Carsharing und Leihwagen im Vergleich

Besonders in den Großstädten verzichten immer mehr Menschen auf ein eigenes Auto oder sie nutzen es nur am Wochenende, um beispielsweise aus der Stadt herauszufahren. Im täglichen Verkehrschaos und angesichts der horrenden Parkgebühren ist das eigene Auto nicht besonders effizient. Doch nicht jeder möchte auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. Die Idee, Autos minutenweise ausleihen zu können, ist da besonders verlockend. 

Genau das bietet das Modell Carsharing. Nutzer können das Auto in einer Station ausleihen und zahlen nur einen Minutenpreis, das Benzin ist dabei inklusive. Wenn man das Auto nicht mehr benötigt, gibt man es ganz einfach am Zielort an der nächstgelegenen Station wieder ab.

Ein Leihwagen wird hingegen immer tageweise vermietet, zudem ist das Ausleihen auch nicht so unkompliziert. Das Auto muss später wieder vollgetankt werden, eventuell muss eine Versicherung abgeschlossen werden usw. Das lohnt sich nur, wenn man das Auto länger benötigt.

Carsharing ist eine interessante Alternative für Leute, die das Auto zum Beispiel als Transportmittel für den Großeinkauf benötigen oder auch, um morgens zur Arbeit zu fahren. Doch wie sieht die Praxis aus? Hat das neue Modell auch Nachteile?

Carsharing ist noch zu teuer

Das Modell ist eigentlich gut, allerdings ist die Umsetzung derzeit noch nicht wirklich zufriedenstellend. Dies liegt zum einen daran, dass es viel zu wenige Carsharing-Anbieter und Stationen in den Großstädten gibt. Denn das minutenweise entleihen eines Wagens macht nur dann Sinn, wenn man das Auto am Zielort auch wieder abgeben kann. In der Praxis sieht es aber so aus, dass die Stationen oft viel zu weit vom Zielort entfernt sind. Wenn dann also doch wieder öffentliche Verkehrsmittel oder lange Fußwege in Kauf genommen werden müssen, ist das Modell nicht interessant.

Ein Vergleich von Carsharing-Anbietern ergibt zwar, dass die Preise durchaus unterschiedlich sind, insgesamt sind sie aber immer noch viel zu hoch. Durchschnittlich kostet 1 Minute ca. 0,29 €. Auch wenn Benzin und Versicherung schon inbegriffen sind, wird der Spaß dann doch relativ teuer, wenn man das Auto für mehrere Stunden nutzen möchte. Das lohnt sich derzeit nur für kürzere Fahrten und nur, wenn man das Auto am Zielort auch wieder abgeben kann. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser neue Trend entwickelt, wenn es mehr Stationen gäbe, könnte sich das Modell tatsächlich durchsetzen.

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