Fakten über Hühner

  • Hühner stammen von Dinosauriern ab
  • Hühner können angeblich hypnotisiert werden, indem man sie auf den Rücken legt und mit einer Hand leicht ihren Brustkorb berührt. Das mit der Hypnose stimmt so nicht, sie verfallen lediglich in eine Schreckstarre.
  • Hühner wollen naturgemäß oben schlafen.
  • Hühner sind nachts so gut wie blind und können dann ohne große Probleme von der Stange genommen werden. 
  • Hühner sind Allesfresser, sie mögen sogar Fleisch. Deswegen können industriell hergestellten Fertigfuttermischungen auch problemlos Fleischanteile beigemischt werden, Hühner werden es fressen. Unsere werden ohne Fertigfutter gefüttert, sie bekommen Körner, Küchenabfälle und ganz wichtig und heiß begehrt, jeden Tag einen Armvoll Grünfutter. Sehr gern mögen sie übrigens gekochte Spaghetti, voller Stolz laufen sie damit im Schnabel herum, sie verwechseln sie offensichtlich mit schönen, weichen Würmern.
  • Hühner lieben es, einen Misthaufen durchzuwühlen und genießen Sandbäder. Picken und scharren gehört zu ihren Lieblingsbeschäftigungen.
  • Hühner können 10 bis 15 Jahre alt werden, wenn sie dürfen.
  • Hühner sind nicht sehr stressresistent und können bei zu viel Aufregung einen Herzinfarkt bekommen.
  • Hühner können hecheln. Bei Hitze hecheln Hühner und stellen die Flügel vom Körper weg, um die Körperoberfläche zu vergrößern und durch Luftzug besser abzukühlen. Für eine Abkühlung stellen sich sogar in flaches Wasser.
  • Hühner haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Sie haben eine Rang- und Pickordnung und jedes Huhn weiß genau, an welcher Stelle es steht und nach wem es fressen darf.
  • Werden Hühner artgerecht gehalten und natürlich ernährt, legen sie Eier zu ihren Bedingungen, nämlich dann, wenn das Wetter nicht zu kalt oder zu heiß oder zu nass ist. Oder wenn die Hühnerhalter aufgehört haben zu denken, sie bekämen jemals wieder ein Frühstücksei. Und dann kann von einem Tag auf den anderen alles ins andere Extrem umschlagen, eine Eierschwemme folgt auf die fast eierlose Zeit.

 

Hühner-Kommunikation

Hat der Hahn etwas Interessantes zu fressen gefunden, gibt er das  durch besondere Locklaute bekannt und seine Stammhennen eilen herbei, um zu picken. Der Hahn selbst hält sich gentlemanlike zurück. Genauso macht es auch die Mutterhenne, durch besonderes Gackern kommuniziert sie mit ihren Küken, die herbeigeeilt kommen, um zu fressen. Sie selbst wartet.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hühner warnen sich gegenseitig vor Gefahren, wie z.B. einem Mäusebussard oder einem Fuchs durch aufgeregte Laute. Wir haben einen Hund, der aussieht wie ein kleiner Fuchs, wenn er an den Zaun kommt, laufen alle Hühner weg vom Zaun in die Mitte des Geheges oder verstecken sich unter Büschen. Das Wissen darüber, wie natürliche Feinde aussehen, scheint in einer Art kollektiven Unterbewusstseins, an sich vorhanden zu sein und wird von Generation zu Generation weitergegeben.

Sind Hühner dumm oder intelligent?

