Der vermeintliche Traum von finanzieller Freiheit

Googlest Du nach dem Begriff "Digitaler Nomade", findest Du tausende Webseiten, die alle den immer gleichen Tipp geben: Bau einen Blog oder eine Affiliate-Seite auf und finanziere Dir mit den Werbeeinnahmen ein Leben in Thailand, Vietnam oder anderswo. Mit einem Verdienst von 600 Euro monatlich kannst Du in diesen Ländern besser leben als in Deutschland. Ganz einfach, weil ein Euro dort wesentlich mehr wert ist als hierzulande.

Wie stark sich Traum und Realität unterscheiden, merken die digitalen Nomaden wenn sie das Ding tatsächlich durchziehen. Mit Rucksack und Laptop brechen sie in exotische Länder auf und stellen bereits nach wenigen Wochen fest, dass die Reisekasse nicht bis in alle Ewigkeit voll sein wird. Alte Verpflichtungen, wie das monatliche Bezahlen von Miete, Strom und anderen Lebenshaltungskosten holen sie zurück in die Realität - wie die Dämonen in den Werken von Thomas Wolfe, denen man bekanntlich nicht entkommen kann.

Blitzschnell läuft das Leben wieder genauso ab wie in Deutschland. Es wird gearbeitet! Pronto! Blogger müssen das Publikum mit immer neuen, möglichst hochwertigen Beiträgen bei Laune halten. Der Webseiten-Besucher ist ein scheues Reh, das schnell die Flucht ergreift, wenn Langeweile droht. Auch eine Affiliate-Nischenseite will gepflegt sein. Sind die Produkte aktuell? Funktionieren alle Links? Abgesehen davon muss der digitale Nomade ständig neue Besucher auf die Nischenseite locken. Es gibt dort kein Stammpublikum, das immer wieder vorbeischaut. Nischenseiten benötigen ständig neue Kunden.

Auch das Schreiben von Ebooks zählt zu den beliebten Tätigkeiten digitaler Nomaden. Bücher schreiben ist aber ebenfalls anstrengend. Als Autor spreche ich hier aus eigener Erfahrung. Weil es auf Amazon inzwischen Millionen von Ebooks gibt, ist es mit dem Schreiben nicht getan. Anschließend wird fleissig die Werbetrommel gerührt. Das nimmt Dir kein Verlag ab, denn Du hast keinen Verlag im Rücken. Und selbst wenn - die Verlage sind stinkfaul geworden und wälzen inzwischen das komplette Marketing auf den Autor ab.

Wer ist schuld an dieser Misere? Ich denke, es ist eine falsche Vorstellung von passivem Einkommen, die von den Tippgebern im Internet verbreitet wird. Um es klar zu sagen: Bloggen und der Betrieb von Affiliate-Seiten sind KEIN passives Einkommen. Ganz im Gegenteil. Diese Dinge machen eine Menge Arbeit. Ebooks zählen eher dazu, allerdings erst dann, wenn Deine Werbeaktivitäten wie eine Bombe eingeschlagen haben. Lange zur Ruhe setzen, kannst Du dich beim Ebook aber auch nicht. Hast Du einen Bestseller geschrieben, gieren Deine Leser nach einer Fortsetzung. Und damit beginnt die Arbeit von vorne.

Während ich meinen freien Strandtag ...

Während ich meinen freien Strandtag geniesse, wächst mein passives Einkommen (Bild: Foto: Markus Hermannsdorfer)

Wie Du ein ECHTES passives Einkommen aufbaust

Sehen wir uns zum Vergleich ein reales passives Einkommen an, das ohne ständiges Updaten auskommt, nicht auf die Gunst von Fans angewiesen ist und auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten funktioniert. Es macht nur beim Einrichten Arbeit, danach genügt es, wenn Du jedes halbe Jahr Korrekturen vornimmst. Die Höhe dieses passiven Einkommens legst Du selbst fest, Du kannst es auch begleitend zum Blog oder anderen Projekten aufbauen.

Hier ein Beispiel, das sich hervorragend für digitale Nomaden eignet: Nehmen wir an, Du betreibst bereits einen halbwegs erfolgreichen Blog und verdienst damit 300 Euro monatlich. Weitere 300 Euro bekommst Du über Affiliate-Seiten herein. Mit diesen 600 Euro monatlich kannst Du dein Leben in Thailand oder Vietnam finanzieren, bist aber gezwungen jeden Tag zu arbeiten. Oft auch am Wochenende, denn Fans und Kunden bleiben Dir nur, wenn Du sie regelmäßig mit neuen Inhalten oder Produkten fütterst.

Alternativ baust Du mit Hilfe eines krisenfesten Wertpapierdepots, wie ich es in meinem Buch Jackpot! zeige, einen weiteren, passiven Einkommensstrom auf, der Dir zusätzliche 100 Euro monatlich in die Kasse spült. Die Einrichtung eines solchen Systems kostet Dich nur ein paar Stunden, danach musst Du dich um nichts mehr kümmern. Hast Du Geschmack daran gefunden, kannst Du dieses System jederzeit ausbauen und Dein passives Einkommen weiter erhöhen. Ich selbst lebe inzwischen fast ausschließlich vom krisenfesten Wertpapierdepot.

