor meiner Haustür abfährt, zu begleiten. Jede Minute, die sich dieser Bus verspätet, verändert somit meinen nachfolgenden Tagesablauf (jede Minute die er mittags früher da ist im übrigen auch)

Meine jüngste Tochter habe ich zuhause. Nach unserem Umzug nach Essen durften wir erfahren, daß es in unserem Viertel keine Kindergartenplätze mehr gibt.Zum Glück wird das Kind im September eingeschult - und damit meinen Zeitplan ein weiteres Mal bestimmen - aber dazu später.

Meine älteste Tochter geht noch in die vierte Klasse unserer Grundschule. Diese kann sie noch zu Fuss erreichen. Dies ändert sich jedoch im Sommer, ab ihrem Schulwechsel fährt sie mit dem Bus - und wessen morgendlicher Zeitplan hängt dran? Richtig - MEINER.

Zeitsprunghypothese in die Unmöglichkeit: WÄRE ich im September noch allein erziehend, was ich glücklicherweise seit einigen Monaten NICHT mehr bin stünde mir der morgendliche Kollaps ins Haus. Mein Sohn muss um 8 Uhr bei mir vor der Haustür sein - Meine jüngste Tochter zur selben Zeit in der 3 Kilometer entfernten Grundschule. WIE ich DAS bewerkstelligen hätte sollen, konnte mir bislang niemand sagen - aber "es hätte sich mit Sicherheit eine Lösung gefunden"

MIR ist klar - die Lösung hiesse "Auto". Dafür aber bräuchte ich eben genau DIE 1000,- Euro im Monat MEHR die ich aber zu verdienen nicht in der Lage bin weil ich keines habe...die Schlange beisst sich in den Schwanz....

Bleib' ruhig und mach' weiter (Bild: AllPosters)

Lösungssuche - ....mit Humor und Phantasie

Externe Angestelltentätigkeiten kann ich durch mein durch die Kinder bestimmtes Zeitgefüge also erstmal ausschliessen. Denn auch hier - die Betreuung eines Kindes durch Dritte kostet im Normalfall Geld - Geld, das ich nicht habe.

Mein Lieblingszitat:"Wir kaufen, was wir nicht brauchen, von Geld, das wir nicht haben, um Leuten zu imponieren, die wir nicht leiden können!" bekommt in diesem Moment einen etwas bitteren Beigeschmack. Denn um das Geld zu bekommen, das mir fehlt müsste ich welches aufwenden, das ich ebenfalls nicht habe. Und selbst der Lottogewinn (wie waren noch die Quoten?) ist vor einem auch nur ansatzweise möglichen Gewinn mit einem Einsatz belegt. Geld, das ich wiederum sicher anders besser einsetzen kann - oder?

Unter http://www.gewinnspiel-gewinner.de/tipps/lotterie/Wahrscheinlichkeit-vom-Lottogewinn-46.html findet sich ein interessanter Artikel. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Lottogewinn bei 1:14 Millionen anzusiedeln (1:3 Millionen beträgt die Wahrscheinlichkeit bei einem Flugzeugabsturz zu sterben)

Utopisch. Und was ist mit dem Rat meiner Grossmutter? "Wenn du jedes Mal das Geld, das du fürs Lottospielen ausgegeben HÄTTEST in die Spardose tust, kommst du auch ans Ziel" (bei 8 Euro wöchentlichem Spieleinsatz hätte ich mein Auto dann also in....ich bin jetzt 40... lassen wir das)

Ich gebe auf. Die Lösung für mein Problem liegt vergraben wie die berühmte Unbekannte Variable, die mir schon in der Schule die Matheaufgaben vermiest hat.
Aber der Lottogewinn lässt mich nicht mehr los....

Rosies Imbiss (Bild: AllPosters)

Was wäre wenn?

Träumen ist bekanntlich erlaubt. Und da heute Feiertag ist und ich es eh nicht mehr schaffen werde, den Kasus Knacktus dieser Angelegenheit zu lösen, verliere ich mich in Tagträumen. Wieviel müsste ich im Lotto gewinnen, um mir all das leisten zu können, das ich wirklich gerne hätte und am Ende nicht mit leeren Händen da zu stehen?

 

50.000 - 100.000 Euro würde allein die Firma verschlucken. Und zwar allein um DIE Werbemassnahmen zu finanzieren, die einen Ken Follet zum Bestsellerautor gemacht haben und die unser junger Verlag sich nicht leisten kann. Das Buch von Hedwig Kleineheismann IST ein Bestseller - aber niemand wird es kaufen, wenn es keiner kennt...

250.000 - 350.000 kostet es heute, ein einfaches Einfamilienhaus zu kaufen wenn man verhindern will, dass dieses inmitten einer Reihe von Nachbarhäusern steht deren Eigentümer einem noch beim verrichten der täglichen Notdurft auf die Finger schauen.

35.000 - 50.000 Euro kostet ein Neuwagen in der Kombi Klasse - natürlich wäre ein gebrauchter ein Rechenexempel - aber ich will ja träumen und nicht rechnen!

und....SCHWUPPS da ist sie weg, die erste halbe Million. Und ich zitiere noch einmal aus eben jenem Artikel über Lotto und seine Chancen:

"Und selbst wenn man gewinnt: Mit einem Sechser landet man nur in der Gewinn-klasse 7 und das entspricht einer erwarteten Gewinnsumme von gerade einmal 450.000 - 500.000 Euro. "

Also...wieder arbeiten gehen - aber dann MIT Auto!

traumstundenfee, am 02.06.2011
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