Wirschaft-2

Wirschaft-2 (Bild: GMS)

Die wirtschaftliche Situation in der Eurozone hat sich seit Beginn diesen Jahres kontinuierlich verbessert. Portugal konnte den Hilfebereich hinter sich lassen und Griechenland erfolgreich Geld am Anleihemarkt aufnehmen. Dies für sehr passable Konditionen von deutlich unter 5%. Auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise mussten die Hellenen noch jenseits von 40% Zinsen auf Ihre Anleihen bieten.

Die Früchte der vielfach kritisierten Spar- und Konsolidierungspolitik sind nun so deutlich zu erkennen, dass selbst der geneigte Dauerpessimist keinen Auftrieb mehr verspürt. Im weiteren Jahresverlauf wird sich der positive Grundtrend zudem verfestigen und die Arbeitslosenzahlen werden auch in den krisengeschüttelten Ländern zurückgehen und in Deutschland auf niedrigem Niveau stagnieren bzw. rückläufig tendieren.

Die Zinspolitik der EZB mag kurzsichtig sein, unmittelbar betrachtet wird sie jedoch dazu führen, dass die Binnenkonjunktur weiter belebt wird, da Konsumzurückhaltung zu Gunsten von Spareinlagen bei derart niedrigem Zinsniveau nicht lohnt. Mithin sind Anlagen unterhalb von 3,5%-4% Kapitalabbau (Abgeltungssteuer, Inflation, Konto- und Depot- bzw. Bearbeitungsgebühren). In der Folge wird mehr konsumiert, was besonders der Tourismusbranche zugute kommen wird. Dies wiederum eröffnet attraktive Einstiegsmöglichkeiten bei tendenziell unterbewerteten Touristiktiteln und Airlines. TUI und Lufthansa seien hier nur exemplarisch genannt.

Im Hinblick auf die Umstrukturierung des Inlandflugangebotes der Kranich-Airline und unter Berücksichtigung etwaiger Streiks, bleibt jedoch die Tarifrunde abzuwarten. Auch kann man wieder in Papiere aus Griechenland oder Portugal investieren, wenngleich nicht die Rente. Es lohnt der Einstieg und das Vertrauen der Anleger für zu einem sich verselbstständigenden Trend. Besonders Griechenland, Italien und Spanien werden vom Reiseboom profitieren. Der momentane Vierzylinder Motor Europas, bestehend aus Skandinavien, England, Frankreich und Deutschland wird jedoch erst ab Mitte/Ende 2015 wieder durch Spanien und Italien zu einem kraftvollen Sechszylinder komplettiert.

Liest man so manchen Börsenbrief dieser Tage, kann man den Eindruck gewinnen, dass die Ukraine den Euroraum verlassen könnte!? Hierzu sei erwähnt, dass weder die Ukraine noch Russland ein derartiges Explosionspotential im wirtschaftlichen Sinne bergen. Allein in den Köpfen so manches Profiteurs instabiler Verhältnisse mag dies anders aussehen, wozu bedauerlicherweise auch die schreibende und berichtende Zunft zählt, geht es doch um Auflage.

Übertriebene Panik führt jedoch zu irrationalen Entscheidungen, auch Profis sind davor nicht gefeit. So ist die Einschätzung von Fachleuten mit zunehmender Entfernung zum tagesaktuellen Geschehen oftmals präziser, weil analytischer und distanzierter. Es gilt daher Ruhe zu bewahren und mit Zuversicht in den europäischen Kernmarkt, aber auch in die Peripherie zu investieren. Denn das größte Risiko besteht nicht darin das eigene Portfolio mit Aktiva zu bestücken, sondern darin die Chance zu vertun zeitnah in Sachwerte zu investieren.

Bulle/Bär.ffm

Bulle/Bär.ffm (Bild: GMS)

Wo Investment nicht mehr lohnt!

Anlagen, welche sich selbst überlebt haben oder zumindest nicht mehr den selben Stellenwert wie in den 1990er haben sollten, sind: Klassische Lebens- & Rentenversicherungen, Prämiensparen, Bausparverträge, Sparbriefe und Sparbücher. Riestern lohnt sich überdies nur noch für Familien mit Nachwuchs in Mannschaftsstärke (drei Kinder sollten es sein).

ACHTUNG: In vielen Fällen geht die Auflösung alter Verträge speziell im Bereich langer Laufzeiten mit wirtschaftlichen Einbußen einher. Eine Stilllegung ist daher oftmals sinnhafter als eine Kündigung.

Der häufig von "Experten" angepriesene Goldkauf als sicherer Hafen ist völlig illusorisch aus zwei simplen Gründen: 1. Der Goldkurs steht in einem direkten Abhängigkeitsverhältnis zum Dollar und ist somit zwar ein Gradmesser für die wirtschaftliche Lage, nicht jedoch bevorzugt des Investment gut. Da 2. Gold in riesigen Mengen in Erdtiefen zwischen 6000 und 12.000 Metern lagern, somit ist es nur eine Frage der Zeit bis eine Goldschwemme den Markt übersättigt.

