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Traumdeuter und Psychologen

Traumdeuter gibt es seit vielen Jahrhunderten. In alten Kulturen bis hin zur Gegenwart war und ist die Traumdeutung ein gutes Geschäft. Die modernen Traumdeuter findet man heute in der Esoterik und in der Psychologie. Sigmund Freud schrieb ein Standardwerk der Psychoanalyse darüber. Sein Zeitgenosse C.G. Jung wiederum betrachtete Träume mehr aus dem symbolischen Zusammenhang heraus. Diverse zeitgenössische Strömungen der Psychologie versuchen mit Träumen konstruktiv zu arbeiten und sportliche oder berufliche Leistungen zu verbessern. "Luzides Träumen" lautet der Fachbegriff dafür. Und auch Lexika der Traumsymbole verkaufen sich gut. - Doch was bieten uns Traumdeuter und Psychologen tatsächlich an? Interpretationen und Hilfestellung bei der Aufarbeitung. Das ist gut und schön, wenn man es mag. - Doch warum nicht einfach zuerst einmal auf die eigene innere Stimme oder Führung hören? 

 

 

 

Gibt es Wahrträume?

In diesem Sinne zurück zu der eingangs erwähnten Suchanfrage. Der  offensichtlich verzweifelte Elternteil - ob Mutter oder Vater - befragt als Erstes Google und früher wäre diese Person wahrscheinlich zum Wahrsager oder Traumdeuter gegangen. Sie repräsentiert damit eine Einstellung, die heute noch viele Menschen haben: Nämlich, dass Träume über künftige Ereignisse sogenannte Wahrträume wären. Im Zuge der Recherchen für das Buch "Der kleine TraumGuide – Wie Sie Träume kreativ nutzen können", fand ich heraus, dass soziologische Studien davon ausgehen ausgehen, dass jeder Dritte Wahrträume kennt – und zwar unabhängig von religiösen Überzeugungen und Bildungsgrad. Jüngere Menschen sind dem Phänomen gegenüber offener eingestellt. Sehr viel mehr weiß die etablierte Wissenschaft darüber hinaus aber nicht zu berichten. Bei Wahrträumen mit später tatsächlich eintretenden zukünftigen Ereignissen wird allerdings die Frage nach der selbsterfüllenden Prophezeiung diskutiert. 

Nur keine Panik

Wie auch immer. In der Praxis stellt sich nur eine Frage: Was können wir mit vermeintlichen Wahrträumen anfangen? Wenn ein Thema wirklich Angst macht  – beispielsweise, dass man versagt oder eine Unheil passiert – ist der erste und wichtigste Schritt:

  1. Einmal tief durchatmen und Ruhe bewahren. Es war bloß ein Traum.
  2. Wertfreie Analyse des Themas (Beispiel: Im Traum hatte ich Angst, dass mein Kind verschwindet)
  3. Die wichtigste Frage: Was will ich damit anfangen?

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste ist sicherlich, den Traum einfach wieder zu vergessen. Die meisten Menschen bekommen solche Träume aber nicht einfach aus dem Kopf, da wir uns generell angstauslösende Themen länger merken und nach Lösungen suchen. Was also tun? Zu einem Traumdeuter zu gehen, der dann vielleicht sogar noch mehr Angst macht, ist sicher der schlechteste Weg. Wenn schon esoterische Traumdeutung dann werfen Sie vielleicht erstmals einen Blick in ein Traumdeutungslexikon und entscheiden später ob Ihnen eine Interpretation daraus weiterhilft oder ob Sie sich noch eingehender mit dem Traum beschäftigen möchten. 

Traumdeutung ist immer Interpreation (Bild: Pixabay (geralt))

Vom Traumdeuter zum Traumgestalter

In den meisten Fällen kommen in Träumen einfach versteckte Ängste hoch, aber auch unbewusste Wut und Aggression. Das wollen sich viele Menschen nicht eingestehen. Doch ist es wirklich so schlimm? Triebe und Affekte gehören zum menschlichen Sein. Wer meint, hinter einem Traum steckt mehr, kann jederzeit Psychologen zu Rate ziehen. Bevor man sich aber auf einen langwierigen Seelenstriptease einlässt, wäre es wahrscheinlich hilfreicher sich einmal bewusst zu machen, dass man selbst der Träumer der Traums ist und ihn deshalb jederzeit auch "Um-Programmieren" kann. Finden Sie Ihre eigene Interpretation, die Ihnen gefällt. Hier eine Kurzanleitung zu einer effektiven Methode:

  1. Traum notieren

  2. Welche Gefühle habe ich dabei? Angst? Schuldgefühle?

  3. Was will ich an dem Traum verändern?

  4. Den Traum neu schreiben. Etwa einen neuen, positiven Ausgang erfinden.

  5. Den neuen Traum vor dem Einschlafen durchlesen.

  6. Für sich klar die Absicht äußern, dass man diese Angst oder das Schuldgefühl bewältigen möchte

  7. Mit dieser Absicht und dem neuen Traum im Kopf einfach darüber einschlafen.

  8. Manchmal träumt man bereits in wenigen Tagen darauf, denselben Traum mit einem neuen, positiven Ende. Manchmal passiert gar nichts oder erst Monate später.

  9. Das Unterbewusstsein hat sein eigenes Tempo. Sie können es beeinflussen, aber nichts erzwingen. Deshalb bieten sich alle Methoden an, die mit einem Entspannungszustand arbeiten, bei dem sich der kontrollierende Verstand nicht so stark einmischt. 

Viele Wege führen zum Ziel

Es gibt eine Reihe von effektiven Techniken, die einen professionellen Traumdeuter überflüssig machen und sie selbst Traumgestalter werden. Oft hilft natürlich auch ein Gespräch mit einem Traumdeuter oder Psychologen. Oft hilft einfach eine liebevolle, mitfühlende Aussprache. Manchmal kann dies aber zu Abhängigkeiten führen und man liefert sich den Interpretationen anderer Menschen aus. Insofern ist es durchaus günstig ein wenig mehr, darüber zu wissen, wie man mit Träumen umgehen kann. Dafür liefert das Buch "Der kleine TraumGuide", zahlreiche einfache Techniken, die übrigens auch bewusst zur Steigerung von Erfolg und persönlichem Wohlbefinden eingesetzt werden können.

Das Wichtigste bei allen Träumen ist einfach, sich bewusst zu machen, dass man selbst der Träumer ist und diese, beziehungsweise die Auswirkungen (wie Angst) von Träumen selbst verändern kann. Das macht Spaß und trägt auch zur Persönlichkeitsentwicklung bei. 

 

 

 

(Om Shreem Namaha)

Autor seit 3 Jahren
52 Seiten
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