Kennen Sie das? Dann sind Sie sexuell bestimmt zu großzügig. (Bild: Bilderbox.com)

Die Studie kurz erklärt

Sexualität und deren Einfluss auf die männliche Hilfsbereitschaft

Grundlage für die Forschungsresultate bildete die Auswertung von 4.500 Paarbefragungen, die zwischen 1992 und 1994 durchgeführt wurden und sich auf den US-amerikanischen Kulturkreis beschränkten. Da die studienrelevanten Daten zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung somit nicht nur an die sechzehn Jahre alt waren, sondern darüber hinaus auch aus einer Region stammten, welche für ihre konservativen Gesellschaftsstrukturen bekannt ist, können die Studienergebnisse zwar nicht als allgemein gültig, wohl aber als Beispiel für Partnerschaften bezeichnet werden, die einer überwiegend klassischen Rollenverteilung folgen.

Gefragt wurde unter anderem nach dem zeitlichen Aufwand für die Hausarbeit, welche zum Zweck der Befragung in typisch männliche und typisch weibliche Tätigkeiten aufgeteilt wurde. Kornrich und sein Team des Juan-March-Instituts in Madrid kamen hier zu dem Resultat, dass traditionelle Männerarbeiten wie Garten- oder Autopflege gerade einmal 17 Wochenstunden in Anspruch nehmen, wohingegen die häuslichen Pflichten der Frau ganze 34 Stunden pro Woche ausmachen. Interessant erscheint hier vor allem die Tatsache, dass Männer den Frauen bei nur 20 % ihrer Tätigkeiten helfen. Im umgekehrten Fall beläuft sich die Hilfe dagegen auf über das doppelte, um genau zu sein auf 50 %.

Quantität gleich Qualität?

Zu viel Sex führt dazu, dass Ihr Mann hinsichtlich seiner Haushaltspflichten nachlässig wird.

Des Weiteren ergaben die Umfragewerte, dass Paare mit klassischer Rollenverteilung zwar zu 60 % mehr Sex hatten, die meisten Frauen bei verminderter sexueller Aktivität aber nicht automatisch unzufriedener mit dem Geschlechtsverkehr in ihrer Beziehung sind. Folglich stellt sich die Frage, ob das sinnliche Verlangen zweier Menschen nacheinander, ebenso wie eine intakte Beziehung ausschließlich an der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs gemessen werden kann.

 

Helfen Männer nur im Haushalt, weil sie sich mehr Sex erwarten?

Der Irrglaube, häufiger Geschlechtsverkehr sei ein Garant für eine funktionierende Beziehung, ist weit verbreitet. Allein Kornrichs Warnung an die Männerwelt, falsche Schlüsse aus der Studie zu ziehen und von nun an besser gar nicht mehr im Haushalt zu helfen, zeigt, dass viele Männer ihre Frauen anscheinend nur aus einem Grund bei der Hausarbeit unterstützen: mehr Sex. Dabei sollte die Unterstützung eigentlich aus dem gemeinsamen Wunsch heraus zustande kommen, Herausforderungen miteinander und unabhängig von veralteten Rollenbildern zu bewältigen. Zudem gibt es heute noch ganz andere Aspekte, welche eine Arbeitsteilung im privaten Bereich unerlässlich machen.

Nicht Sexualität sollte der Grund dafür sein, dass Männer ihren Frauen unterstützuend zur Seite stehen. Der gemeinsame Wunsch, Herausforderungen zu meistern, sollte Motivation genug sein.

 

Aufgrund der kritischen Wirtschaftslage sind beispielsweise immer mehr Paare dazu gezwungen, den Lebensunterhalt zusammen zu bestreiten. Die Hausarbeit in einer solchen Situation auf die Frauen abzuwälzen, mit der Begründung, mehr männliche Hilfe bei den häuslichen Pflichten reduziere die Lust am Sex, erscheint hier wohl eher wie eine schlechte Ausrede.

 

Fazit in Bezug auf Sexualität und Hilfe im Haushalt

Lassen Sie Ihren Liebsten ruhig mal ein wenig auf seinen nächsten Sex warten. Sie werden sehen, das bewirkt Wunder und Ihre Haushaltsprobleme lösen sich fast wie von selbst.

Sicherlich gibt es Parallelen zwischen erschöpfender Hausarbeit und einem verminderten Verlangen nach sexueller Aktivität. Diese Parallelen existieren jedoch nicht erst seit Zeiten weiblicher Emanzipation, sondern sind vielmehr eine Hauptursache für das weibliche Streben nach Gleichberechtigung. Weshalb sollte also ein Mann nicht dieselben Erfahrungen in Sachen 'Lustkiller Hausarbeit' machen, mit denen Frauen über Generationen hinweg konfrontiert waren?

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