Die 18.00 Uhr Frage

Ein ganz klassisches Beispiel ist die 18.00 Regelung. Diese besagt, der Gast reist bis 18.00 an, danach darf das Hotel die Zimmer an andere Gäste verkaufen und ist an diese Reservierung nicht mehr gebunden. Rechtlich ist diese Regelung absolut korrekt. Nun weist der Gast darauf hin, er reist später an und glaubt damit, das Zimmer wäre auch nach 18.00 für ihn reserviert. Doch weit gefehlt. Gibt er nicht zugleich eine Kreditkarte oder eine andere vom Hotel akzeptierte Sicherheit an, gilt weiterhin die 18.00 Uhr Regelung. Das Missverständnis ist damit vorprogrammiert. Es ließe sich vermeiden, wenn das Hotel den Gast eindeutig darauf hinweist, dass eine garantierte Reservierung mit einer Kreditkarte gesichert werden muss.

Auschecken oder nur Bezahlen?

Abends kommt der Gast an die Rezeption und möchte auschecken. Tolle Sache für das Hotel. Der Gast bezahlt auch für die kommende, nicht genutze Nacht, das Zimmer wird schnell gereinigt und online neu verkauft. Denkste! Der Gast versteht unter "auschecken" nämlich etwas ganz anderes als der Hotelmitarbeiter. Der Gast möchte nur schon seine Rechnung komplett bezahlen, um am nächsten Morgen früh schnell das Hotel verlassen zu können. Für den Hotelier bedeutet "auschecken" dagegen, der Schlüssel wird abgegeben, das Zimmer ist komplett geräumt und der Gast verlässt endgültig das Hotel.

Dieses Missverständnis lässt sich allerdings schnell aufklären.

Twin oder Doppelzimmer?

Muss ein 2-Bett-Zimmer zwingend ein französisches Bett haben? Nein! Wie der Name schon sagt, stehen in diesem Zimmer 2 Betten. Diese können auch zusammengeschoben sein, verfügen jedoch über separate Matratzen. Wer ein klassisches Doppelbett möchte, sollte diesen Wunsch konkret äußern. Auch wer explizit 2 getrennte Betten möchte, sollte dies vorher mitteilen.

Kurz erklärt, ein Twin ist ein Zimmer mit 2 getrennten Betten, die oft nebeneinander stehen, jedoch keine durchgehende Matratze aufweisen. Viele Hotels auch internationaler Hotelketten in bekannten Urlaubsdestinations verkaufen solche Zimmer als Doppelzimmer.

Ein französisches Bett mit durchgehender Matratze sollte als Wunsch immer konkret angegeben werden.

 

Noch Kind oder schon Erwachsener?

Kinder zahlen in Hotels weniger als Erwachsene. Doch bis wann ist der Gast ein Kind? Allgemein dürfen Sie davon ausgehen, bis zum 6. Lebensjahr ist Ihr Sprößling definitiv ein Kind. Ab dem 7. Lebensjahr wird es schon schwieriger. Einige Hotels bezeichnen in ihren AGB-s alle Gäste ab diesem Lebensalter bereits als erwachsene Vollzahler. Andere wiederum berechnen für Kinder vom 07. - 12. Lebensjahr nur 50% des regulären Preises, wenn das Kind ein eigenes Bett benutzt.

Ab dem beginnenden 13. Lebensjahr dürfen Sie davon ausgehen, für Ihren Nachwuchs den vollen Betrag zahlen zu müssen.

Sie merken, hier lohnt es sich, konkret nachzufragen, um beim Check In keine bösen Überraschungen zu erleben.

Fazit

Aus meiner langjährigen Berufserfahrung weiß ich, wie schnell Gast und Hotelier aneinander vorbei reden, nur weil sie für das gleiche Wort eine völlig unterschiedliche Bedeutung vorraussetzen. Hier ist das Hotel gefordert, sich mit einfachen Worten und konkret auszudrücken. Deutlich gesagt, der Gast möchte kein Wissensquiz absolvieren, sondern klare, für ihn verständliche Aussagen. Dann ließe sich so manche quälende Diskussion an der Rezeption vermeiden.

Sie als Gast haben das Recht zu fragen, auch nachzufragen, wenn Ihnen ein Fachchinesisch aufgedrückt wird, das Sie nicht verstehen müssen.

Mit mehr gegenseitigem Verständnis füreinander leben sowohl Sie als auch der Hotelmitarbeiter besser.

Mehr Erlebnisse aus meiner Hotelzeit lesen Sie in meinem Buch " 20 Jahre Mysterium Hotel".

Fotos: pixabay.com

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