Wo investieren?

Eine derartige Niedrigzinsphase wie momentan wird sich nicht allzu oft wiederholen. Dabei lohnt neben dem Erwerb einer Immobilie als Kapitalanlage (aktuell gibt es keine Blasenbildung in Deutschland), auch der Griff nach klassischen Werten wie Blue-Chips (Standart DAX-Werte), welche eine mehr als 25%ige Rendite im vergangenen Jahr erzielen konnten. Es kann also durchaus attraktiver sein, statt etwa bei der Deutschen Bank in diese zu investieren. Die Stammwerte werden mit Abstrichen sämtlich als Systemrelevant betrachtet, weshalb sie notfalls um jeden Preis gerettet würden, ungeachtet dessen, dass deutsche Großunternehmen national wie auch international ausgesprochen gefragt sind und eine Pleite somit annähernd auszuschließen ist.

Zudem sind neben der bereits erwähnten Tourismus- und Flugbranche ab Herbst auch wieder Energietitel zu empfehlen. Diese werden nach einer Schwächephase bedingt durch den Atomausstieg sowie dem Ende der Verlustabschreibungen Nachholbedarf haben und entsprechend anziehen. Ausserhalb des DAX und somit als Exot mit Entwicklungspotential, sind der Windturbinenhersteller Nordex SE und der Kohlenstoff-/Graphitverarbeitungsspezialist SGL Carbon zu nennen, dessen Miteigentümerin die reichste Frau Deutschlands, Susanne Klatten, ist. Doch nicht allein deshalb sind diese Aktien interessant, sondern speziell wegen der dort entwickelten zukunftsträchtigen Technologien.

Seltene Erden

Seltene Erden werden im Laufe der kommenden 5-10 Jahre ein regelrechten Boom erleben, bedingt durch Ressourcenverknappung. Interessant dürfte auch die von höchster Bundesebene angebahnte Kooperation eines australischen Grubenspezialisten sowie einem deutschen Vertriebs- und Veredelungskonsortium mit der Mongolei sein. Hier geht es um eines der größten Abbaugebiete seltener Erden weltweit. Im Hinblick auf das bisherige quasi Monopol Chinas in diesem Zukunftssegment, ergeben sich höchst profitable Einstiegsmöglichkeiten mit sogar mehr als 1.000%gem Steigerungspotential im Options- bzw. Leveragehandel.

ACHTUNG: Hier sollte nur investieren wer einerseits über freies Kapital verfügt und andererseits entsprechende Erfahrung im Umgang mit Effekten besitzt.

Fazit

Investieren Sie in folgendem Streuungsverhältnis:

50-60% in Kapitalanlagen, wenn möglich Mehrfamilienhäuser. Idealerweise mindestens 4 jedoch weniger als 20 Einheiten bzw. Garagen oder Stellplätze, keine Platte, bevorzugt bürgerliche Bewohner, zentrale Lage, aber nicht an einer Durchgangsstrasse, in einem vollständig erschlossenen Gebiet (kein Neu- oder Ausbaugebiet), nur in Städten mit über 250.000 Einwohnern. 70er Baujahre +/- ein halbes Jahrzehnt sind oft von minderer Bauqualität. Bestand, dessen Sanierung weniger als 10 Jahre zurückliegen ergeben das statistisch beste Potential für eine weitere Entwicklung.

WICHTIG: Kein Kauf ohne Besichtigung! Es gilt zudem die bekannte eiserne Regel: Es zählt die Lage, die Lage und die Lage!

20% in Blue-Chips bzw. klassische Aktien (sichere Anlage). Hier empfehle ich folgende Einzelwerte: Deutsche Bank, Deutsche Börse, VW, BMW, Mercedes-Benz, E.ON, Munich Re, SAP, Bayer, RWE, Allianz, Siemens und Lufthansa. Wer noch ruhiger schlafen möchte, dem empfehle ich klassische DAX-Fonds. Wer risikobereiter ist, sollte seinen Blick in M- bzw. S-DAX schweifen lassen, insbesondere Technologie-, Biologie- und Chemiewerte werden sich positiv entwickeln.

WICHTIG: Generell gilt es bei Ein- bzw. Ausstieg auf Tarifrunden, Streiks und Vorzeichen zu achten (Quartalsberichte abwarten und Entwicklung wichtiger Konkurrenten im Auge halten).

10% in seltene Erden (langfristige Anlage), sowie ebenfalls

10% in südeuropäische Staatsanleihen bzw. Optionen (Risikoanlage).

WICHTIG: Eine Barreserve sollte immer für unerwartete Ereignisse übrig bleiben. Daher ist hier auf kurzfristige Verfügbarkeit zu achten, welche etwa bei einem Tagesgeldkonto gegeben ist.

 

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GuidoMSchmitz, am 07.09.2014
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Bildquelle:
johannes flörsch (Weinerlebniswelt Loisium in Niederösterreich)

Autor seit 3 Jahren
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