Der weibliche Zyklus im Schnelldurchlauf:

Der Zyklus der Frau läuft normalerweise in recht geregelten Bahnen. Ein Ei reift im Eierstock heran, es kommt zum Eisprung, das Ei wandert durch die Eierstöcke und kann auf seinem Weg zur Gebärmutter befruchtet werden. Geschieht das, nistet sich das befruchtete Ei in die Gebärmutter ein, eine Schwangerschaft ensteht. Finden die Spermien nicht den Weg zum Ei, wird das unbefruchtete Ei mit überflüssiger Gebärmutterschleimhaut ausgeschieden. Die Menstruation setzt ein. Wer's genauer wissen möchte, kann hier weiterlesen:

Die Pille danach - Wirkmechanismus

Die Pille danach besteht aus einem künstlichen Hormon, welches die Reifung eines Eis und den Eisprung verhindert oder verzögert. In der Folge, kann (k)ein Ei auch nicht befruchtet werden. Jedoch tut sie das nur, wenn noch kein Eisprung erfolgt ist. Sollte der ungeschützte Geschlechtsverkehr zufällig am Tag des Eisprungs erfolgt sein, und das Ei bei der Einnahme der Pille danach schon befruchtet sein, kann sie auch keine Schwangerschaft mehr verhindern. Im Gegensatz zur Abtreibungspille, kann die Pille danach keine Einnistung des befruchteten Eis verhindern.

Die Pille danach - 2 Wirkstoffe mit unterschiedlichem Zeitfenster - 1. Levonorgestrel

Generell gilt, je früher die Einnahme der Pille danach erfolgt, desto sicherer kann eine Schwangerschaft verhindert werden. Beim Wirkstoff Levonorgestrel liegt der Zeitraum, in dem die Pille danach eingenommen werden kann, um noch eine Wirkung zu erzielen, bei bis zu 72 Stunden. Das sind drei Tage. Dabei erhöht sich jedoch das Risiko, schwanger zu werden enorm, je später die Einnahme erfolgt.

Bei einer Einnahme innerhalb von 24 Stunden kann die Pille danach in 95% der Fälle eine Schwangerschaft verhindern. Nach 24 Stunden sinkt die Wirksamkeit schon auf 85%, und nach 3 Tagen sinkt der Schutz vor ungewollter Schwangerschaft auf 58%. Es empfiehlt sich also, schnell zu handeln.

2. Ulipristal

Der Wirkstoff Ulipristal kann sogar noch länger nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden, nämlich bis zu 120 Stunden, also 5 Tagen. Da das Präparat recht neu ist, gibt es keine Erfahrungen zu Fehlbildungen bei schon bestehender Schwangerschaft. Eine bereits eingetretene Schwangerschaft muss also vorher ausgeschlossen sein.

Woher bekommt man die Pille danach?

Die Pille danach ist in Deutschland verschreibungspflichtig, man benötigt also ein Rezept vom Arzt. Hierbei ist es jedoch egal, ob es Frauenarzt, Hausarzt oder die Notfallambulanz des Krankenhauses ist. Auch bei Pro Familia sind meist Ärztinnen vor Ort, die das entsprechende Rezept ausstellen. Im europäischen Ausland ist die Pille danach meist ohne Rezept erhältlich.

Eingeschränkte Wirkung

Unter bestimmten Umständen kann es passieren, dass die Pille danach ihre Wirkung nicht voll entfalten kann. Das kann z.B. bei der Einnahme von Antibiotika, Darmproblemen, Durchfall und Erbrechen innerhalb 3 Stunden nach Einnahme der Fall sein. Auch Mittel mit Johanniskraut und Mittel gegen epileptische Anfälle können die Wirkung beeinträchtigen.

Nebenwirkungen

Da es sich um ein hoch dosiertes Hormonpräparat handelt, welches massiv in den Zyklus der Frau eindringt, kann es auch zu unangenehmen Nebenwirkungen kommen. Im Normalfall ist die Pille danach aber gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen können sein:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Schwindel
  • Brustspannen
  • Zyklusverschiebungen

Die Pille danach hebt die Wirkung der Pille auf, sodass bis zum nächsten Zyklus zusätzlich mechanisch verhütet werden sollte. Die Pille danach dient nicht zur normalen Verhütung, da sie an Wirkung verliert, je öfter sie eingenommen wird.

Kosten

Bis zum 18. Lebensjahr fallen keine Kosten an. Ab dem 18. Lebensjahr werden die Praxisgebühr mit 10 Euro und die Rezeptgebühr mit 5 Euro fällig. Ab dem 20. Lebensjahr werden Praxisgebühr und Medikamentenkosten (ca. 17 Euro) fällig.

Mussten Sie sich schon mal die Frage nach der Pille danach stellen?
susivital, am 12.05.2012
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