Unser Haushuhn stammt aus Indien



In Nordindien waren Haushühner schon vor wenigsten 4.500 Jahren bekannt. Alle heute lebenden Haushuhnrassen stammen von einer indischen Kammhuhnart ab, dem Bankivahuhn, Gallus gallus (siehe Foto links). Alle vier existierenden Kammhuhnarten zeichnen sich durch den typischen, nackten, gezackten Scheitelkamm und die Hautlappen unter dem Schnabel aus, so wie Sie es von allen Haushühnern kennen. Eine der vier Arten eroberte von Indien aus die Welt. Das Bankivahuhn kam etwa 1400 vor unserer Zeitrechnung nach China und verbreitete sich anschließend in verschiedene Richtungen. Die ersten Haushuhnrassen stammen aus Indien. Allerdings ist von den Ägyptern bekannt, dass sie schon 500 vor Christus mit Erfolg die künstliche Brut betrieben.

Der Anfang war die Henne, später kam das Ei

Aus der Sicht des Nutzens der Haushühner kam am Anfang eindeutig die Henne, das heißt das Fleisch. Der Gleichberechtigung wegen also Henne und Hahn. Das essbare Hühnerfleisch gab den Ausschlag, weshalb die Menschen begannen, Hühner zu zähmen. Am Anfang nutze man die Eier nur für die Erzeugung der Nachkommen. Bis es irgendwann einmal auffiel, dass die Hennen nochmals mit dem Legen beginnen, wenn Ihnen die Eier abhanden kommen. Mit dieser Enddeckung begannen die Menschen, den gezähmten Tieren die Eier wegzunehmen. Von nun an wurden Hühner nicht nur gezähmt, sondern auch auf eine hohe Legeleistung hin gezüchtet.

Nutztierhafter wurden zu Liebhaberzüchtern

Witwe Bolte von Wilhelm Busch wusste, warum sie Hühner hält:

"Einerseits der Eier wegen,
welche diese Tiere legen;
zweitens: weil man dann und wann
einen Braten essen kann;
drittens aber nimmt man auch
ihre Federn zum Gebrauch
in die Kissen in die Pfühle,
denn man liegt nicht gerne kühle."

 

Stolzes Brahmahuhn (Bild: Heike Nedo Artflakes Poster- Kunstdruck)

Zunächst bestand das Zuchtziel der Hühnerhalter darin, besonders legestarke oder fleischreiche Tiere zu erhalten. Der wirtschaftliche Nutzwert stand im Mittelpunkt. Später kamen Züchter dazu, Ihre Hühner nach ästhetischen Werten zu selektierten und züchten. So entstanden zahlreiche, sehr verschiedene Rassen. Hühnerzucht wurde zur Liebhaberei. Neben den Wirtschaftsrassen entstanden Liebhaberrassen. Wer heute auf dem Land eigene Hühner hält, kann aus einer breiten Palette von Hühnerrassen auswählen.

Wirtschafts- und Liebhaberrassen unserer Hühnern

Eines der verbreitetsten Hühner ist das Leghorn. Viele Eier, wenig Futter und Unempfindlich in der Aufzucht, so lässt sich diese Rasse kurz beschreiben. Sie kommt in rauen Norden und auch im heißen Süden zurecht. Das Leghorn ist leicht, beweglich und temperamentvoll. Die Eier sind weißschalig. Eier mit braunen Schalen legen Blausperber, eine sehr hübsche Rasse, die sowohl als Fleischhuhn als auch zum Eierlegen geeignet ist. Weitere gern gehaltene Wirtschaftsrassen sind Italiener und die großen, braunen New Hampshire. Besondere Rassen für Liebhaber sind solche mit ausgefallenen Merkmalen, wie Bärten, Hauben, sehr kleine Tiere (Zwerghühner) oder Riesen. Eine spezielle Kategorie sind sicher die Kampfhuhnrassen. Und zuletzt seien noch die Langschwanzrassen genannt. Es gibt Hähne (Phönix), bei denen ein Wachstum der Schwanzfedern im ersten Jahr von 70 bis 90 Zentimeter als normal gilt. In den weiteren Jahren kommen 30 bis 50 Zentimeter dazu.

Seidenhühner (Bild: Heike Nedo)

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