Ein Teil unserer Hühner schlief gern auf dem großen Maulbeerbaum, was schön anzusehen war. Es gibt in Portugal aber auch kleinere Raubtiere, wie die Ginsterkatze, die einen Zwei-Meter- Zaun überwinden oder mithilfe eines in der Nähe gepflanzten Baumes in das Gehege gelangen können. Eines dieser Raubtiere entdeckte eines Nachts das Festmahl auf dem Baum und holte nach und nach über mehrere Nächte verteilt alle Hühner vom Baum (und nur in den Nächten, in denen Pipa, unser Hütehund eine Wachpause aus Erschöpfung einlegte). Diese Hühner waren nicht in der Lage 1 und 1 zusammenzuzählen und vorsichtshalber mit in den Stall zu ziehen. Sie wollten es sich nicht nehmen lassen, trotzdem auf dem Baum zu übernachten, so lange, bis keines von dieser Gruppe mehr übrig war. Auch wenn die anderen sie vielleicht nicht mit in den Stall lassen wollten, der nachts geschlossen werden kann, hätten sie noch andere, sicherere Übernachtungsmöglichkeiten im alten Hühnerstall gehabt. Aber sie entschieden sich unerklärlicherweise dafür, in Freiheit zu sterben. Die überlebende Stallgruppe hat dieses Wissen aber anscheinend auch wieder an ihre Nachkommen weitergegeben, denn seitdem schlafen alle Hühner freiwillig im Hühnerstall, sie gehen dort bei aufkommender Abenddämmerung hinein, suchen sich einen Schlafplatz und finden es in Ordnung, dass die Tür nachts geschlossen ist. Hat eine Henne Küken, brütet sie immer an einem geschützten Platz - in einer Holzkiste - im alten Stall und bleibt dann nachts bei ihren Küken, bis diese Teenager sind. Dann kehrt sie in den abschließbaren Hühnerstall zu den anderen "Erwachsenen" zurück. Die Hühner-Teenager übernachten dann noch eine Zeitlang allein an ihrem Geburtsplatz, bis sie eines Abends alle zusammen ebenfalls in den anderen Stall umziehen. Wie genau diese Umzugszeitpunkte intern abgesprochen werden, ist rätselhaft.

Hühner und ihr Nachwuchs

Hühner brüten 21 bis 22 Tage. Die Glucke steht nur selten vom Gelege auf, um zu trinken, fressen oder zu kacken. Die Küken schlüpfen dann ganz von allein, picken mit ihrem Milchzahn am Schnabel die Eierschale von innen auf. Ein solches Ausschlüpfen kann bis zu 8 Stunden dauern und der Mensch darf dabei nicht helfen, weil dadurch die Nabelschnur abreißt und das Küken stirbt. Die meisten Hühner sind begeisterte Mütter. Fängt eine an zu brüten, gibt es mindestens drei andere, die es ihr nachmachen wollen. Manchmal teilen sich zwei Hühner ein Gelege und führen dann später auch ihre ausgeschlüpften Küken gemeinsam. Wenn wir Hühnerhalter nicht aufpassen, gibt es ziemlich bald eine Hühnerschwemme. Deswegen werden die Eier jeden Tag für die Küche eingesammelt. Nur, will ein Huhn unbedingt Nachwuchs bekommen, wird es erfinderisch und fängt an, Eier an Orten zu verstecken, die die Menschen hoffentlich nicht finden. Und so kam es schon vor, dass eines Tages ein verschwunden geglaubtes Huhn samt neuer Kinderschar stolz aus einem Gebüsch hervorkam. Manche Hennen allerdings sind froh, wenn sie die Verantwortung für ihre Küken nicht mehr tragen müssen und entlassen sie allzu früh in die Selbstverantwortlichkeit, um sich dann vergnügt wieder unter die kinderlosen Hühner einzureihen. Wenn Küken von der Glucke ausgebrütet werden, lernen sie von klein auf alle wichtigen Dinge über ein Hühnerleben, sozusagen live. Interessanterweise gibt es auch bei  Hühnern eine Art Mutterschutz: Hennen, die Küken führen, werden vom Hahn in der Regel nicht sexuell belästigt.

sally, am 23.09.2012
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Bildquelle:
Sabine Kranich (Kräutertees aus mediterranen Pflanzen)
Sabine Kranich (Rund um die Zitrone)
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Warum haben Rosen keine Dornen?)

Autor seit 5 Jahren
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