Söldner haben sich seit dem Mittelalter kaum verändert, nur die Waffen.

War ein Kriegsherr durch Patent oder Bestallungsbrief ernannt und hatte die finanziellen Mittel, stellte er den Offizierstab zusammen. Diese bekamen dann die Werbepatente, und zogen mit Trommlern durch die Lande, um Söldner anzuwerben. Vagabunden, Streuner, Abenteurer aber auch notleidende Bauern zog es zu den Fahnen. Diese mussten sich dann zur Musterung in vorgegeben Ortschaften einfinden. Vor dem Schuldheiß (Schuld heischen – Eine Rechtsperson zum Eintreiben von Verbindlichkeiten, daher kommt auch der Name Schultz u.s.w.) wurde der Fahneneid abgelegt. Die Städte und Dörfer wurden angewiesen genügend Nahrung und Wein bereitzustellen, und gemäßigte Preise zu verlangen. Die Gemusterten wurden in "Fähnlein", "Kompanien" und "Rotten" eingeteilt. Vor dem Obristen wurde alsdann der Artikelbrief verlesen. Darin standen alle Rechte und Pflichten. Überwacht wurde alles vom Profos, eine Art Militärpolizei. Ohne Disziplin kriegt man so einen Sauhaufen auch nicht hin.

Heute ist der Zapfenstreich eine Zeremonie, ein Ehrenamt.

Feiern bis der Arzt kommt, oder der Zapfen per Streich entfernt wird. (Zapfenstreich = Sperrstunde = Nachtruhe)

Nun sind Soldaten von Natur aus keine Chorknaben. Aber die Landsknechte waren nun mal Haudegen im wahrsten Sinne des Wortes. Blieb der Sold aus, wurde geplündert, gemordet und gebrandschatzt. In dieser Zeit war ein Leben nur soviel wert, wie ein gütiger Verwandter Lösegeld aufbringen konnte. Man(n) lebte halt von der Beute. Wurde nicht gekämpft, war die Disziplin schnell zum Teufel. So wurde gesoffen, gespielt (meist mit Würfeln) und gerauft. Tödliche Balgereien waren an der Tagesordnung. Leute, die nicht lange leben, feiern halt gerne. Und nun stellen Sie sich mal bildhaft eine Taverne oder doch lieber eine billige Kaschemme vor. Es stinkt nach Urin, Erbrochenem und billigem Wein. Freizügige Trossweiber, Marketenderinnen, ja zügellose Weibsbilder animieren angesoffene Raufbolde. Schmutzige Lieder werden gegrölt. Der Wirt,, ein ungeschlachter, rauer Hüne mit Muckis wie Arnold, schenkt selbstgepanschten Wein in Ton-Krügen aus. Leise quietschend geht die Tür auf, ein mickriges Feldwebelchen schleicht herein und piepst vor sich hin: "Jungs, ihr müsst ins Bettchen!" Ja, den hätten die in der Odelgrube ersäuft! Ne, so nicht!!! Die Tür flog auf, der Profos mit Trommler und Leibgarde erklärte die Sperrstunde. Und wenn der Wirt schwer von Begriff war, wurde der Zapfen (Zapfhahn) mit einem Säbelstreich entfernt. Es war Zapfenstreich. Hatte sich diese Vorgehensweise rumgesprochen, reichte in der Folge meist das einfache Andeuten, das Streichen über den Zapfen. Und jeder wusste Bescheid.

 

Auch heute gibt es noch Söldner, aber die Zeiten von Schramme, Bob Denard und Kongo-Müller sind vorbei.

Die französische Fremdenlegion verwehrt sich gegen den begriff Söldner. Obwohl sie aus genau diesen hervorgegangen ist. Bei ihrer Gründung im Jahre 1831 durch König Louis-Philippe I. wollte dieser zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Er wollte in Afrika Kolonien erobern und absichern. Und gleichzeitig sollten die hungernden, marodierenden Ex-Söldner aus diversen Kriegen sinnvoll und kostengünstig entsorgt werden, bevor sie das Land verwüsteten. "Lasst diese armen Hunde für uns in Afrika verbluten", War jedenfalls sehr praktisch gedacht.

Saddam Hussein hatte für die Mutter aller Schlachten ebenfalls Söldner aus arabischen und afrikanischen Ländern angeworben. Diese waren schlecht ausgerüstet, und letztendlich froh, in Gefangenschaft zu kommen. Wenigstens gab es da was zu essen. (Hier im Bild Gefangennahme durch US-Marines)

Ebenso hatte der gute Gaddafi Tuareg-Krieger unter Sold stehen. Weiße, die in Afrika als Söldner unterwegs sind, arbeiten entweder für irgendeinen Nachrichtendienst, oder für die Waffenindustrie als Ausbilder. Junge kräftige, krawallbereite Männer haben die da eh genug. Und für einen Kriegsherrn vom schwarzen Kontinent zu arbeiten, ist in jedem Fall tödlich. Da gibt es sogenannte Monatsverträge mit 29 Tagen. Am Zahltag wirst Du selber erschossen, ist billiger. Kann ich nur abraten.

Besser wäre natürlich, wir hätten Arbeit und Auskommen für alle Menschen. Dann bräuchten wir den Driss nicht. Kriegshorden sind so überflüssig wie ein Kropf.

Autor seit 5 Jahren
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