Variante 1: Grundstoff im Supermarkt kaufen und Extrahieren

Man kauft einfach ganz normales Weizenmehl im Supermarkt. Dann geht die Arbeit los: Man muss erst einmal gerade so viel Wasser zugeben, dass man einen Teig kneten kann.

 

Den dadurch entstehenden Teigkloß muss man dann wiederum eine halbe Stunde im Wasser stehen lassen.

 

 

Dann muss man jedoch den Teig unter fließendem Wasser so kneten, so dass die Stärke mit den Kohlenhydraten ausgewaschen wird. Beim Kneten soll sich also immer mal wieder etwas ablösen, dass ist dann die Stärke/sind die Kohlenhydrate, die nach oben an die Wasseroberfläche schweben, und die dann abgeschöpft werden können. Man soll so lange Kneten, bis das Wasser wieder klarer wird.

 

Die übrigbleibende gummiartige Masse ist dann noch ziemlich feucht. Man muss sie abtrocknen – dann wird sie trockener, ist aber so gummiartig, dass man sie kaum verarbeiten kann. Also muss Masse richtig trocknen; das soll gelingen, wenn man "das Gummi" stundenlang im Ofen bei ca. 50 Grad trocknet. Dann kann man das Ergebnis vermahlen, und bekommen aus 10 Esslöffel (100g) Mehl ca. 2 Esslöffel Gluten.

 

Alles sicher ein sehr beeindruckender Prozess für naturwissenschaftlich Interessierte und Neugierige. Um einfach nur ein Diät-Brot zu backen oder Seitan herzustellen jedoch ziemlich aufwändig. Und bei einem Teil der Leute klappt es auch nicht so richtig mit der eigenen Herstellung.

Variante 2: Fertiges Gluten kaufen

Manche bekommen Gluten nach Vorbestellung in einer nahen Getreidemühle oder beim Bäcker. Auch in einigen Reformhäusern soll es zu kaufen sein. Wer diese Quellen nicht nutzen kann oder möchte, der bestellt es im Internet.

Für ein Brot z.B. braucht man ca. 20 Esslöffel Gluten, also ca. 200 Gramm Gluten. Es gibt Angebote ab 250g, da kann man das mit dem Gluten also mal bei einem Brot ausprobieren. Günstiger wird es bei Großpackungen für ca. 4 Euro pro Kilo.

Was kann man mit dem gekauften Gluten machen?

Gluten ist laienmäßig formuliert ein Kleber für Nahrungsmittel. Es handelt sich um Proteine, die bei Hinzugabe von Wasser eine elastische Masse bilden.

 

Vor allem kann man damit Brot backen, welches den Vorteil hat, wenig Kohlenhydrate zu haben. Denn es gilt ungefähr: Gluten + Kohlenhydrate = Weizenmehl. Und Diät-Erfahrene Wissen: Wenig Kohlenhydrate bedeutet Abnehmen, oder zumindest nicht zunehmen. Brot, welches nur mit Gluten statt mit Weizenmehl gebacken wird ist also gut für die Figur.

 

Auch bei anderen Backwaren kann man Gluten zusetzen, damit sie besser aufgehen; z.B. bei Mehlsorten, die wenig Gluten enthalten, wie z.B. Roggenmehl. Ferner soll es die Haltbarkeit von Backwaren verlängern, es ist günstiger als Milch- oder Sojaproteine, und man kann daraus Seitan herstellen (einen Fleischersatzstoff für Vegetarier und Neugierige, dabei wird das Gluten kräftig gewürzt, mit Wasser verknetet und das Ergebnis gekocht.)

Autor seit 5 Jahren
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