Das charmante Empfangspersonal

Wer soll Sie einchecken? Die aparte Androidin? Der klassische Roboter? Oder etwa doch der freundliche Dinosaurier? Schon beim Betreten des Hotels haben Sie die Qual der Wahl. Nur eines ist sicher. Der fahrbare Page rollt mit Ihrem Gepäck schon mal los, während Sie noch grübelnd am Empfangstresen stehen. Die drei Angestellten sind geduldig und können warten. Der freundliche Herr mit der grünen schuppigen Haut und den scharfen Zähnen ist übrigens der absolute Favorit. Kess sieht er aus mit der schief hängenden Fliege und der Mütze auf dem Kopf. So entscheiden auch Sie sich für ihn.

Der Empfangschef

Der Empfangschef

Der Macher des Hotels

Direktor des seltsamen Hotels ist Hideo Sawada. Es befindet sich in einem Freizeitpark in Nagasaki. Sawada will damit die Lohnkosten senken und zugleich den Innovationsgeist der kreativen Japaner demonstrieren. Dafür sprechen seine Angestellten an der Rezeption mit Japanisch, Chinesisch, Koreanisch und natürlich Englisch 4 Sprachen. In jedem Zimmer befindet sich ein kleiner rosa Tisch-Roboter, der auf einfache Fragen antworten kann. So ist die Ansage der Uhrzeit kein Problem für den hilfreichen Mitarbeiter.

Sawadas Hotel hat 72 Zimmer. Der Durchschnittspreis ist mit etwa 65 Euro pro Nacht durchaus moderat.

 

Und wo ist der Schlüssel?

Eine Zimmerkarte oder einen Schlüssel bekommen die Gäste des Henn-na-Hotels nicht. Die Türen öffnen sich mit moderner Gesichtserkennung-Technologie. Einmal eingescannt und gespeichert, hat der Gast jederzeit Zutritt in sein Zimmer. Sicherheit par excellence.

 

Nur ein Gag oder ein realer Trend?

Sawada hat in sein Hotel die modernste Technik gepackt, die derzeit verfügbar ist. Diese High-Tec-Bude zeigt eine Entwicklung auf, die möglich scheint. Nun ist ein Dino als Empfangsherr auch lustig anzusehen und auch der kleine Mini-Robo auf dem Zimmer ist witzig.

Die Frage ist jedoch grundsätzlich. Das Hotel lebte jahrhundertelang von Menschen, die ihm nicht nur das Gesicht gaben. Nein, sie gaben ihren Häusern auch die Seele, füllten sie mit Leben aus. Das wird ein Roboter niemals können. Er arbeitet nach Programm ab. Neuere Modelle werden flexibler sein und auf Wünsche und Verhaltensweisen noch mehr eingehen können. Menschen mit ihrer Empathie werden sie nie ersetzen können.

Deswegen bleibt die Frage, ob das Henn-na-Hotel den Beginn eines Trends markiert, hin zu einer Technisierung des Hotels. Die Personalkosten sinken, ein Robo braucht keinen Urlaub und wird nicht ernsthaft krank. Kaufmännisch gesehen stehen nur die hohen Anschaffungskosten und die Wartungskosten auf seiner Gehaltsliste. Damit wird er sich, je nach Preis, bald amortisiert haben und gewinnbringend arbeiten.

Das Hotel verliert Individualität und menschliche Wärme, es wird ein kalter High-Tec-Tempel. Doch wer weiß, vielleicht lächelt Mister Dino ja bald.

Ohne Menschen geht es nicht

Im Hotel Seltsam halten sie sich dezent zurück und sind doch immer präsent. Das menschliche Sicherheitspersonal wacht darüber, dass die maschinellen Mitarbeiter im Hotel bleiben und nicht als Souvenir eingepackt werden. Denn die kleinen rosa Tischroboter sind schnell mal in einer Reisetasche verschwunden.

Und auch der Direktor ist immer noch aus Fleisch und Blut. Nur seine Angestellten besitzen eine künstliche Intelligenz und sprechen etwas abgehackt.

Eröffnet wurde das Hotel mit den ungewöhnlichen Mitarbeiter erst vor wenigen Tagen. Am 17.07.2015 konnte Empfangschef Mister Dino mit seinen Mitarbeitern die ersten Gäste begrüßen.

 

Fotos by:pixabay

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