Wie aus einem Wasserträger der Hummel wurde

Als Christian Hummel verstarb bezog der Wasserträger Johann Wilhelm Bentz dessen Wohnung an der Großen Drehbahn Nr. 36. Und er erhielt einen Spitznamen: Hans Hummel. Hans war dabei die Ableitung seines ersten Vornamens "Johann", den "Hummel" hatter er schlicht und ergreifend von seinem Vormieter geerbt. Fortan riefen die Straßenjungen nun Johann Wilhelm Bentz ihr "Hummel, Hummel" entgegen.

Nun war Benz allerdings ein grantiger und verbitterter Mann, vollkommen von Humor befreit. Wann immer die Kinder der Umgebung dem schwer beladenen Wasserträger seinen ungeliebten Spottnamen hinterherriefen, antwortete dieser mit einem grantigen "Moors, Moors", was im Plattdeutschen nichts anderes als "Klei mi an'n Moors" bedeutet und sich im Hochdeutschen am anständigsten noch mit Goethes berühmten Götz-Zitat ("Er aber, sag's ihm, er kann mich im Arsche lecken!") übersetzen lässt.

1948 zog die sogenannte Stadtwasserkunst in Hamburg-Rothenburgsort ein und machte den Wasserträger arbeitslos. Johann Wilhelm Bentz verstarb 1954 in einem Armenhaus.

Hummelbrunnen am Radermachergang

Hummelbrunnen (Bild: wikimedia)

Der Wasserträger - ein Hamburger Original - Hummel-Denkmäler und Skulpturen

Heute gehört der Hummel ebenso zu Hamburg wie der Michel, die Alsterschwäne oder Zitronenjette. Er ist ein Original auf das die Hamburger stolz sind. Zwei Denkmäler widmete man den Wasserträger in seiner dunklen Tracht, mit Zylinder und dem Tragejoch mit zwei Wassereimern. Eines ist am Radermachergang in der Neustadt zu finden. Hier steht der Hummel auf einer Säule, einige Kinder verstecken sich hinter ihm.

Ein weiteres Denkmal entstand auf dem Gelände des Barmbeker Krankenhauses. Dort findet man einen Brunnen - den Hummel als Wasserspender.

2003 wurden in einer ursprünglich bis Oktober 2004 befristeten Aktion mehr als 100 Hummel-Figuren aus glasfaserverstärktem Kunststoff und von Künstlern bunt bemalt in der Hamburger Innenstadt aufgestellt. Die Aktion erntete so viel Begeisterung und Zuspruch bei der Bevölkerung, dass sie etwas lnger dauerte als ursprünglich geplant.

Drei Jahre später, also 2006,  wurden die Wasserträger-Skulpturen schließlich zugunsten von "Ein Dach für Obdachlose" versteigert. Heute befinden sich die meisten von ihnen in Privatbesitz; andere aber sind noch immer für die Öffentlichkeit zugänglich.  

Hummel-Skulptur

Hummel-Skulptur (Bild: http://commons.wikimedia.or...)

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