Als Zutaten benötigst Du ein Depot-Konto bei einem beliebigen Online-Broker. Ich selbst habe es bei DeGiro angelegt, weil dieser Anbieter günstig ist und zudem guten Service bietet. Dort legst Du weitgehend gebührenfreie, thesaurierende Indexfond hinein. Ein Beispiel für ein solches Wertpapier ist der S&P 500 ETF von Vanguard (WKN: A1JX53). Dieser Indexfond enthält Aktien der 500 erfolgreichsten amerikanischen Firmen, darunter Apple, Coca Cola und Mc Donalds. Weil er viele Firmen abdeckt, wird das Risiko eines Verlustes auf viele Schultern verteilt. In der Aufbauphase werden Aktiengewinne sofort wieder reinvestiert, so dass Du vom Zinseszinseffekt profitierst, der den Aufbau gewaltig beschleunigt. Weil Vanguard für seinen Indexfond fast keine Gebühren verlangt, erhältst Du fast die vollständige Rendite.

Ein weiterer Trick gleicht die Schwankungen an den Finanzmärkten aus. Fallen die Aktienkurse, flüchten Anleger in vermeintlich krisensichere Anlagen wie Immobilien. Fügst Du deinem Wertpapierdepot also einen Immobilienfond (REIT) hinzu, machst Du in guten und auch in schlechten Zeiten Gewinn. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten krisensicher zu investieren, leider ist es aber unmöglich alle in einem Pagewizz-Beitrag unterzubringen. Ich empfehle Dir deshalb Jackpot! zu lesen.

Kapitalismus - Eine Liebesgeschichte?

Der letzte Abschnitt klang - das gebe ich zu - nach gierigen und geizigen Millionären, die ihre Dollars auf Kosten der Umwelt und der Menschlichkeit machen. Nicht gerade eine Klientel, mit der man als digitaler Nomade zu tun haben will. Musst Du auch gar nicht.

Kapitalismus ist eine mächtige Kraft, die nicht einfach verschwinden wird, weil sich ein paar Ökofreaks auf Facebook darüber beschweren. Genau genommen wären ohne die Finanzmärkte keine großen Projekte möglich - auch keine Umweltschutzprojekte, Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels oder ethisch einwandfreier, fairer Handel.

Der Trick besteht darin, den Kapitalismus in eine Kraft umzuwandeln, die allen Menschen Wohlstand bringt und unseren Planeten zu einer besseren Welt macht. Beim Einrichten des krisenfesten Wertpapierdepots achtest Du einfach darauf nur Projekte und Unternehmen zu fördern, die sich für Umweltschutz einsetzen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen bieten. Weil Indexfonds ihre Aktien und andere Wertpapiere thematisch bündeln, findest Du am Finanzmarkt zahlreiche passende Produkte. Sagen wir beispielshalber einen Fond, der nur Aktien von Solarenergie-Lieferanten enthält. Mit dem Kauf dieses Wertpapiers signalisierst Du ganz klar, dass Du dich um Deine Umwelt sorgst und nur Unternehmen am Markt sehen willst, die sich für den Schutz dieser Umwelt einsetzen. Du förderst den Ausbau von Solarkraftanlagen, gleichzeitig entziehst Du der Atomlobby und anderen Schmutzfinken Dein hart erarbeitetes Geld.

Nur Vorteile für Dich

Jetzt weisst Du einiges über den Finanzmarkt und darüber, wie Du ihn als digitaler Nomade für Dich nutzen kannst. Weil das ein nicht ganz leichter Stoff war, fasse ich die wichtigsten Eckpunkte dieses Artikels noch einmal für Dich zusammen:

  • Du erhältst eine zusätzliche passive Einkommensquelle
  • Dieses passive Einkommen ist tatsächlich passiv. Nach dem Einrichten musst Du dich, abgesehen von gelegentlicher Wartung, um nichts mehr kümmern.
  • Die Höhe des Einkommens kannst Du selbst festlegen. Betrachte es als Unterstützung für Deine Blog- und Affiliate-Projekte oder lebe davon. Ganz wie Du willst.
  • Kapitalismus ist nicht von Natur aus böse. Er ist eine neutrale Kraft, die jeder Mensch auf seine Weise benutzt.
  • Befreist Du dich von lästiger Arbeit, kannst Du gewonnene freie Tage am Strand verbringen. Du kannst dich in der frei gewordenen Zeit aber auch ehrenamtlich in sozialen Projekten engagieren und mithelfen die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
  • Willst Du Geizhälsen, Umweltverschmutzern und anderen ungeliebten Zeitgenossen gehörig an die Karre fahren, musst du sie an der empfindlichsten Stelle treffen: Ihrem Geldbeutel. Dein Wertpapierdepot ist die Waffe, die Du für diesen Zweck einsetzt.

Hast Du noch weitere Fragen, schau einfach auf meiner Webseite vorbei oder hol Dir das Buch Jackpot! Du wirst es nicht bereuen.

Autor seit 1 Jahr
4 Seiten
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