Informationen zu Bulimie - Gestörte Selbstwahrnehmung

Bulimie oder auch Ess-Brech-Sucht genannt, ist eine Erkrankung, die gerade in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Nicht mehr nur Mädchen und junge Frauen sind betroffen, sondern vermehrt auch Männer. Wer einmal in den Teufelskreis der Bulimie geraten ist, braucht dringend Hilfe. Nur mit kompetenter Unterstützung ist es Betroffenen möglich, diese Mischung aus psychischen und physischen Ursachen und Auswirkungen zu überwinden.

Der Wunsch, dem Schönheitsideal zu entsprechen

Im Gegensatz zu früheren Zeiten machen sich viele Menschen unserer Kultur heute keine Sorgen mehr, ob ausreichend Nahrung vorhanden ist, sondern leben im Gegenteil mit der Angst, zuviel zu essen. Auf diese Weise hat sich bei vielen die Tendenz entwickelt, ihr Essverhalten zu beobachten, zu kontrollieren und notfalls zu zügeln, um entweder abzunehmen oder wenigstens eine weitere Gewichtszunahme zu verhindern. Leider ist nicht immer das Streben nach Gesundheit die Ursache solchen Verhaltens, sondern in zunehmendem Maße ein übertriebenes Schlankheitsideal. Dieses Ideal will dem Menschen glauben machen, dass nur schlanke, magere Menschen schön sind, anerkannt werden und Erfolg haben.

Wer sich an solchen Vorbildern orientiert und viel Energie in die Traumfigur investiert, bei dem können bereits kleine Schwankungen des Körpergewichts massive Panik auslösen, dem Ideal nicht mehr zu entsprechen. Jede aus diesem Grund begonnene Diät kann bereits Auslöser einer bulimischen Erkrankung sein.

Die Angst vor dem Dicksein

Die bei vielen vorhandene Angst vor dem Dicksein hat die Stellung des Essens verändert. Es verliert seine Normalität und Diäten oder Fastenkuren, das Weglassen von kalorienreichen Lebensmitteln, exzessiv betriebener Sport und sogar die Einnahme von Abführmittel werden immer alltäglicher. Schon nach wenigen Wochen kann aus restriktiv betriebenem Essen eine ernsthafte Störung entstehen, denn alles kreist nur noch um das Thema Essen, immer mehr Lebensmittel machen Angst vor dem Dicksein und werden vermieden. Aber nicht nur das Verhalten und Erleben verändern sich, sondern auch der Körper macht Veränderungen durch: Es kommt zu extremen Stoffwechselveränderungen, notwendige Hormone und Botenstoffe werden nicht mehr in ausreichendem Maß produziert und das natürliche Hunger-Sattheits-Gefühl setzt aus. Es kommt zu Heißhungerattacken und Essanfällen, die dann wiederum Angst vor dem Dicksein auslösen. Legt der Betroffene ein solches Verhalten an den Tag, ist er bereits im Teufelskreis der Bulimie gefangen.

Bulimie heißt veränderte Körperwahrnehmung

Das Selbstwertgefühl von Bulimie-Kranken hängt zunehmend vom Körpergewicht und der dadurch bedingten Figur ab. Dabei wird die Wahrnehmung des eigenen Körpers auf die Weise gestört, dass die meisten Betroffenen sich selbst dann noch als viel zu dick wahrnehmen, wenn sie normalgewichtig oder sogar an Untergewicht leiden. Bereits nach kurzer Zeit können Betroffene diesen Teufelskreis aus eigener Kraft nicht mehr aufhalten oder gar verlassen. Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) oder Magersucht (Anorexia nervosa) sind Erkrankungen, welche meist massive Folgen für die Betroffenen haben und ihre Familien einer extremen Belastungsprobe aussetzen.

Es gibt Therapien für Bulimie

Die moderne Psychotherapie hat durch intensive Erforschung dieser Erkrankung Methoden der Behandlung entwickelt. Unter Anleitung erfahrener und qualifizierter Spezialisten werden heute selbst schwere und langdauernde Essstörungen sehr erfolgreich behandelt. Um eine Essstörung erfolgreich behandeln zu können, ist es allerdings sehr wichtig, die spezifischen Erscheinungsformen und oft tiefsitzenden Ursachen der Erkrankung genau zu kennen und zu verstehen, wie die Störung entstanden ist und durch welche Faktoren sie aufrechterhalten wird. Viele Kliniken arbeiten mit sogenannten Intervallbehandlungen, bei denen sich stationäre und ambulante Abschnitte abwechseln, um lange Klinikaufenthalte zu vermeiden. Wer in seinem Umfeld jemanden kennt, der an Bulimie erkrankt ist, der sollte sich auf jeden Fall Rat holen, was er selbst tun kann und wie dem Betroffenen am effektivsten zu helfen ist. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass Familien eine Therapie zwar unterstützen aber nicht selbst durchführen können, da der eigentliche Grund für die Krankheit nicht selten in der Familie zu suchen und zu finden ist.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Autor seit 5 Jahren
207 Seiten
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