Was sind die Symptome einer Magersucht?

Die extreme Gewichtsabnahme innerhalb kürzester Zeit könnte auf Magersucht hinweisen. Betroffene unterwerfen sich strikten Diäten, um möglichst schnell möglichst viel abzunehmen. Viele treiben dazu noch exzessiv Sport, was den eh schon angegriffenen Körper noch zusätzlich belastet. Es gibt im Internet Pro-Ana (damit ist der lateinische Name Anorexia Nervosa abgekürzt) Foren, wo Betroffene sich austauschen, wie sie ihr Gewicht noch weiter reduzieren können. Fast alle Gedanken und Gespräche kreisen nur noch um das Thema "Essen". Die Betroffenen haben panische Angst vor einer Gewichtszunahme, sie sehen Fettpölsterchen, wo gar keine mehr sind.

Heidi Klum

Heidi Klum (Bild: dariadiehl / Flickr)

Was sind die Ursachen einer Magersucht?

Es gibt meistens nicht nur eine Ursache, die in die Magersucht führt. Oft spielen mehrere Faktoren zusammen. Eine große Rolle spielt mit Sicherheit das Körperbild, das in unserer heutigen Gesellschaft im Schlanksein als das Ideal gesehen wird. Nur wer dünn ist, der ist schön. Durch dieses verzerrte Körperbild verlieren viele den Blick dafür, was eigentlich gesund für den Körper ist und wie dieser aussehen sollte. Auch werden viele, die nur etwas "kräftiger" sind für ihr Aussehen gehänselt oder gemobbt. Umgekehrt erntet diese Person vielleicht Komplimente und Bewunderung, wenn sie abgenommen hat. Diäten können also durchaus der Einstieg in eine Essstörung sein.
Manche Magersüchtige leben auch so ihr Kontrollbedürfnis aus. Mit den strengen Diäten, die sich die Betroffenen selbst auferlegen, üben Sie Kontrolle über ihren Körper aus. Das gibt ein gewisses Machtgefühl.
Es gibt aber auch durchaus biologische Ursachen. Manchmal können die Gene ein Auslöser sein. Es gibt tatsächlich Familien, in den Magersucht gehäuft vorkommt.
Bisweilen ist auch der Botenstoffwechsel im Gehirn gestört. Bei manchen Magersüchtigen ist der Serotoninspiegel erhöht, dieser Botenstoff steigert das Sättigungsgefühl und es hebt die Stimmung.
Magersucht ist im Übrigen keine Erkrankung der Neuzeit. Bereits im 19. Jahrhundert gibt es dokumentierte Fälle. Selbst im Mittelalter wurde extrem gefastet, meist aber aus religiösen Gründen.

Was sind die Folgen einer Magersucht?

Magersüchtige haben eine Störung ihrer Körperwahrnehmung. Durch die extremen Diäten entstehen Mangelerscheinungen, wie trockene und schuppige Haut. Auch die Haare fallen aus. Außerdem sinkt die Körpertemperatur und das Herz schlägt langsamer. Zudem leiden Betroffene häufig unter Verstopfung. Dadurch, dass der Körper zu wenig Nährstoffe bekommt, baut er Muskelmasse ab, die Knochen können brüchig werden (Osteoporose) und sogar die Zähne können ausfallen.
Meistens kommt es auch zu Missbrauch von Appetitzüglern und Abführmitteln. Dadurch gerät der Kaliumhaushalt des Körpers durcheinander. Herzrhythmusstörungen können die Folge sein. Auch die Nieren können Schaden nehmen. Zudem bleibt bei Frauen und Mädchen die Regelblutung aus

Die Behandlung

Magersucht ist eine lebensbedrohliche Krankheit und unbedingt ernst zu nehmen! Da die Anorexia Nervosa körperliche und seelische Ursachen hat, müssen hier beide Seiten behandelt werden. Ein guter erster Ansprechpartner kann der Hausarzt sein, wenn der Verdacht auf eine Magersucht besteht. Er überweist dann den Patienten an einen Spezialisten oder an einen Psychologen, sollte dies nötig sein. Die meisten Magersüchtigen sehen sich selbst übrigens nicht als krank an. Meistens machen sich Angehörige und Freunde sorgen und suchen ärztlichen Rat im ersten Schritt. Oft ist der Aufenthalt in einer spezialisierten Klinik notwendig, in die der Kranke, auch ohne seine Zustimmung, eingewiesen wird. Dort lernen die Betroffenen wieder normal zu essen und zu einem normalen Gewicht zu finden. Eine Magersucht wird in erster Linie psychotherapeuthisch behandelt.

Fazit

Eine Magersucht gehört unbedingt in sachkundige Hände! Diese Krankheit verläuft potentiell tödlich, wie das Schicksal der Magersüchtigen Isabel Caro gezeigt hat. Oft begleiten auch Depressionen diese Krankheit. Zudem ist es zwingend nötig, in den Medien endlich ein gesundes Körperbild zu vermitteln! Zum Glück gibt es einige Gegeninitiativen zu dem gängigen Schönheitsideal, wie z.B. die Kampagne von Dove. Auch war erstmals ein "Plus-Size" Model in der Sports Illustrated Bikini Ausgabe zu sehen.

Bitte beachten Sie, dass ich keine Ärztin bin. Sollten Sie unter Magersucht leiden oder einen Betroffenen im Bekannten- oder Familienkreis haben, suchen sie bitte unbedingt ärztlichen Rat!

Autor seit 1 Jahr
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